Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Bischof Müller zur Bischofsbesoldung

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Bischof Müller zur Bischofsbesoldung

"Mir geht es an erster Stelle um die Freiheit der Kirche"

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat sich dafür ausgesprochen, die Bezahlung der Bischöfe in Bayern neu zu regeln. Auch Kirchengebäude könnten teilweise vom Staat wieder in das Eigentum der Kirche übergehen, sagte Müller der «Süddeutschen Zeitung». Zum notwendigen Zeitraum für entsprechende Änderungen sagte er: «Ich denke, in fünf Jahren kann man das ordentlich hinbekommen.»

 

Foto: Bistum Regensburg

 

München (KNA) – Grundsätzlich gebe es in Bayern eine gute Kooperation zwischen Kirche und Staat in Bezug auf das Gemeinwohl. Aus alter Zeit seien aber noch ein paar ungelöste Fragen offen. Seit der Säkularisation von 1803 sehe es so aus, als würden die Bischöfe vom Staat bezahlt, sagte Müller. In Wirklichkeit seien die staatlichen Dotationen der Bischöfe die Renditen aus den enteigneten Kirchengütern. Im Konkordat sei quasi anerkannt worden, dass es sich dabei um eine Beraubung der Kirche durch die absolutistischen Fürstenstaaten gehandelt habe. Ihm wäre es lieber, Staat und Kirche hätten sich auf einen Ausgleichsfonds geeinigt, so der Bischof. Eine solche Alternative sei bei den Verhandlungen über das bis heute gültige Konkordat zwischen Bayern und dem Heiligen Stuhl von 1924 wohl auch schon im Gespräch gewesen.

Der Leiter des Katholischen Büros in Bayern, Prälat Lorenz Wolf, sagte auf Anfrage, entsprechende Verhandlungen liefen bereits. Für Müllers Vorschläge sei aber keine grundlegende Änderung des Bayern-Konkordats nötig. Vielmehr reichten kleinere Modifikationen. Schon in den vergangenen Jahren seien Anpassungen durchgeführt worden, in denen der Freistaat und die Kirche ihre historisch gewachsenen Beziehungen entflochten hätten.

Zuletzt war im Oktober 2009 nach dreijährigen Verhandlungen ein Paket mit Verträgen und einem Gesetzentwurf im bayerischen Landtag verabschiedet worden. Dabei ging es im Kern um die im Konkordat festgeschriebene Pflicht des Staates, einigen Mitgliedern der Domkapitel Wohnungen und den Bistümern Dienstgebäude zur Verfügung zu stellen. Durch die Verrechnung verschiedener Leistungen und Einmalzahlungen ist diese Pflicht weitgehend abgelöst worden.

KNA (03.08.2010)




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Die Kommentare der Liborius-User:


von stephan

am Donnerstag, 5. August 2010

Es ist ja gut, wenn die Kirche mehr Freiheit bekommt.
Als treuer Kirchensteuerzahler ärgert es mich, wenn immer mehr aus Spargründen herhaus aus den Kirchen austreten. Ich möchte feststellen, dass ich nur von denjenigen spreche die Geld sparen wollen. Die Kommunen versuchen die Träger von Kindergärten, Horten und vielen anderen Einrichtungen bei der Stange halten. Die "Ausgetretenen" zahlen, den gleichen Kindergartenbeitrag beim kirchlichen Kindergarten wie ich. So sagen unsere Richter in Deutschland, dass es sein muss.
Habe daher wenig Verständnis, dass die Bischöfe von der Kirche bezahlt werden sollen. Zahlt der Staat die Bischöfe, so sind wenigstens auch die "Kirchensteuer-Drückeberger" mit dabei. Oder führen wir eine Steuer für die Menschen ein, die an Religionsgemeinschaften nichts abführen?
Die Ausrede, ich ich gebe an den Träger oder an den Förderverein meines Kindergartens ein Spende, lasse ich nicht gelten. Habe nie erlebt, dass in den Fördervereinen in denen ich tätig war und zum Teil noch bin, "Kirchen-Austreter" sich als besondere Förderer hervorgetan hätten.

Die Bischöfe sollen weiterhin vom Staat bezahlt werden. Für jeden "Schmarrn wird in Deutschland Geld ausgegeben, die Gehälter der Bischöfe haben den Staatshaushalt nicht ruiniert. Die Zahlung der Bischofsgehältner durch den Staat hat nichts mit Freitheit oder Unfreiheit der Kirche zu tun. Vielleicht gibts im Bistum Regensburg zur Zeit kein anderes Thema. Der Bischof und seine Mitarbeiter haben wie die Presse offensichtlich ein "Sommerloch". Die Presse nimmt sich im August dieses Themas ja gerne an.

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