Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Die Wunde der Kirche

Liborius Verlagsgruppe Bayerisches Sonntagsblatt Liborius Magazin Liboriusblatt
Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
Augenblicke|Das Magazin|Nachrichten|Wissen|Unser Glaube|Specials|Forum|E-Cards|Spiele

Etappen Ihres Lebens: Taufe | Kommunion | Firmung | Ehe | Trauer

Drucken | Versenden | Mail an die Redaktion

Skandal um die Piusbrüder

Was soll der Papst jetzt tun?

Die Piusbruderschaft sorgt weiter für Aufsehen: Seit Anfang Mai hat sie mehrere Priesterweihen durchgeführt. Der Vatikan machte nach längerem Schweigen inzwischen deutlich, dass diese Weihen unerlaubt sind. Jetzt aber wird es Zeit zu handeln

Auch in Regensburg sollen Weihen stattfinden. Der dortige Bischof Gerhard Ludwig appelliert an die Piusbrüder, die Weihen zu verschieben. Klicken Sie auf das Video! (Foto: KNA)

Barmherzigkeit ist eine christliche Grundtugend. Wenn es allerdings um Politik geht, taugt sie nicht. Das gilt auch für Kirchenpolitik. Die Serie unerlaubter Priesterweihen der Piusbrüder in den letzten Wochen macht das deutlich. Sie bringen die Bischöfe in Erklärungsnot. Sie sind ein klarer Affront gegen den Vatikan und Papst Benedikt XVI. persönlich.

Die Situation und der Status der Piusbruderschaft sind eindeutig: Um eine durchaus mögliche Spaltung zu verhindern, hat der Vatikan ein Interesse daran, die abtrünnige Gemeinschaft wieder in die katholische Kirche zu integrieren. Selbstverständlich sind daran Bedingungen geknüpft: Die Piusbrüder müssen die Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils anerkennen. In einem ersten Schritt der Annäherung hat der Papst die Exkommunikation von vier Piusbischöfen aufgehoben und damit den Boden für die schwierigen Gespräche bereitet. Er hat die Hand ausgestreckt. Es war ein Akt der Barmherzigkeit.

Viele Katholiken fordern eine erneute Exkommunikation

Mit ihren unrechtmäßigen Priesterweihen vom 3. Mai und 19. Juni und den geplanten am 27. und 29. Juni führen die Piusbrüder mit Bischof Bernard Fellay an der Spitze den Papst regelrecht vor. Nur er kann in dieser Sache entscheiden. Zu beneiden ist er darum nicht. Die weltweit verständliche Reaktion ist ja: Eine solche Gemeinschaft hat in der katholischen Kirche nichts zu suchen. Viele fordern eine erneute Exkommunikation der Piusbischöfe. Nur wäre damit nichts gewonnen.

(Foto: KNA)
Fühlen sich offenbar sicher: die Piusbrüder mit Bischof Bernard Fellay an der Spitze (Foto: KNA)

Zum einen wäre der Vatikan nicht nur – wie Anfang des Jahres – blamiert, sondern auch noch gescheitert. Zum anderen wird ein Szenario wahrscheinlicher, das niemand wollen kann: dass katholisch geweihte Bischöfe außerhalb der Kirche weiterhin Priester weihen und so eine Neben-Kirche gründen. Auch wenn das für manche Gläubige bitter ist: Nur eine Wiedereingliederung der Piusbruderschaft wäre ein Erfolg für den Papst. Deshalb schlägt jetzt die Stunde der Diplomaten und auch der Kommunikationsexperten im Vatikan. Es muss zügig, deutlich und nachprüfbar darum gehen, dass die Piusbruderschaft ihre Weihe-Aktivitäten und die Ablehnung des Zweiten Vatikanums aufgibt. Eine geglückte Wiedereingliederung, die nur die wenigsten Katholiken bis heute verstehen und wünschen, muss dann schlüssig in alle Welt kommuniziert werden.

Wenn jetzt schon Diözesanbischöfe ungeduldig werden, bedeutet das: Der Spielraum für den Vatikan wird kleiner. Bernard Fellay weiß das, und er nutzt das aus. Erbarmungslos.

André Lorenz (06/09)

 

Weiterlesen: Fragen und Antworten zum Wirbel um die Piusbrüder
Auf dem Weg zum Schisma: Kommentar des Kirchenrechtlers Pater Stephan Haering OSB
Papst räumt Pannen ein: Brief an die Bischöfe im Wortlaut
P. Eberhard von Gemmingen kommentiert Benedikts XVI. Brief




Übermittlung Ihrer Stimme...
4.6 (5 x bewertet)


Die Kommentare der Liborius-User:


von willy

am Freitag, 19. Juni 2009

Kann man einen Bischof "degradieren"?

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Katharina-Sophie Flint

am Freitag, 19. Juni 2009

Natürlich ist Wiedereingliederung der einzige Weg, wenn die Piusbrüder endlich der II. Vatikanum anerkennen. Wenn er sie jetzt wieder exkommunizieren würde, wäre die ganze Aktion ja umsonst gewesen. Peinlich ohne Ende wäre das.

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.0 (2 x bewertet)
 

von Manu

am Freitag, 19. Juni 2009

Wie belehrt man Unbelehrbare?
Zu beneiden ist der Papst nicht.
Warum die Lösung aber heißen muss: Wiedereingliederung (um jeden Preis) ist für mich nicht nachvollziehbar.

Übermittlung Ihrer Stimme...
4.6 (8 x bewertet)
 
 

Ihre Meinung zu diesem Thema (Sie müssen nicht angemeldet sein):

Ins Gästebuch eintragen
  (wird nicht angezeigt)
(* Pflichtfeld)

Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt