Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Der Kreuzritter aus Augsburg

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glaubenslust – Der Tag

Bischof Walter Mixa feierte den Weltfriedenstag in Augsburg


Der Kreuzritter aus Augsburg

Er übertreibt es immer wieder: Mit seiner verstörenden Rhetorik macht es der Augsburger Bischof Mixa seinen Zuhörern schwer, ihn erst zu nehmen. Dass der Mann sich mit unschöner Regelmäßigkeit im Ton vergreift, ist immer wieder Anlass für Spott und Augenrollen. Es ist zwar schon eine Weile her, aber offenbar hat sich noch niemand angemessen über die Weltfriedenstagsrede von Bischof Walter Mixa geärgert. Sie soll aber nicht vergessen werden.

Kürzlich feierte er zusammen mit 350 Soldaten den vierzigsten Weltfriedenstag. Er sprach dabei über all die wundervollen Dinge, die das Christentum in Europa verbreitet und verfestigt hat: unser Bildungswesen, die Künste, die sozialen Einrichtungen. Wenn man all dies nur versuchsweise aus Europa wegdenken würde, dann würde sich der Kontinent in eine soziale und kulturelle Wüste verwandeln.

Nur weil der Urheber verschwindet, zerfällt nicht das Werk

Da nicke man heftig. Doch Mixa sagte auch: „Europa wird auch in Zukunft christlich sein, oder es wird überhaupt nicht mehr Europa sein.“ Mit anderen Worten: Wenn niemand mehr an den christlichen Gott glaubt, dann brechen Bildungswesen, Künste und soziale Einrichtungen in sich zusammen. Und das ist reichlich haltlos: Nur weil der Urheber verschwindet, heißt das ja nicht, dass auch das Werk zerfällt. Schließlich wird Mozart auch heute noch rauf und runter gespielt (und fast ist man versucht zu sagen: Als die Alliierten die Deutschen befreiten, sind ja auch nicht die Autobahnen zerbröselt.)

Es scheint beinahe, der Bischof habe wenig Vertrauen in die Ideale des Christentums. Denn man muss kein Häretiker sein, um  zu behaupten: Die christlichen Ideen und Ideale sind allesamt sehr wohl stark genug, um zu überleben, selbst wenn der christliche Glaube als solcher in der Krise steckt. Schließlich haben sie über die Jahrhunderte hinweg auch Zeiten der Aufklärung überdauert, in denen sie vom Christentum abgelöst und zu menschheitsweit allgemeingültigen Gütern umgedeutet wurden.

Geschmacklose Wortwahl

Perfide an Mixas Rede ist übrigens die Vermischung von Unbestreitbarem und Unterstellung: „Die Kultur Europas ist geprägt durch das christliche Menschenbild“ – soweit kein Einwand, doch weiter: „und geht unter, wenn wir feige sind.“ Das ist Humbug. Selbst wenn ganz Europa atheistisch würde: Bildungswesen, Künste, soziale Einrichtungen blieben bestehen.

Perfide an Mixas Rede ist aber auch das Vokabular: Die europäischen Völker seien heute erneut von Neuheidentum und aggressiven atheistischen Idealen bedroht, zitiert ihn seine Pressestelle. „Völker“, die von „aggressiven“ Ideen „bedroht“ sind – diese Wortwahl ist besonders geschmacklos, wenn man bedenkt, dass Mixa vor einem Soldatenpublikum sprach und bei dieser Gelegenheit auch lobte, dass der heilige Ulrich damals, vor tausend Jahren auf dem Lechfeld, „so mannhaft christlich gegen die räuberischen Heiden aus dem Osten“ verteidigt habe. Man wartet nur darauf, dass der Bischof jeden Moment eine Machete unter dem Gewand hervorzieht.

Dass der Mann nebenher auch katholischer Militärbischof der Bundeswehr ist, mag eine Erklärung für diese übergeigte Kampfrhetorik sein – aber keine Entschuldigung.

