Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Aus Bildung fähig

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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glaubenslust – Der Tag


Aus Bildung fähig

„Tausende Lehrstellen in Deutschland unbesetzt!“ Das hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in einer Umfrage herausgefunden. Diese Woche forderte er deshalb Schulabgänger ohne Ausbildungsplatz auf, sich schnellstmöglich zu bewerben. Die Überraschung ist groß: Erstmals seit Jahren gibt es mehr Lehrstellen als Bewerber. Für diese  – zumindest auf den ersten Blick – erfreuliche Entwicklung gibt es vor allem zwei Gründe: Während die Zahl der Schulabgänger sinkt, steigt gleichzeitig der Bedarf an Auszubildenden in den Unternehmen. Die gute Konjunktur belebt den Lehrstellenmarkt.

So groß die Überraschung auch ist, die Freude darüber hält sich in Grenzen. Keine Frage: Für die Jugendlichen ist das eine gute Nachricht. Keiner, der eine Ausbildung machen will, muss sich mehr wie ein Bittsteller fühlen. Unternehmen, Gesellschaft und Staat dagegen haben ein echtes Problem. Rein rechnerisch ist die Zahl der freien Lehrstellen und die Zahl derer, die eine Lehrstelle suchen, etwa gleich. Doch tatsächlich ist es so: Es gibt viel zu viele Schulabgänger, die keiner möchte. Nach Aussage der Wirtschaft können zu viele Bewerber nicht richtig Deutsch und haben von Mathe keine Ahnung. Keiner kann ein Interesse daran haben, dass die Wirtschaft krankt, weil ihr die richtigen Bewerber fehlen! Wer völlig unmotiviert ist, ohne Abschluss von der Schule geht oder schon viel zu lange in der Warteschleife auf eine Ausbildung hängt, wird schnell als „nicht ausbildungsfähig“ abgestempelt. „Nein, danke!“, sagen die Betriebe zu solchen Kandidaten.

Die jungen Menschen müssen viel früher auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden

Die Misere an qualifizierten Azubis ist keine Überraschung. Doch wer ist schuld daran? Wer den ach so ungebildeten und unmotivierten Jugendlichen den schwarzen Peter zuschieben will, macht es sich zu einfach. Die Unternehmen haben sie mit dem Prädikat „nicht ausbildungsfähig“ nach Hause geschickt. Wer es in der Schule schon nicht geschafft hat, zählt auch auf dem Arbeitsmarkt zu den größten Verlierern. Mit  ihrem „Keiner braucht mich!“-Knacks werden sie dann in Kurse gesteckt, die ihnen beim Einstieg ins Berufsleben helfen sollen – es aber oft nicht tun.

Jetzt endlich, da alle Schulabgänger gebraucht würden, erinnert man sich ihrer Lage und erkennt: Die jungen Menschen müssen viel früher auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Denn wenn sie erst mal den Stempel „nicht ausbildungsfähig“ tragen, ist es zu spät. Das hat nun auch die Bundesagentur für Arbeit (BA) kapiert. Sie will künftig lernschwache Hauptschüler aus der achten Klasse in einem Sommercamp fit machen – für den schulischen Endspurt und damit auch für das berufliche Leben. Bislang ist dies nur ein Versuch der BA. Ein Versuch, der im letzten Jahr in Kooperation mit der Leuphana Universiät Lüneburg aber zu Erfolg versprechenden Ergebnissen führte, sodass es vielleicht ein flächendeckendes Konzept wird. Wenn die Schlagzeile „Tausende Lehrstellen unbesetzt“ dabei hilft, die Zahl der vermeintlich „nicht ausbildungsfähigen“ Jugendlichen zu reduzieren, dann wird sie am Ende doch noch zu einer guten Nachricht für alle.

Simone Hilgers-Bach




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Brigitte Schmitz

am Montag, 28. Juli 2008

Ich kann Frau Hilgers-Bach nur zustimmen. Es geht aber leider noch weiter. Viele derjenigen Jugendlichen, die dann - endlich - doch eine Ausbildung absolviert haben und sich nun um einen Arbeitsplatz bemühen, finden trotzdem keinen. Für diese Jugendlichen und auch deren Eltern eine traurige Erfahrung.

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von Brigitte Schmitz

am Montag, 28. Juli 2008

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