Brasilien
Pater Reinaldo, SCJ, Herz-Jesu-Priester in Freiburg, stammt ursprünglich aus Brasilien und erzählt aus seiner Heimat: "Bei uns Brasilien ist die Liturgie natürlich die gleiche, wir haben aber eine andere Art sie zu feiern. Unsere hat sich aus einer Vielzahl an Einflüssen entwickelt. Die Bevölkerung Brasiliens ist aus einer Mischung aus Indianern, Portugiesen und Afrikanern entstanden. Dazu sind später noch viele Immigranten gekommen. Das spiegelt sich auch in der Kirche wieder, denn wir haben zwei verschiedene Formen der Messe. In Rio Grande do Sul, dem südlichsten Bundesstaat Brasiliens, wird die Missa Criola gefeiert. Die kreolische Kultur zeigt sich hier vor allem in besonderen Ausdrücken und einer typischen Kleidung. Daneben gibt es aber auch die Missa Afro, die besonders durch die afrikanische Kultur beeinflusst ist. Bei dieser Form der Messe wird viel gesungen und getanzt.
Die Liturgie ist allgemein zwar respektvoll, aber viel weniger formal als in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Es gibt weniger strenge Regeln. Die Menschen machen in der Kirche die Gesten wie das Knien nicht gleichzeitig, viele knien überhaupt nicht.
Dafür sind die Lieder bei uns festlicher und abwechslungsreicher als in Deutschland. Wir setzen je nach Region sehr verschiedene Instrumente ein.
In Südbrasilien ist der Einfluss der europäischen Immigranten stärker, deshalb ist hier die Messe formaler und gemäßigter. In Mittel- und Nordbrasilien wird dagegen zu den Liedern viel geklatscht. Besonders im Norden und Nordosten ist es außerdem so warm, dass es normal ist, mit kurzer Hose in die Kirche zu gehen."
Cathrina Keller (7.8.09)
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