Roland Schnitter




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Die Kommentare der Liborius-User:


von david-ho-zehnter@gmx, de

am Dienstag, 29. Juli 2008

Lieber Bruder Clemens ( Milder)
GEGEN d i e Kirche habe ich noch nie getrommelt, wohl aber für die ganze Wahrheit, auch die historische. Ich hatte, Gott sei Dank, in München am Kirchlichen Zentrum wahrhaftige kirchliche Lehrer, darunter glaubwürdige Priester ... sonst wäre ich gegangen. Kardinal Döpfner liebte Geradheit.
NATÜRLICH wäre ich als junger Mann gern Priester geworden, wenn es die natürlichen Bedingungen wie bei Jesus gegeben hätte und kein 1139ger Relikt. Das Zwangszölibat ( diese alte morsche Leier aus dem Mittelalter),lieber Bruder Clemens), zeigt uns ja LEIDER deutlich, wie sehr der Zulauf zu den Priesterseminaren nur noch zum RINNSAL geworden ist - und auch nach der Weihe danach packen viele (seit 1970 über 30 000 ) potente Männer diese "Hürde" nicht und werden vom armen Bischof
mit dem Zwangsrauswurf "entpflichtet". (Gesetzesfetischismus nach Pharisäerart, sagte unser Alttestamentler 1968 zu uns Studenten).
Immerhin, meine zwei prächtigen Söhne und zwei wunderbare Töchter sind mir als lebendige Menschen lieber, als durch "die Hürde" des Zwangszölibats oder Scheinzölibats verhütete.
Im übrigen trommle ich mit meiner "Alpenschamanen-trommel" für Christus, - und Priester und engagierte Laien haben mich schon längst akzeptiert. Ich hätte es mir nie angemasst,ohne bischöfliche Erlaubnis als Privatprediger aufzutreten! Ich bin gehorsam, aber nicht untertänig.
Lieber Bruder Clemens, Sie sind gern bei mir als Gast willkommen. Sie finden mich in der Libertas Bavariae, wir sind ein freiheitliches katholisches Land und züchten keine Mimoserl.
Vitale katholische Glaubenskondition erzeugt fruchtbare Glaubenslust. "Glaubenslust" lass Dir von niemanden einen Maulkorb verpassen. Die klerikalistischen Reste schmelzen schneller als die Alpengletscher. Frischer Wind kommt auf. Ich glaube an eine frohe Zukunft der Kirche, Beispiel der Erzbischof von Bamberg und von Salzburg.
Im übrigen wählen heute zunehmend junge Frauen und Männer die Berufe Pastoralreferentinnen und Diakone. Die sind im Kommen und nicht am Aussterben. Keine Bange: Für die Minderheit der Traditionalisten wird es immer ausreichend des Lateins kundige Priester geben, so richtig mit makellosen Kragen und 33 Knöpfen (versteckter Reissverschluss) geben. Warum nicht? Wir haben die Größe und Weite im Katholizismus. Vielfalt erfreut!
Laudetur Jesus Christus, "was das Zeug hält", FÜR die lebendige Kirche! Bruder David

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von Traugott Auer

am Dienstag, 29. Juli 2008

@R.Müller
Danke für die Antwort. Ich denke Folgendes: Wenn uns die Lust am Glauben angesichts eines Kommentars vergehen würde, dann hätten wir wirklich ein Problem. Nämlich genau das, was Herr Schnitter beschreibt:
Es scheint beinahe, der Bischof habe wenig Vertrauen in die Ideale des Christentums.
Aber gerade das wollen wir doch nicht hoffen. Deshalb finde ich eine Auseinandersetzung sehr wichtig, gerade wenn man bezüglich eines Inhalts unterschiedlicher Meinung ist. An dieser Stelle darf ich Papst Pius XII. zitieren. Er sagte, dass der Kirche etwas in ihrem „Leben fehlen würde, wenn in ihr die öffentliche Meinung mangelte“. Und: „Ein Fehlen, für das die Schuld auf die Hirten sowohl wie die Gläubigen zurückfiele.“
Insofern nehmen wir doch den Kommentar von Herr Schnitter hin, setzen uns damit auseinander und versuchen, das kirchliche Leben so zu gestalten, dass es uns allen "Glaubenslust" bringt.
Ihr,
Traugott Auer

