Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Die K-Frage

Liborius Verlagsgruppe Bayerisches Sonntagsblatt Liborius Magazin Liboriusblatt
Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
Aktuell|Nachrichten|Wissen|Unser Glaube|Specials|Forum|E-Cards|Spiele

Etappen Ihres Lebens: Taufe | Kommunion | Firmung | Ehe | Trauer

Drucken | Versenden | Mail an die Redaktion

glaubenslust – Der Tag


Die K-Frage

Es klingt zynisch: Da sterben die Menschen an Aids wie die Fliegen, und dann untersagt der Papst den Gebrauch von Kondomen. Auf den ersten Blick klingt das wie mitleidlose Moral statt Menschlichkeit. Das hat schon zu Zeiten Johannes Pauls viele Europäer empört. Was die katholische Kirche tatsächlich auf dem Gebiet der Sexualmoral zu bieten hat, interessiert da weniger.

Nun ist Papst Benedikt XVI. nach Afrika aufgebrochen, und natürlich wurde er zu dem Skandalthema gefragt. Seine Antwort: Er ist gegen Kondome.

Wer mit Missionsärzten spricht, die seit Jahrzehnten im südlichen Afrika ihr Leben dem Kampf gegen Aids widmen, erhält eine differenzierte Antwort. Es geht nämlich nicht um kirchliche Moralvorstellungen ohne Rücksicht auf die Opfer. Es geht um A-B-C-D, wie das auf einen ultrakurzen Nenner gebracht wird.

Wer A, B und C ignoriert, dem bleibt in Afrika meist nur der frühe Tod

A wie Abstinenz oder Enthaltsamkeit, B wie be faithful oder Treue, C wie Condom oder D wie Death, sprich der Tod – das sind die vier Abstufungen, unter denen die Menschen wählen können. Das ist drastisch, aber realistisch. Und es ist viel mehr als der gute Tipp, doch einfach Kondome zu benutzen.

Enthaltsamkeit hat jetzt auch Benedikt wieder in den Vordergrund gestellt. Eine strenge Forderung, die allerdings immerhin angesichts tödlicher Folgen von Promiskuität erhoben wird. Treue zu einem Partner, bewusstes Verhalten in Zeiten von Aids verhindert ebenfalls die Ausbreitung der tödlichen Krankheit. Wer seinen Lebensstil gar nicht ändern will, der ist, drittens, mit Kondomen besser dran als mit ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern. Das weiß auch der Papst. Wer A, B und C ignoriert, dem bleibt in Afrika meist nur der frühe Tod.

Kondome sind nicht die Lösung. Sie sind Notbehelf

Sterben die Menschen in Afrika wirklich, weil der Papst „die Kondome verbietet“? Es ist unwahrscheinlich, dass Leute, die sich um die kirchlichen Gebote von Ehe, Liebe, Treue nicht scheren, ausgerechnet bei der Verwendung technischer Hilfsmittel lieber den Tod riskieren, als eine päpstliche Mahnung zu übertreten. Da sieht der Papst schon realistischer: Kondome sind nicht die Lösung. Sie sind Notbehelf. Wenn sie ein Verhalten fördern, das zur Ausbreitung von Aids erst geführt hat, dann kann die Reklame dafür das Aids-Problem sogar verschlimmern.

Es mangelt in Afrika – wie auch in anderen Weltgegenden – nicht an Kondomen, sondern an Ethik, an Zuneigung, an Wertschätzung. Das ist die Botschaft des Papstes. Darum sieht er die Lösung in „spirituellem und menschlichem Erwachen“, in „Freundschaft für die Leidenden“. Solche Forderungen sind vielen natürlich lästig. Sie müssten dann ja mehr abgeben als billige Rezepte. Bezahlbare Medikamente gegen Aids zum Beispiel. Da ist es doch praktischer, den Papst als Zyniker hinzustellen. Ein Zyniker ist er nicht. Er ist zuständig für A und B. C und D kann er anderen überlassen.

Joachim Rogosch

 




Übermittlung Ihrer Stimme...
3.3 (12 x bewertet)


Die Kommentare der Liborius-User:


