Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Die Kirche auf dem Weg ins Netz

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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glaubenslust – Der Tag

 

Die Kirche auf dem Weg ins Netz

Kürzlich hatte Papst Benedikt XVI. mit einem Satz über das Internet aufhorchen lassen: "Ich höre, daß aufmerksames Verfolgen der im Internet zugänglichen Nachrichten es ermöglicht hätte, rechtzeitig von dem Problem Kenntnis zu erhalten." Das "Problem" war die Holocaust-Leugnung Richard Williamsons, dessen Exkommunikation der Vatikan aufgehoben hatte. Offenbar hatte diese "Panne" zumindest ein Gutes: Im Vatikan erkennt man, dass das Internet nicht der große Feind ist, sondern Chancen birgt. Kurz nach Benedikts XVI. Äußerung wurde für Oktober ein neues Grundsatzpapier angekündigt, das die Haltung der Kirche zur "neuen digitalen Kultur" darlegen soll.

Man sieht daran, was für ein gewaltiger Apparat der Vatikan ist. Denn während gewisse Riegen dort offenbar nur langsam und zögerlich online gehen, haben andere (etwa der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel) den Papst längst ins Netz geschickt: Er hat einen eigenen Kanal auf Youtube ebenso wie auf Facebook – gebündelt finden User alle seine Profile auf der seiner neuen Seite www.pope2you.net. Benedikt XVI. schreibe dort zwar nicht selbst, so Medienrats-Präsident Erzbischof Claudio Maria Celli, aber die Seiten seien eine gute Möglichkeit, seine Ideen und Botschaften kennenzulernen und mit Freunden zu diskutieren.

Benedikt XVI. appelliert an Jugend: Online für den Glauben werben

Anlässlich des katholischen Welttags der Medien ging die Seite online, Benedikt XVI., appellierte an die jungen Leute, in der digitalen Welt Glaubenszeugnisse abzulegen, die Liebe und die frohe Botschaft über die neuen Technologien in die Welt hinauszusenden und bekannt zu machen. Darin liegt die große Chance, die viele Kirchen in aller Welt längst ergriffen haben. Sie wissen, dass das Internet der Weg ist, um Jugendliche zu erreichen und für den Glauben zu begeistern. 

Ein Musterbeispiel ist das Benediktinerkloster Nütschau, das für seinen bemerkenswerten Online-Auftritt sogar den Internetpreis der evangelischen Kirche "Goldener Webfish" gewann. Das Bistum Limburg wiederum ist auf den Zug des "Twitterns" mit aufgesprungen: Twitter ist eine angesagte Online-Plattform, auf der angemeldete Nutzer Kurzmitteilungen von höchstens 140 Zeichen schicken und abonnieren können.

Österreichs katholische Singles treffen sich im Web

Paul Wuthe, der Leiter des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz hatte kürzlich bekannt gegeben, dass dort im städtischen Bereich bereits fast jede Pfarrei online ist, und auch auf dem Land steigt die Tendenz. Katholische Singles haben in Österreich sogar die Möglichkeit, ihren Partner online zu finden: Der Salzburger Weihbischof Andreas Laun war maßgeblich an der Entwicklung der katholischen Partnervermittlung "kathtreff.org" beteiligt.

Kirche bedeutet Tradition und ein 2000 Jahre altes Erbe. Kirche darf nicht bedeuten, jedem Trend hinterherzujagen. Aber Kirche wird im Laufe der Geschichte auch immer wieder neu, sie muss neue Wege beschreiten. Paulus zum Beispiel: Wie dankbar wäre er vermutlich gewesen und wie fasziniert von einem Medium, mit dem er Herzen von Menschen in der ganzen Welt erreichen kann.

Antonia Groll (4.6.09)

 

Paulus im Interview: Lesen Sie hier, was er zu aktuellen Themen wie umstrittenen Managerabfindungen, Kirchenkrise und Schweinegrippe sagen würde!

 




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