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von R.Müller

am Dienstag, 29. Juli 2008

Ich finde es lieb, Herr Auer, dass Sie den Herrn Schnitter wegen seines giftigen Kommentars in Schutz nehmen wollen. Wenn er von Herrn Baumann kritisiert worden ist, so gilt meines Erachtens: Wer austeilt, der muss auch einstecken! Oder: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder heraus! Herr Schnitter hat bewusst provoziert, nur um eine Story zu haben, und die hat mit Glaubenslust nun wirklich rein gar nichts zu tun. Beim Lesen kann einem die Lust am Glauben vergehen.

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von Traugott Auer

am Dienstag, 29. Juli 2008

Wer in der Redaktion traut sich endlich, den Herrn Schnitter mal auf den korrekten Namen ihrer Seite aufmerksam zu machen. Er glaubt offenbar immer noch, das hieße "Glaubensfrust". Jedenfalls schreibt er so.
Lieber Herr Baumann,
wie Sie unten sehen können, war ich mit dem Kommentar von Herrn Schnitter ebenfalls nicht einverstanden. Das bedeutet allerdings nicht, dass man ihn so angreifen muss, wie Sie das tun. Die Tatsache, dass er Bischof Mixa kritisiert, muss noch lange keinen Aufschluss über seinen "Glaubensfrust" geben. Herr Schnitter kann durchaus ein tiefgläubiger und überzeugter Katholik sein, ohne Bischof Mixa zu huldigen. Pauschalverurteilungen wie Sie das machen, Herr Baumann, sind einem Dialog, wie er hier stattfinden soll, sicher nicht dienlich.
Mit besten Grüßen,
Traugott Auer

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von Clemens Baumann

am Dienstag, 29. Juli 2008

Wer in der Redaktion traut sich endlich, den Herrn Schnitter mal auf den korrekten Namen ihrer Seite aufmerksam zu machen. Er glaubt offenbar immer noch, das hieße "Glaubensfrust". Jedenfalls schreibt er so.
Na gottlob, der Herr David Ho ist auch wieder da. Ich hatte ihn heute schon vermisst. Wie bei einer alten Schallplatte, die immer wieder abgespielt sind, kann man Wetten abschließen auf seine Themen : Zwangsbekehrungen, Sklavenhandel, Scheinzölibat. Und heute zusätzlich im Angebot: die kastrierten Knabenchöre.
Ich vermute mal, dass er selbst gerne Priester geworden wäre, die Hürde des Zölibats aber zu hoch war. Und nun trommelt er auf seiner Alpenschamanentrommel gegen die Kirche, was das Zeug hält. Wirklich sehr originell!