von margret

am Freitag, 28. Oktober 2011

Ich sag jetzt mal was ich denke, es reicht. Der Papst scheint nicht gut informiert zu sein über die Menschen in Afrika, sonst könnte er solche Aussagen nicht machen. A_B_C usw. wie lächerlich ist das denn.
Es mangelt in Afrika nicht an Kondomen, sondern daran, das die Menschen z.B. in Congo so enormen Hunger leiden müssen, weil dort gar nichts mehr funktioniert, die Weltpolitik und leider auch ein großer Teil der Medien das enorme Leid und den Schmerz und vor allem den Hunger tot schweigt. Für die Politiker weltweit scheinen die Menschen nicht wichtig zu sein, sondern nur die Erdschätze die man so viel und so billig wie irgend möglich aus diesem Land holt. Wären wir so edel wie wir so gerne sagen, die sog. Entwicklungshilfe, würden wir nicht auf die Erdschätze und den enormen Profit daraus schielen, dabei so wenig dafür zahlen, das für das Volk nichts bleibt um zu essen, ordentliche med. Versorgung, Schulbildung. Wie kann da ein heiliger Vater sagen die sollen enthaltsam leben, wenn so wenig Möglichkeiten gibt Geld zu verdienen, tun sie etwas, was Spaß machen kann, tun wir hier doch auch.
Wie der gnädige Papst meint es käme auf das spirituelle und menschliche Erwachen an, gebe ich ihm teilweise recht, dann sollte er auch mal erwachen, informieren und handeln. Allein vom spirit. Erwachen wird kein Mensch satt im Kongo und Freundschaft für die Leidenden dann soll der Papst doch rüber gehen und das Militär aufhalten Frauen zu vergewaltigen und so schwer zu verletzen das sie sogar daran sterben, sogar vor Babys scheint man nicht Halt zu machen. Bericht der TAZ aus 2007 und die Massenvergewaltigungen werden täglich mehr und immer grausamer.
Soll doch der Papst die Kinder aufnehmen die bei solchen Massenvergewaltigungen zu allem körperl. und seel. Schmerz der Frauen und Mädchen entstehen und geboren werden. Soll doch der Papst die geschundenen Körper mediz. versorgen lassen, das seel. Leid der Kinder lindern, nicht mit netten Worten sondern echter Liebe und Fürsorge. Kinder die mit vielen Leuten in der Kirche waren und vor den Augen der Kinder alle erschossen wurden oder zerhackt, vergewaltigt. Kinder die zusehen müssen wie ihre Mütter vergewaltigt werden, ihre Väter zerhackt, ihre Brüder zwangsweise zum zwangsweisen töten verschleppt werden, ihre Schwestern verschleppt und zu Sexsklavinnen gemacht werden. Oder wenn ihre Geschwister entführt werden um zwangsweise auf Plantagen zu arbeiten ohne Geld. Liest der Papst keine Zeitung oder will auch er davon nichts wissen was abgeht im Kongo oder anderswo in Afrika ? War der Papst je im Kongo, sicher nicht da traut sich kein Mensch mehr hin, so gefährlich ist es dort.
Soll der Papst nicht nur von Liebe und Freundschaft reden, sondern diese auch sichtbar praktizieren, gerade in Afrika, besonders im Kongo. Der Vatikan ist so reich, dann soll der Papst doch die hungernden Kinder mit ihren wunden Seelen wenigstens mit Nahrung versorgen, das wäre praktizierte Liebe und Freundschaft.

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von margret

am Freitag, 28. Oktober 2011

Ich sag jetzt mal was ich denke, es reicht. Der Papst scheint nicht gut informiert zu sein über die Menschen in Afrika, sonst könnte er solche Aussagen nicht machen. A_B_C usw. wie lächerlich ist das denn.
Es mangelt in Afrika nicht an Kondomen, sondern daran, das die Menschen z.B. in Congo so enormen Hunger leiden müssen, weil dort gar nichts mehr funktioniert, die Weltpolitik und leider auch ein großer Teil der Medien das enorme Leid und den Schmerz und vor allem den Hunger tot schweigt. Für die Politiker weltweit scheinen die Menschen nicht wichtig zu sein, sondern nur die Erdschätze die man so viel und so billig wie irgend möglich aus diesem Land holt. Wären wir so edel wie wir so gerne sagen, die sog. Entwicklungshilfe, würden wir nicht auf die Erdschätze und den enormen Profit daraus schielen, dabei so wenig dafür zahlen, das für das Volk nichts bleibt um zu essen, ordentliche med. Versorgung, Schulbildung. Wie kann da ein heiliger Vater sagen die sollen enthaltsam leben, wenn so wenig Möglichkeiten gibt Geld zu verdienen, tun sie etwas, was Spaß machen kann, tun wir hier doch auch.
Wie der gnädige Papst meint es käme auf das spirituelle und menschliche Erwachen an, gebe ich ihm teilweise recht, dann sollte er auch mal erwachen, informieren und handeln. Allein vom spirit. Erwachen wird kein Mensch satt im Kongo und Freundschaft für die Leidenden dann soll der Papst doch rüber gehen und das Militär aufhalten Frauen zu vergewaltigen und so schwer zu verletzen das sie sogar daran sterben, sogar vor Babys scheint man nicht Halt zu machen. Bericht der TAZ aus 2007 und die Massenvergewaltigungen werden täglich mehr und immer grausamer.
Soll doch der Papst die Kinder aufnehmen die bei solchen Massenvergewaltigungen zu allem körperl. und seel. Schmerz der Frauen und Mädchen entstehen und geboren werden. Soll doch der Papst die geschundenen Körper mediz. versorgen lassen, das seel. Leid der Kinder lindern, nicht mit netten Worten sondern echter Liebe und Fürsorge. Kinder die mit vielen Leuten in der Kirche waren und vor den Augen der Kinder alle erschossen wurden oder zerhackt, vergewaltigt. Kinder die zusehen müssen wie ihre Mütter vergewaltigt werden, ihre Väter zerhackt, ihre Brüder zwangsweise zum zwangsweisen töten verschleppt werden, ihre Schwestern verschleppt und zu Sexsklavinnen gemacht werden. Oder wenn ihre Geschwister entführt werden um zwangsweise auf Plantagen zu arbeiten ohne Geld. Liest der Papst keine Zeitung oder will auch er davon nichts wissen was abgeht im Kongo oder anderswo in Afrika ? War der Papst je im Kongo, sicher nicht da traut sich kein Mensch mehr hin, so gefährlich ist es dort.
Soll der Papst nicht nur von Liebe und Freundschaft reden, sondern diese auch sichtbar praktizieren, gerade in Afrika, besonders im Kongo. Der Vatikan ist so reich, dann soll der Papst doch die hungernden Kinder mit ihren wunden Seelen wenigstens mit Nahrung versorgen, das wäre praktizierte Liebe und Freundschaft.

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 
 

Ihre Meinung zu diesem Thema (Sie müssen nicht angemeldet sein):

Ins Gästebuch eintragen
  (wird nicht angezeigt)
(* Pflichtfeld)

Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt