Benedikt pilgert zu Benedikt
Papst Benedikt XVI. hat eine persönliche Geschichte mit der Abtei Montecassino. Als Präfekt der Glaubenskongregation unternahm er einige Male die eineinhalbstündige Fahrt von Rom ins Siri-Tal und die Serpentinen auf den Klosterberg hinauf. Sein letzter Eintrag im Gästebuch trägt das Datum vom 7. November 2004, fünf Monate vor dem Konklave. Dass Ratzinger sich Benedikt nannte, ist für die Mönche kein Zufall. Ein bisschen fühlen sie sich als Paten.
Der Abt des Klosters, Pietro Vittorelli, glaubt, dass Benedikt XVI. bei seinem Besuch an den «Stumpfsinn des Krieges» erinnern wird. Vor 65 Jahren war das Kloster Schauplatz eines der erbittertsten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs. Zehntausende deutsche und alliierte Soldaten ließen bei der Schlacht um Montecassino ihr Leben. Ansonsten erhofft sich der 46-jährige Mönch vom Papst Rückenstärkung für die benediktinische Sache. Ein Unding sei es, dass vier Monate im Frühjahr 1944 anderthalb Jahrtausende des Klosters verdunkelten. «Montecassino ist nicht wichtig, weil es bombardiert wurde», sagt Vittorelli. "Wir hatten schon vorher unsere Bedeutung für die europäische Geschichte."