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von david-ho-zehnter@gmx.de

am Montag, 28. Juli 2008

Schwestern und Brüder
Jesus, Maria und Josef, da hat doch der Bruder Roland
Schnitter den Hochwürdigsten Herrn Militärbischof zu
bemeckern gewagt. Herr Mixa ist kein "böser Bischof" und das Zölibat ist ihm sicher nie schwergefallen und somit nicht "verformen" können.-
Ein "böser" protestantischer Millitärpfarrer meinte mir
gegenüber, dass der so oft mißverstandene Oberhirte
jede auch jede unpassende Gelegenheit nützt, sich eine Bühne zu schaffen und sich in den Mittelpunkt rückt.
Nun unsere christlichen Soldaten nehmen die blendende Rethorik über den Glanz christlicher Werte
gewiß sehr ernst, auch wenn der Hochwürdigste Herr Theologe vom Dienst mit der Waffe befreit war, denn
es gehört zu den christlichen Werten, dass ein Priester
kein Blut vergießen darf, das sollen im Ernstfalle die
christlichen Soldaten mit ihren ungeweihten Laienhänden tun.-
Bischöfe wie Meisner, Mixa - auch M-Bischöfe genannt haben bei der Bischofsweihe alles alles von oben geschenkt bekommen, und ich kann es sehr gut verstehen, dass jeder, der so Hochbegnadete Kirchenfürsten kritisiert, die Scheiterhaufenmentialtät
emsiger Herrenmägde hervorlöckt und sogar den von mir so hochgeschätzten Herr Predigtgärtner E.E. aus den Ziersträuchern ruft. Eine gute Seite, wenn Bruder Bischof an die hungernden Menschen in der Welt gemahnt und an das Gefälle zwischen arm und reich. Träume ich oder höre ich das frohe Kinderlachen der Gespeisten in unseren so schlicht ausgestatteten Bischofshöfen und gut bürgerlichen Pfarrhäusern? Wohin gehören denn unsere Hochwürdigsten Brüder auf der Welt, zu den Reichen oder den Armen? Große Worte und Spenden lassen sich leicht machen, die Euros kommen aus den arbeitenden Händen vieler kleiner Christen, auch das Geld der Geschiedenen nehmen wir als Kirche gern an, denn pecunia non olet.
Es gäbe vielleicht noch ein paar Sachen zum Glanz des Christentums: Zwangsbekehrungen, Sklaven-handel, kastrierte Knabenchöre, Scheinzölibat bis heute ...
Im übrigen kommt heute auf einen tüchtigen einen Priester die Arbeit von sechs Priestern. Warum nur sind die Netze so leer?
Einen guten Rat Herr Schnitter: Wenn Sie in manchen Diözesen Karriere machen wollen, dann sagen Sie bitte nur das, was Ihre Vorgesetzten gern hören und haben Sie immer deren Meinung (Kardinal Martini). Schnecken kommen schneller in gehobene Positionen als Ziegen. - Kriechen, nicht meckern!
Merksatz: Merke gut, Dein Bischof hat immer recht.

Ich selber hatte das Glück, bei den Bischöfen Döpfner, Ratzinger, Wetter zu lernen und zu arbeiten. Diese Männer hatten Profil, deshalb konnte Mann/ Frau offen mit ihnen reden.
Lasset uns beten: Heiliger Geist hilf unseren Bischöfen, dass ihre Mitren nicht zu Löschhörnern deiner Feuerzungen werden.
Ganz lieben Dank an alle Forumsteilnehmer
Euer Bruder David aus der Bergwildnis

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von Veronika Wagner

am Montag, 28. Juli 2008

Ach, wie einfach ist doch die Welt! Da ist der böse Bischof, der es wagt, an die christlichen Werte zu erinnern. Schwupps, schon kriegt er von Herrn Schnitter eins drüber! Fehlt nur noch, dass der Bischof wegen des Zölibats, der ja alle verformt, so schrecklich ist. Wo doch 1/3 aller Priester ihr Amt aufgeben... - O, da habe ich wohl was verwechselt: es sind ja 1/3 aller Ehen, die geschieden werden. Das ist sicher auch die Kirche schuld. - Hätte der Bischof doch bloß vorher den Herrn Schnitter gefragt...

