Benedikt XVI bleibt sich treu. Er bleibt seiner Botschaft treu
Weil der Mann Benedikt XVI. und nicht Johannes Paul II. ist. Der Papst aus Polen hat uns alle beeindruckt mit seinen Worten, Reisen und seinem Sterben. Wir hatten das Gefühl, da verkörpert und lebt einer das, was er predigt. Das Gefühl haben die meisten bei Benedikt XVI. nicht.
Aber: Da ist einer, der sich treu bleibt. Der Papst aus Bayern hat ständig vor einer Oberflächlichkeit der Gesellschaft gewarnt. Die Prinzipien unserer Mediengesellschaft lehnt er ab und er verweigert sich ihnen konsequent. Seine Frage war stets: „Was bleibt?“ Nicht: „Wie kommt es an?“
Benedikt XVI. hat immer gegen eine Relativierung der Werte gekämpft. Er will, dass das Christentum Orientierung bietet und in einer sich ständig verändernden Welt ein Garant dafür ist, dass fundamentale Werte nicht in Vergessenheit geraten. Wo das Evangelium unbeirrt gelebt wird, da ist Gott, und da geht es dem Menschen gut – das ist seine Botschaft. Und dieser Botschaft bleibt er treu. Mindestens genauso treu, wie Johannes Paul II. seiner geblieben ist. Das Problem besteht darin, dass Botschaft und Bote für uns unbequem sind. Wir sind es, die mit Benedikt XVI. nur schwer zurechtkommen, nicht umgekehrt.
Dieser Papst ist wichtig und wertvoll
Es sind Fehler geschehen, die muss man diesem Papst ankreiden. Es gab Missverständnisse, die scharf kritisiert werden dürfen. Aber was wir nicht können: diesen Papst dafür rügen, dass es sich nicht nach unserem Geschmack richtet und unseren Vorstellungen anpasst. Eine mahnende Kirche, und das ist immer eines der zentralen Anforderungsprofile gewesen, muss unbequem sein.
Wenn ich deshalb ehrlich bin: Mein Verstand sagt mir, dass dieser Papst wichtig und wertvoll ist, weil er die nötige Grundlagenarbeit für das Christentum leistet. Ich weiß, dass wir froh sein können, einen Heiligen Vater zu haben, der das Evangelium unabhängig von Geschmack und Trend verkündet. Der Papst soll ein Felsen sein, der den Strömungen der Zeit widersteht. Benedikt XVI. ist so ein Felsen.
Und mein Gefühl sagt mir: Ich bin enttäuscht, dass Benedikt XVI. Benedikt XVI. ist.
Simon Biallowons (12.5.09)