Philosophieren – das ist wenn man ganz tief nachdenkt und dann seine Gedanken mit anderen teilt. Philosophieren, das konnten die Griechen vor 2000 Jahren schon. Und eigentlich ist es kinderleicht. Sagt zumindest Pädagogin Roswitha Wiesheu, Leiterin der Akademie „Kinder philosophieren“ im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft. Zum Ökumenischen Kirchentag hat sie sieben Mini-Philosophen in das Haus der sozialen Marktwirtschaft eingeladen. Philosophieren heißt hier, auf Kissen im Kreis sitzen, den anderen zuhören und den Finger heben, wenn man selbst etwas sagen will. Fast wie in der Schule. „Nur dass es hier kein richtig und falsch gibt“, sagt Roswitha Wiesheu. „Die Kinder sollen erfahren, dass sie sich ihre eigenen Gedanken machen und diese auch äußern dürfen.“
Im Haus der sozialen Marktwirtschaft geht es um Geld und um Gerechtigkeit. Die Kinder schließen die Augen, die Pädagogin gibt ihnen Münzen und Scheine in die Hand – und binnen Sekunden haben die kleinen Philosophen ertastet, was sie da in den Fingern halten: „Eine 20er-Münze“, ruft Benedikt (8) sofort. Vroni (5) freut sich, dass ihr Euro so schön gold und silbern glänzt, und Jonathan (4) wedelt stolz mit seinem Fünf-Euro-Schein. Geld – das kennen sie alle. Schließlich hat jeder von ihnen eine Spardose daheim.
Eines ist ganz klar: "Geld ist wichtig"
„Und wo kommt es her?“ fragt Roswitha Wiesheu. „Ich finde manchmal etwas auf dem Boden“, antwortet Lukas (5). Vroni bekommt es von ihrer Oma, und Jonathan ist sich ziemlich sicher, dass die Mama Münzen und Scheine vom Einkaufen mitbringt. „Nein“, sagt Benedikt. „Geld kommt aus dem Geldautomaten. Da steckt man eine Karte rein und dann kommt Geld raus.“ In einem Punkt allerdings sind sich die Kinder einig: Geld ist wichtig. Wer keines hat, kann sich nichts zu essen kaufen und wer nichts zu essen hat, der stirbt. Amaya (5) möchte deswegen später auch mal richtig viel verdienen. Jonathan auch. Ein Schloss würde er sich dann kaufen. Und Lucas würde in ein eigenes Fußballstadion investieren, damit er ganz alleine bestimmen kann, wer dort spielen darf. Denn wer Geld hat, hat auch Macht. Das hat der Fünfjährige bereits begriffen.