Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Abschiebung für die U-Bahn-Schläger

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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glaubenslust – Der Tag


Rausländer

Im spektakulärsten Prozess des Jahres sind an diesem Dienstag Serkan A. und Spyridon L. wegen versuchten Mordes verurteilt worden. Der 21-jährige Türke muss zwölf Jahre hinter Gitter, der 18-jährige Grieche achteinhalb Jahre, weil er zur Tatzeit noch nicht volljährig war.

Und was passiert danach – Neustart in Deutschland oder Abschiebung?

Im Fall der beiden U-Bahn-Schläger müssen wir uns wieder an einem Grundkonflikt aufreiben, den ein soziales, freiheitliches Gemeinwesen wie Deutschland nun einmal mit sich bringt. Ein Gemeinwesen, das darüber hinaus ein Einwanderungsland ist. Gibt es Situationen, in denen ein Mensch sein Recht verwirkt, in diesem Land zu leben?

Ja, die gibt es, und deswegen ist es auch richtig, dass Serkan A. und Spyridon L. nach Verbüßung ihrer Haftstrafe abgeschoben werden sollen. Denn jenseits aller Stammtisch-Polemik bleibt es eine einfache Rechnung: Deutschland gewährt – auch und gerade den vielen Tausend Ausländern, die bei uns leben – ein freizügiges Leben. Dafür gibt es Regeln. Wer diese Regeln nicht einhält, wird bestraft. Wer gegen diese Regeln wiederholt verstößt, wird stärker bestraft. Wer aus dem Ausland kommt und bei uns zum Serienstraftäter wird, muss damit rechnen, dass er hier irgendwann nicht mehr erwünscht ist. Denn bevor es zur „ultima ratio“, der Abschiebung, kommt, muss er schon viele Chancen der Integration und Resozialisierung ausgeschlagen haben.

Die Möglichkeit der Abschiebung muss der Staat haben und nutzen, um sein System nicht ad absurdum zu führen, um die gesellschaftliche Balance zu halten – und um schließlich alle friedfertigen Menschen in diesem Land zu schützen. Menschen wie den Rentner Hubert N., dessen einziges Vergehen es war, im Abteil der Münchner U-Bahn-Linie 4 auf das Rauchverbot hinzuweisen.

„Starke Neigung zu ungehemmter Aggression“

Bevor die beiden Schläger den 76-Jährigen von hinten angegriffen, niedergeschlagen, 13 Mal gegen den Kopf getreten und schließlich beraubt haben, waren sie bei der Polizei schon schlechtestens bekannt: Spyridon L. hat mehrere Betreuungs- und Therapieangebote abgebrochen, Serkan A. ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Diebstahl, Raub und Körperverletzung. Der Gutachter bei der Gerichtsverhandlung bescheinigte den Angeklagten „eine starke Neigung zu ungehemmter Aggression“, und besonders von Serkan A. seien auch künftig Straftaten zu erwarten.

Genau deshalb haben die beiden in Deutschland nichts mehr verloren.

André Lorenz




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Die Kommentare der Liborius-User:


von NadeCogeGoova

am Samstag, 4. Oktober 2008

hehe
NY Knights mp3
Is It Love
The Hot Dog Man mp3
Rambling On song
93 Million Miles song

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von Rudolf Thiemann

am Mittwoch, 9. Juli 2008

Diese harte und gerechtfertigte Strafe verfolgt verschiedene Zwecke: Vergeltung, Prävention und natürlich auch der Versuch der
(Re-)Sozialisierung. Die beiden ersten Strafzwecke sind mit jahrelangem Freiheitsentzug erfüllt. Resozialisierung als Leitgedanke des Strafvollzugs kann allerdings erst später gelingen. Niemand kann voraussagen, ob sich dies bei den Verurteilten erfüllen wird . Es mag ihnen gelingen, im Rahmen des Strafvollzugs eine ordentliche Ausbildung zu machen und anschließend einen Job in Freiheit zu finden. Deshalb halte ich es für falsch, bereits heute eine Abschiebung für die Zeit nach der Strafe zu fordern. Eine andere Frage ist: Können verurteilte Täter sofort abgeschoben werden, und welche ethischen Fragen zur Verantwortung dieser Gesellschaft als Biotop für grenzenloses Verhalten verbinden sich damit?

