Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Ein Atheist in der Kirche

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glaubenslust – Der Tag


Ein Atheist in der Kirche

Der Wiener Stephansdom ist nicht nur Touristenmagnet Nummer eins in Wien, er ist auch ein Symbol der österreichischen Identität und vor allem: ein bewegendes Gotteshaus. Für jeden Künstler ist es eine Ehre und auch ein Glaubenszeugnis, sich hier "verewigt" wissen zu dürfen. Man muss den Kopf schütteln, dass nun ausgerechnet – als erstes modernes Kunstwerk seit Jahrzehnten – die Büste eines Künstlers ausgewählt wird, der sich selbst gerne als  "Stalinist" und "Atheist" bezeichnet.

Alfred Hrdlicka verteilte schon als Kind mit seinem Vater, einem Kommunisten, Flugblätter auf der Straße. Bis heute ist er bekannt dafür, künstlerisch nach dem Imperativ zu schaffen, "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, geknechtetes, verlassenes, verächtliches Wesen ist" (Karl Marx).

In Österreich ist er einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler, jedem Wien-Besucher ein Begriff ist etwa sein Holocaust-Mahnmal auf dem Platz vor der Albertina. Hrdlicka genießt auch internationalen Ruhm. Der 81-Jährige, der sich fasziniert von der Bibel zeigt und immer wieder religiöse Motive für seine Gemälde und Büsten wählt,  polarisiert auch immer wieder kräftig: Vor einem Jahr musste sein Bild "Santa Maria delle Grazie" aus der Ausstellung "Das Religiöse im Werk von Alfred Hrdlicka" entfernt werden, weil es von Gläubigen Christen als blasphemisch und pornografisch, als Verletzung ihrer religiösen Gefühle empfunden wurde.

Völlig verfehlte Überbetonung des Leidens

Dass Hrdlicka jedes Gespür für das Christliche fehlt, zeigt auch seine neue Büste, die die 1998 seliggesprochene Franziskanerin Restituta Kafka darstellen soll. Sie starb 1943, mit 48 Jahren, den Märtyrertod – zwischen kommunistischen Straßenbahnen. Hrdlicka weicht nicht von seiner Linie ab: Seine Kunst kreist um den leidenden, geschundenen Menschen. Dass das Christentum dieses Leid durch die Verheißung der Auferstehung überwindet, verkennt er vollkommen. Die weibliche Fratze, die er darstellt, ist eine Beleidigung für eine erstaunliche Frau, die in Liebe zu Jesus Christus starb, im Vertrauen auf ihn.

Das Christentum ist längst davon abgekommen, das Leiden überzubewerten: Auch ein gekreuzigter Christus sollte, bei allem Leid, das er für die Menschen auf sich nahm, doch schon die Hoffnung der Auferstehung im Angesicht tragen. Wer freilich gar nicht daran glaubt, kann diese Geheimnisse auch nicht einfühlsam darstellen. Hrdlicka zumindest vermag es nicht.

Antonia Groll (27. 5.2009)




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Die Kommentare der Liborius-User:


von maria1940

am Mittwoch, 17. Juni 2009

Da muss ich erst diese deutsche Internetseite finden, um den ersten ordentlichen Artikel über dieses Skandalwerk Hrdlickas zu lesen - DANKE, sie sprechen mir aus der Seele!!!

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von Restituta4ever

am Donnerstag, 28. Mai 2009

Danke, Frau Groll, dass hier jemand endlich einmal klare Worte findet! Dass Hrdlicka von Dompfarrer und Bischof hofiert wird, ist deren Privatsache, dass hier aber Kirchengelder investiert und eigentlich rausgeschmissen werden und Gläubige, die die sel. Sr. Restituta verehren, mit einer solchen Fratze beleidigt werden, ist eine andere Sache und eigentlich zu verurteilen.
Das einzig Gute ist, dass die Barbarakapelle abgelegen ist, nicht so viele Menschen den Weg dorthin finden und das angebliche Kunstwerk nur sichtbar ist, wenn man die Kapelle verlässt und dabei weit nach oben schaut.

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