13. Mai 2010 – Göttliche Liturgie zum Himmelfahrtstag
Mit mehreren Gottesdiensten ist der Ökumenische Kirchentag am Donnerstag in München fortgesetzt worden. Religiöser Höhepunkt war eine zentrale ökumenische Feier zu Christi Himmelfahrt auf dem Odeonsplatz in der Innenstadt, an der nach Veranstalterangaben rund 10.000 Menschen teilnahmen. Sie stand unter dem Motto "Hier berühren sich Himmel und Erde". Zuvor hatten Katholiken, Protestanten und Orthodoxe getrennt nach Konfessionen Gottesdienste gefeiert.
Den Auftakt bildeten um 8.30 Uhr eine katholische Messe in der Frauenkirche und ein evangelischer Gottesdienst in der Markuskirche. Die Orthodoxen feierten in der vollbesetzten Salvatorkirche eine „Göttliche Liturgie“ in deutscher und griechischer Sprache. Dabei riefen der griechisch-orthodoxe Bischof Vasilios (Stuttgart) und Archimandrit Peter Klitsch (München) die Kirchen zur Einheit auf.
In der überfüllten Frauenkirche ermunterte Erzbischof Marx die Gesellschaft zu einer Neuausrichtung auf christliche Werte. Die Gesellschaft brauche ein neues Koordinatensystem, das auf Christus ausgerichtet sei. Auch die Kirche benötige diese Neuausrichtung, sagte er mit Blick auf den Missbrauchsskandal. An dem Gottesdienst nahmen etwa 20 katholische Bischöfe teil, darunter der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst.
Einen offenen und geradlinigen Umgang mit den eigenen Fehlern wünschte sich der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich von den Christen und von seiner Kirche. Es schaffe Glaubwürdigkeit für die Botschaft Jesu Christi, wenn wir „unser ganzes Leben so gestalten, dass es von der Erwartung auf Jesu Wiederkunft zeugt“, sagte er in der überfüllten Markuskirche. „Nicht klein reden, vertuschen, unter den Teppich kehren, sondern benennen und bekennen und daraus Konsequenzen ziehen“, so Friedrich. Dabei gehe es nicht darum, verkrampft zu versuchen, ein besseres Leben zu führen, sondern auf die Kraft Gottes zu setzen.
Im Anschluss an die Gottesdienste zogen die Teilnehmer bei Nieselregel in Prozessionen zur zentralen Ökumenischen Feier, die von den Bischöfen Friedrich, Vasilios und Marx geleitet wurde.