Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Görlitz: Warum wird der Bischof heute geweiht?

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Kirchenwissen

Görlitz: Warum wird der Bischof heute geweiht?

Gestern Amtseinführung in Berlin, heute Bischofsweihe in Görlitz. Wo ist der Unterschied?

Der neue Berliner Bischof Woelki bei der Amtseinführung. (Fotos:dpa)
Der neue Berliner Bischof Woelki bei der Amtseinführung. (Fotos:dpa)

Warum wurde Rainer Maria Woelki gestern lediglich in sein Amt eingeführt und warum wird Wolfgang Ipold heute in Görlitz zum Bischof geweiht? Eine berechtigte Frage, die schnell beantwortet ist.

Weiheamt

Der Kölner Woelki war bei seiner Ernennung durch Papst Benedikt XVI., bereits zum Bischof geweiht. Er war als Weihbischof im Erzbistum Köln tätig. Wolfgang Ipold war hingegen bislang Domkapitular in Görlitz. Ihm fehlte die höchste Weihestufe der Bischofsweihe. Deshalb muss er zunächst geweiht werden, ehe er sein Amt antreten kann. 

Ernennung

Die Weihe zum Bischof ist nach der Priesterweihe die zweite und letzte Weihestufe. Kardinal wird man nicht durch Weihe, sondern durch Ernennung seitens des Papstes. Papst wiederum wird man durch die Wahl der berechtigten Kardinäle im Rahmen eines Konklave.

Bischof und Weihbischof?

Anselm Grün, der auf liborius.de und im Liboriusmagazin die Fragen der Leser beantwortet, hat bereits einmal genau erklärt, so der Unterschied zwischen Bischof und Weihbischof liegt: „Bischof und Weihbischof haben beide die Bischofsweihe. Damit haben sie die Vollmacht, Firmung und Priesterweihe zu spenden. Und beide haben die sogenannten Pontifikalien: Stab und Mitra. Der Bischof ist zugleich Leiter einer Diözese. Der Weihbischof ist ein Gehilfe des Bischofs. Wie der Name besagt, hilft er dem Bischof bei den Weihen, bei Priesterweihen, Altar- und Kirchenweihen und bei Firmungen. Der Erzbischof ist Leiter einer Erzdiözese. Innerhalb der verschiedenen Diözesen gibt es Erzdiözesen. Sie sind oft die Ursprungsdiözesen, von denen dann andere Diözesen abgetrennt wurden. Die Erzdiözesen und die Erzbischöfe haben daher einen höheren Rang als die normalen Diözesen und Bischöfe.“

Bilder von heute

Wie geht die Bischofsweihe, die das Kölner domradio überträgt, weil keine Landesrundfunkanstalt ein Interesse daran zeigte, nun heute vor sich. Interessant ist es sicherlich, dass eine Bischofsweihe traditionell von drei Bischöfen vorgenommen werden muss. Das ist so geregelt, damit sichergestellt wird, dass die Apostolische Sukzession, die ununterbrochene rechtmäßige Nachfolge der Apostel durch die Bischöfe von den Aposteln her bis heute, gültig übertragen wird.

Die drei Bischöfe heute werden der neue Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki, der ehemalige Görlitzer und jetzt Augsburger Bischof Konrad Zdarsa aus Augsburg und Bischof Joachim Wanke aus Erfurt sein.

Mandat des Papstes

Die Weihe eines Bischofs bedarf immer eines Auftrags durch den Papst, der den Bischof zuvor ernennt. Fehlt dieses Mandat ist die Folge der Spendung und des Empfangs der Weihe die Exkommunikation. Hier sind die Rechtsvorschriften der Katholischen Kirche eindeutig.  "Ein Bischof, der jemanden ohne päpstlichen Auftrag zum Bischof weiht, und ebenso, wer von ihm die Weihe empfängt, zieht sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zu." (can 1382 CIC). 

Ablauf

Nach der Ausstattung mit den bischöflichen Gewändern zu Beginn der Heiligen Messe folgt die Belehrung über die bischöflichen Amtspflichten. "Dem Bischof kommt es zu, zu richten, auszulegen, zu weihen, die Priesterweihe zu spenden, zu opfern, zu taufen und zu firmen", heißt es da. Zur Allerheiligenlitanei legt sich der Erwählte vor dem Altar flach auf den Boden. Dort empfängt er den dreifachen Segen des Bischofs mit dem Ruf: "Dass du den hier gegenwärtigen Erwählten segnen, heiligen und weihen wollest.“ 

Danach wird dem zu Weihenden das aufgeschlagene Evangelienbuch auf den Nacken gelegt. Es soll ein Symbol sein für die Amtspflicht der Lehre, die schwer auf den Schultern des neuen Bischofs ruht.

Die drei weihenden Bischöfe legen dem Erwählten dann ihre Hände auf das Haupt und sprechen gemeinsam: "Accipe Spiritum Sanctum -Empfange den Heiligen Geist!" Anschließend folgen ein Bitt- und ein Weihegebet, die bereits in dieser Form seit dem 5. Jahrhundert überliefert sind: "Gieße über diesen Deinen Diener, über den Du das Füllhorn Deiner priesterlichen Gnaden geneigt hast, die Kraft Deines Segens aus."

Anschließend werden Haupt und Hände des neuen Bischofs mit Chrisam gesalbt. Darauf folgen die Übergabe des Bischofsstabes und des Bischofsringes als äußere Zeichen der ihm verliehenen Macht.

Zum Abschluss der Heiligen Messe empfängt der Bischof aus den Händen des weihenden Bischofs seine bischöfliche Mitra. Sie ist das Sinnbild für einen "Helm der Stärke und des Heiles". Nachdem der neue Bischof dann seinen Bischofsstuhl in Besitz genommen hat, spendet er zum ersten Mal den Segen in seinem neuen Amt.




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Leon

am Sonntag, 28. August 2011

Die Beschreibung der Bischofsweihe trifft auf die Weihezeremonie im Alten Ritus zu. (Z.B. empfängt der neue Bischof die Mitra nicht zum Schluss, sondern mit den anderen Insignien zusammen.) Bischof Ipolt wird heute aber in der ordentlichen Form des Römischen Ritus geweiht.

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