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von Predigtgarten

am Montag, 28. Juli 2008

Ach ja, der Herr Schnitter! Nach 3 Wochen (8.Juli!) läuft der Vortrag von Bischof Mixa zwar schon auf der Bartwickelmaschine, aber was tut man nicht alles, wenn man krampfhaft nach einem Thema sucht!
Aber jetzt nichts wie reingehauen, Hauptsache, man kriegt Resonanz, wie schon beim Thema Wiederverheiratete in der Kirche. Auch hier ist die Methode die gleiche: einseitige, verkürzte Darstellung und ein paar kräftige Klischees - dann passt's schon...!
Wer die Rede des Bischofs im Wortlaut gelesen hat, gewinnt einen anderen Eindruck! Leitwort war: "Die Menschheitsfamilie - eine Gemeinschaft des Friedens".
Ich wähle mal ein anderes Zitat aus der Rede: "Ich appelliere überdies angesichts 12 Millionen Menschen, die jährlich an Hunger sterben, an die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, das Gefälle zwischen armen und reichen Ländern der Erde zu verringern!" - Oder: "Das Beispiel des Paulus sagt uns, auch wenn der respektvolle Umgang mit anderen Religionen für einen Christen eine Selbstverständlichkeit ist, ist es wichtig, dass wir den Glanz des Christentums nicht verleugnen und uns aktiv dazu bekennen..."
Ja, das sind ja wirklich schlimme Worte, oder, Herr Schnitter? Die Rede von Herrn Bischof Mixa ist jedenfalls nicht perfide. Da wüsste ich anderes, was ich jetzt als solches bezeichnen würde...!

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von Traugott Auer

am Montag, 28. Juli 2008

Walter Mixa ist die Publicity wirksame Weiterführung von Kardinal Meisner: Noch mediengeiler, noch schlagzeilenversessener, noch mehr ein verbaler Holzfäller im Weinberg des Herrn. Der Mann hat ohne Frage einigen Unsinn in letzter Zeit aus dem geweihten Mund entfleuchen lassen – und trotzdem verfehlt der Kommentar die Kernaussage des Militärbischoffs.
Zunächst einmal unterliegt folgender Absatz einem schweren inhaltlichen Fehler:
"Wenn niemand mehr an den christlichen Gott glaubt, dann brechen Bildungswesen, Künste und soziale Einrichtungen in sich zusammen. Und das ist reichlich haltlos: Nur weil der Urheber verschwindet, heißt das ja nicht, dass auch das Werk zerfällt."
Die Verknüpfung von Gott und seinen Werken (also hier das Bildungswesen, die Künste etc.) ist verkehrt. Denn niemand würde je behaupten, dass Gott der direkte Urheber der Künste ist. Nicht einmal Mixa. Die unmittelbare Kausalität Gottes kennt der Islam, nicht aber das Christentum. Vielmehr hat das Christentum, das auf Gott gründet, hat zu diesen Leistungen inspiriert und oft eine ideengeschichtliche Grundlage bereitgestellt – diese Leistungen bleiben aber dennoch menschliche Werke. Die Argumentation mit Mozart ist nett, verfehlt aber damit völlig den tatsächlichen Sinn.
Davon ausgehend kann man auch Mixa's Worte anders auffassen: Der Bischof spricht von einer numerischen Identität, also: Das christliche Europa wäre nicht mehr das christliche Europa, das es ist, wenn es nicht mehr christlich wäre – und das ist eine absolut zutreffende Beobachtung. Vielleicht tautologisch, aber zutreffend.
Zuletzt verkennt der Autor den Zusammenhang zwischen sinnstiftender Macht und dem entsprechenden Wert. Das christliche Menschenbild kann ohne den Gottesbezug schlechthin nicht gedacht werden, die Geschichte hat genug Beispiel darüber gegeben. Auch da hat Mixa im Kern recht, wenngleich er es nicht explizit so formuliert.
Das Fazit: Bischof Mixa hat ohne Zweifel mit seiner Sprache wieder einmal tief in das kauzige Klischee-Kästchen gegriffen. Und damit eine Steilvorlage geliefert, so dass man ihn erneut grundsätzlich falsch verstehen kann – genau so, wie es Roland Schnitter getan hat.

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