Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Boris Becker

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Donnerstag, 9. Februar 2012 Anna Katharina Emmerick
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glaubenslust – Der Tag


Wie oft darf Boris sich noch trauen?

Boris Becker (41) lässt uns nicht im Stich. Vor exakt zehn Jahren beendete er seine legendäre Tenniskarriere, die die Deutschen unzählige Male in Siegerlaune versetzte. Doch er hält uns weiterhin auf Trab, und zwar mit seinem Liebesleben. Karen Schulz (erste große Liebe), Barbara Feltus (Ehefrau von 1993 bis 2000), Angela Ermakowa (Mutter seiner Tochter Anna), Sabrina Setlur (Rapperin), Sandy Meyer-Wölden (kurz vor der Hochzeit trauriges Beziehungsende in einem New Yorker Hotelzimmer)... Für viele ist Becker der Prototyp des modernen Menschen, der eigentlich auf der Suche nach Liebe ist, aber immer wieder scheitert. Vielleicht, weil er falsche Vorstellungen vom Beziehungsleben hat. Vielleicht, weil er Selbstbestätigung an falscher Stelle sucht. Vielleicht, weil ihm Liebe und Treue nicht so heilig sind wie Spaß und Abwechslung. Wer weiß das schon?

Jedenfalls bleibt er am Ball – und traute sich wieder. Becker schritt in St. Moritz mit Lilly Kerssenberg (32), mit der er früher bereits einmal liiert war, zum Altar. Der Katholik ließ dabei sozusagen seiner protestantischen Braut den Vortritt und heiratete evangelisch. Damit spielt er uns den Ball zu, einmal zu erforschen, was das kirchenrechtlich bedeutet: Dürfte Becker zum Beispiel im Falle einer Scheidung ein zweites Mal kirchlich heiraten – auch als Katholik? glaubenslust.de hat beim Pastoralreferent der Deutschen Gemeinde in Brüssel, Joachim Lauer, nachgefragt.

Herr Lauer, Sie stehen jungen Paaren, die kirchlich heiraten wollen, häufig Rede und Antwort. Der Katholik Boris Becker und seine evangelische Verlobte Lilly Kerssenberg lassen sich von einem evangelischen Pastor trauen – ist das dann eine ökumenische Hochzeit?

Nein, eine "ökumenische Hochzeit" gibt es genau so wenig wie eine ökumenische Taufe. Wird man von einem katholischen Priester getraut, ist es eine katholische Hochzeit. Wird man von einem evanglischen Pfarrer getraut, heiratet man evangelisch. Selbst wenn ein evangelischer und ein katholischer Pfarrer in einem Traugottesdienst gemeinsam vorne am Altar stehen: Trauen kann immer nur einer, und diese Trauung ist dann auch konfessionell gebunden – also entweder katholisch oder evangelisch.

Was unterscheidet die evangelische Hochzeit von einer katholischen?

Das ist ein sehr kompliziertes Thema. In einem Satz gesagt: Neben kleineren Unterschieden im traditionellen Ablauf der evangelischen und katholischen Trauung ist es vor allem die Sakramentalität der Ehe in der katholischen Kirche, die einen besonders hohen Stellenwert hat. Die Protestanten verstehen die Ehe nicht als Sakrament.

Ist das der Grund, warum Protestanten auch im Fall einer Scheidung wieder kirchlich heiraten dürfen und Katholiken nicht?

Richtig. Im Eheversprechen heißt es ja auch "bis dass der Tod euch scheidet". Katholiken dürfen nur in sehr begrenzten Ausnahmefällen erneut heiraten, wenn ihre Ehe annulliert wird oder der Ehepartner verstirbt. Unter einer Annullierung versteht man, dass die Ehe – im kirchenrechtlichen Sinne – nie "richtig" stattgefunden hat.

Wir hoffen natürlich, dass Beckers Ehe diesmal hält. Doch sind Scheidungen heute generell keine Seltenheit, weshalb viele Gläubige diese Frage interessiert: Könnte jemand wie Becker noch einmal katholisch heiraten, falls seine Ehe mit Kerssenberg scheitert?

Katholisch dürfte er nicht mehr heiraten – es sei denn, seine bisherige, katholisch geschlossene Ehe wird annulliert, also für nichtig erklärt. Einer weiteren evangelischen Hochzeit stünde aber nichts im Wege. In jedem Fall sind aber natürlich Gespräche mit Pastoren o. ä. anzuraten. Dabei ist die erste Frage, die er sich selbst stellen sollte: Warum ist es für mich wichtig, mit dem Segen Gottes zu heiraten?

Ist es möglich, dass ein Katholik jemanden heiratet, der nicht katholisch/evangelisch getauft ist, aber an Gott glaubt? Muss er sich vor der Trauung taufen lassen?

Nur deswegen sich taufen lassen muss er nicht – auch wenn das sicherlich wünschenswert wäre! Im kirchenrechtlichen Sinn spielt es keine Rolle, wenn der Ungetaufte beteuert, dass er an Gott glaubt. Streng genommen ist eine solche Trauung nicht erlaubt. Wenn aber bestimmte Bedingungen erfüllt sind, kann der ungetaufte Partner davon "dispensiert" werden. Eine Dispens ist eine Art Ausnahmeregelung, die amtliche Befreiung von einem Gebot oder auch Verbot. Eine Bedingung für eine Dispenz in diesem Fall ist, dass der katholische Partner aufrichtig versprechen muss, die aus der Ehe hervorgehenden Kinder im katholischen Glauben erziehen zu wollen. Der ungetaufte Partner muss um dieses Versprechen und die Verpflichtung des katholischen Partners wissen und sich damit einverstanden erklären.

Seit Januar 2009 kann man in Deutschland auch vor den Traualtar treten, ohne vorher standesamtlich geheiratet zu haben. Ist das richtig?

Ja. Diese anfänglich sinnvoll scheinende Lösung ist aber rein innerkirchlich mehr und mehr in die Kritik geraten. Eine ausschließlich kirchliche Trauung hat zivilrechtlich keine Bedeutung, es gibt also keine rechtliche Sicherheit. Meines Wissens wird es aus diesem Grund auch von manchen, wenn nicht von allen deutschen Diözesen abgelehnt, eine "nur" kirchliche Trauung ohne die standesamtliche Urkunde vorzunehmen. Wir empfinden den Segen Gottes zwar als ein unendlich hohes Gut, das mit nichts auf der Welt zu vergleichen ist. Dennoch sollten wir versuchen, das uns Menschen Mögliche zu tun, um eine Ehe rein rechtlich auf eine sichere Basis zu stellen. Im urchristlichen Sinne kommt diese Absicherung dem jeweils "schwächeren" Partner zugute.  


Interview: Katharina Traxel (10.6.09)

 




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Kern

am Mittwoch, 2. September 2009

Die Berichterstattung über Beckers Hochzeiten nerven nur noch. BB hat sehr gut Tennis gesielt.Punkt!
Wen er wann schwägert, heiratet oder verlässt sollte die Öffentlichkeit kalt lassen. Das die Kirche immer wieder den Segen spendet ist nicht mehr verständlich.
Man sollte BB schlicht abhaken.

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