Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Credo credis Kredit

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glaubenslust – Der Tag


Credo Credis Kredit

Credo, credis, credit: Ich glaube, du glaubst, er glaubt – wem noch in dieser Zeit? Kleinmütige Christen dachten bislang, es sei das Credo, das von der Moderne an den Rand gedrängt worden sei. Heute wissen wir: Die Glaubenskrise ist fundamental nicht in den Kirchen, sondern auf den Finanzmärkten ausgebrochen. Es ist der Kredit, der verschwunden ist. Warum? Weil keiner mehr glaubt. Nämlich daran, dass er sein Geld wieder zurückbekommt.

Was die Kirche immer schon wusste, lernen nun unsere Modebanker von gestern im Schnellverfahren. Erstens: Dass Glaube und Vertrauen nicht mit der Aufklärung überflüssig wurden, sondern die Grundlage des Lebens bilden. Zweitens: Dass es Schuld wirklich gibt und Schulden nicht durch Verdrängung aufgelöst werden können. Drittens, dass blindes Vertrauen und bloßer Glaube, losgelöst von Inhalten, nur Aberglauben und wirres Zeug („Subprimes“) hervorbringen. Denn Glaube, gründet schließlich auf Wahrheit und Verlässlichkeit. Viertens, dass deshalb die Fundamentaldaten  stimmen müssen, wobei die katholische Kirche Fels als Fundament empfiehlt und von Sand eher abrät.

Nun wird auch endlich offenbar, wie rational Katholizismus ist

Statt sich um Unsummen zu kümmern, hätten Manager also lieber die Summa des Thomas von Aquin lesen sollen. Dann hätten sie gewusst: Auch in Glaubens- und Vertrauensdingen lohnt es sich meist, den Verstand einzuschalten. Nebenbei: Nun wird auch endlich offenbar, wie rational Katholizismus ist – jedenfalls wenn man ihn mit Investmentbanking vergleicht.

Jetzt wollen die Ex-Helden der Wall Street sicherlich noch gerne wissen, wie sie aus dem Schlamassel wieder herauskommen. Katholischerseits kann man aus Erfahrung sagen: Stur wie bisher weitermachen, klappt meistens nicht. Ad fontes, Umkehr zurück zu den Quellen, lautet ein Tipp. Ist jedenfalls besser als immer nur schneller, höher, weiter zu wursteln. Irgendwo muss am Anfang mal jemand gewesen sein, dem man glauben, Kredit geben konnte. Und schließlich ein Trostwort für alle, die jetzt ihr gesamtes Vermögen verloren haben: Das Wesentliche im Leben ist gratis. Das ist auch lateinisch und heißt Gnade.

Joachim Rogosch




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Die Kommentare der Liborius-User:


von david-ho-zehnter@gmx.de

am Donnerstag, 9. Oktober 2008


Ihr lieben katholischen Sparer -
Die Glaubenslust reizt mich in diesen sparsamen Zeiten, auch meine ersparten Gedanken dazu zu geben.
Weil wir die Bibel schätzen sollen, möchte ich mich an die Weisheit Gottes halten, die uns der liebe Wandersmann Jesus beim Anblick von Spatzen und
Krähen gesagt hat: "Betrachtet die Vögel des Himmels, sie säen nicht und ernten nicht und sammeln nicht in die Scheunen und unser Himmlischer Vater ernährt sie doch ..."

Wie rational doch der Katholizismus ist? Die Banco di Spiritu Santo zu Rom ... lassen wir das ...
Liebe Katholische Sparer fürchtet Euch nicht, alles ist Gnade... auch dass wir alles loslassen müssen ...
Fonds, Aktien, Goldbarren, Wertpapiere, Anlagen, Sparbücher, Sparschweine, Schätze, Wertsachen, Kirchenkonten ...

"Ihr könnt nicht Gott und dem Geld zugleich dienen"
Der das gesagt hat, war gewiss kein armer Großbanker ...
Wer auf das liebe Geld vertraut, der hat wohl auf den Sand gebaut ...
Nun schaut mal nicht so sparsam, Confratres
Jaja, das liebe Geld .... Futsch david

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