Die erfolgreiche Mondlandung vor genau 40 Jahren gilt als größte technische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Sie war genauso spektakulär wie – sinnlos. Die Apollo-11-Mission war befeuert von dem Kampf der Systeme, in dem die Amerikaner unbedingt den ersten Menschen auf den Mond bringen wollten, nachdem sie den Wettlauf um die erste Mondumkreisung schon gegen die Russen verloren hatten. Die Mission war angetrieben vom nationalen Trauma der Ermordung John F. Kennedys, der die Landung auf dem Mond noch vor Ende der 60er-Jahre angekündigt hatte. Und man darf nicht vergessen, dass diese Pionierleistung wahrscheinlich nur in diesem speziellen Jahrzehnt möglich war. Nie zuvor und auch später nicht waren die Menschen optimistischer und technologiegläubiger.
Zahlreiche Wissenschaftler, Politiker und auch die Kirchen forderten damals, dass man sich mit demselben Elan und Einsatz dringenden Problemen auf der Erde widmen müsse. Papst Paul VI., auch er beeindruckt von der menschlichen Leistung der Mondlandung, mahnte in seinem Angelus-Gebet: "Wo sind wahre Menschlichkeit, Brüderlichkeit und Frieden? Möge sich der Fortschritt, dessen erhabenen Sieg wir heute feiern, auf das wahre zeitliche und moralische Gute der Menschheit richten." Nach fünf weiteren erfolgreichen Landungen endete die bemannte Raumfahrt zum Mond 1972. Es gab nichts mehr zu entdecken. Die Mission war erfüllt. Diesen stolzen Spruch würde man sich auch für die zahlreichen ungelösten Menschheitsprobleme wünschen – und dass wir uns eines Tages ehrfurchtsvoll daran erinnern werden, wo wir waren, als wir die Nachricht bekamen, dass ein Heilmittel gegen Aids gefunden wurde, kein Mensch mehr hungern muss und auf der Welt endlich Frieden herrscht.
André Lorenz (20.7.09)