Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Himmelsstürmer

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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glaubenslust – Der Tag


Himmelsstürmer

Fußballer und der Glaube – das scheint irgendwie zusammenzugehören. Ob T-Shirts mit Jesus-Liebesbekundungen oder Torjubel mit Kreuzzeichen: Gott steht auf dem Fußballplatz nie im Abseits. Bei all den religiösen Zeichen und Zeremonien geraten die Kicker jedoch schnell in den Verdacht, die Frömmigkeit nur als Imagesegen zu zelebrieren. Ein typisch deutscher Verdacht. Im Land der Neidkultur gönnt man den Millionären eben nicht einmal ein bisschen Glauben.

Da ist es gut, dass die drei Schalker Marcelo Bordon, Kevin Kuranyi und Rafinha nun von offizieller Stelle ein Glaubens-Gütesiegel bekommen haben: Zusammen mit dem Vereins-Vorsitzenden Josef Schnusenberg und Manager Andreas Müller werden die Fußballer den Medienpreis des Christlichen Medienverbundes KEP erhalten. Der „Goldene Kompass“ zeigt eine „christliche Lebenseinstellung“, die die fünf Promis laut der Jury durch zwei christliche Bücher bewiesen haben. Eines davon heißt „Mit Gott auf Schalke“ – oh, wie werden da konservative Kleriker und Kleinmütige wieder heulen. Was hat Gott auf Schalke verloren, werden sie bellen. Gott gehöre in die Kirche, nicht zwischen zwei Tore und laute Stehränge. Für sie vielleicht. Für souveräne Christen nicht. Papst Johannes Paul II. war selbst Schalke-Mitglied, in der Arena gibt es sogar eine kleine Kapelle. Und warum sollte Gott Bratwurstduft und Freudenschreie meiden? Gott ist doch bekanntlich immer da, wo „zwei oder drei“ versammelt sind. Und das muss auch nicht immer explizit in seinem Namen sein.

Deshalb ist die Auszeichnung für die fünf Schalker einfach eine rundum sinnvolle Sache. Fußballer werden dafür geehrt, dass sie selbstbewusst zu ihrem Glauben stehen. Dass sie ihre häufig eingeforderte Vorbildfunktion ganz im Sinne des Christentums interpretieren. Und wenn einer von ihnen beim nächsten Torjubel wieder in den Himmel zeigt, brauchen wir uns nicht mehr den Kopf zerbrechen: Der Junge meint es wirklich ernst. Weil bei ihm der Kompass stimmt.

Simon Biallowons




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