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von Willy Reiter

am Mittwoch, 9. Juli 2008

Ich betrachte die beiden Bilder unentwegt - SERKAN und SPYRIDON ...
Um ganz ehrlich zu sein und mich ehrlich zu erinnern: als ich kurz vor Weihnachten 2007 die bewegenden Video-Bilder im Fernsehen sah, dachte ich zuerst ganz spontan "wenn die beiden gefasst sind, dann sofort auf den Marienplatz und herzhafte Dresche auf nacktem Arsch!" ...
Und meine Meinung dazu war noch ganz harmlos, wenn ich bedenke, wie um mich herum die Kollegen reagiert haben (da war einhellig die Todesstrafe angesagt)...
So, und nun kommt mir hier ganz konkret wieder mal Jesus in die Quere und stellt mir die beiden jungen Männer, in all ihrer inneren Zerrissenheit und dunklen Abgründe, als Brüder (!) vor Augen - als meine und unsere Brüder!
Was mache ich jetzt?
Ich kann mich natürlich als ordentlicher Staatsbürger outen und zu allem, zum Gerichtsurteil (korrekt) und zur evtl. Abschiebung ja und amen sagen.
Aber immer noch schaut mich Jesus unentwegt an...
Auf seinen Lippen formen sich die Fragen "weshalb und für wen bin ich zu euch mitten in diese Welt gekommen?" und "bin ich nicht für alle und vorallem für die Erniedrigten und Beleidigten den schändlichsten Tod gestorben?"
Und ich bin also auf seinen Namen getauft und muß Stellung beziehen; mir bleibt als Christ keine andere Wahl!
Ergo werde ich die beiden gescheiterten jungen Männer als meine Brüder annehmen und sie als Kinder des einen gemeinsamen Vaters dem Herzen Gottes anempfehlen - egal, ob hier in Deutschland oder auch in der Türkei oder auch in Griechenland: ich bitte den HERRN herzlich darum, dass er den Burschen "heimlich" auf Schritt und Tritt folgt - und als "Abschluß" meiner fragmentarischen Gedanken ein Wort von Card. Volk (Predigt zum Requiem für Card. Döpfner) "Wir sehen nicht - Gott sieht - Deus videbit - Gott sieht voraus" ....

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von david-ho-zehnter@gmx.de

am Mittwoch, 9. Juli 2008

Wer untersucht den Boden, auf dem junge Menschen wachsen, bevor sie zu kriminellen Menschen werden.
Die Tat ist verabscheuenswürdig ...
Wie beten doch die Mönche auf dem Heiligen Berg Athos in Griechenland?
"HERR JESUS CHRISTOS, SOHN GOTTES, ERLÖSER,
ERBARME DICH ÜBER UNS". Sie beten es für sich und jeden Menschen auf dieser Erde. Was kann ich tun, als mich dem KYRIE ELEISON anschließen? Bei Gott gibt es keine Ausländer und Rausländer. Das ist sehr sehr schwer zubegreifen. Es ist leichter, die Finsternis zu verfluchen als ein Licht anzuzünden. Die Jungs haben ihre juristische Strafe bekommen, bekommen sie auch christliche Gebete, Seelsorge und eine Chance zur Umkehr? Ich glaube fest, dass ein guter Kern im innersten Herzen keimen kann. Und: Ist Jesus am Kreuz nicht auch für sie gestorben, zwischen zwei Raubmördern. - Ich weiß, das ist sehr sehr schwer zu verkraften. Ihr und Euer Bruder David

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von Roland Schnitter

am Dienstag, 8. Juli 2008

Werden Ausländer in Deutschland diskriminiert? Nicht, wenn ein Deutscher und ein Ausländer für die gleiche Tat die gleiche Strafe bekommen. Wenn man den Ausländer aber zusätzlich abschiebt, dann ja – denn den Deutschen kann man schließlich nicht abschieben oder ähnlich sanktionieren. Das heißt: Wer zur Strafe die Abschiebung wünscht, diskriminiert die Betroffenen wegen ihres Passes. Und diesen Wunsch hegen offenbar viele Menschen – ich wage zu befürchten: die Mehrheit.
Mit anderen Worten: Diese Mehrheit würde vermutlich die Diskriminierung von Ausländern in Kauf nehmen, um gefühlte Gerechtigkeit herzustellen oder um die Sicherheit im Lande zu erhöhen. Kann man es ihnen übel nehmen, wenn Serkan A. es ihnen so leicht macht? Offenbar fühlt er sich ohnhin nicht als hierher gehörig: Sein Opfer nannte er "deutsches Schwein".

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von Markus Zinsinger

am Dienstag, 8. Juli 2008

Sollte die Staatsbürgerschaft über den Weg nach der Haftstrafe entscheiden?
Die beiden Straftäter haben sich wiederholt gegenüber der Gesellschaft schuldig gemacht. Sollte Deutschland nach Verbüßung der Haftstrafe die Verantwortung für die beiden letztendlich abgeben? Ohne deutsche Staatsbürgerschaft sind sie eher Gast als Bundesbürger. Warum dann nicht diesen Schritt gehen.

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von Stefan Brauckhorst

am Dienstag, 8. Juli 2008

Ich glaube, ich sehe nicht recht?!
Diese Jungs sind Kriminelle, das bezweifelt keiner. Aber sie sind nicht einfach ein importiertes Problem. Sie sind hier aufgewachsen, einer ist sogar in München geboren. Das Problem und die Schuld an dieser Tragödie kann nicht einfach ins Ausland abgeschoben werden. Hier läuft doch etwas schief.
Einen ausländischen Pass als Vorwand zu nehmen, um sich so der Sache bequem zu entledigen ist unverantwortlich. Wo kommen wir denn da hin? Und was sollen wir künftig mit den einheimischen Spinnern machen? Es sind nämlich nicht nur "friedfertige Menschen" in diesem Land mit deutschem Pass unterwegs.

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