Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Kommentar zum "Spiegel"

Liborius Verlagsgruppe Bayerisches Sonntagsblatt Liborius Magazin Liboriusblatt
Dienstag, 22. Mai 2012 Julia, Rita, Renate
Augenblicke|Nachrichten|Wissen|Unser Glaube|Specials|Forum|E-Cards|Spiele

Etappen Ihres Lebens: Taufe | Kommunion | Firmung | Ehe | Trauer

Drucken | Versenden | Mail an die Redaktion

Der Tag

 

"Die Scheinheiligen" titelt der aktuelle "Spiegel" auf seinem aktuellen Cover - bezugnehmend auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Marion Krüger-Hundrup zitiert Schlüsselstellen aus dem Artikel und fragt:

 

Wer ist hier scheinheilig?

Geschmacklos: "Der Spiegel" zeigt auf seinem Cover einen Priester - kopflos und mit der Hand am Geschlechtsteil

Wenn es um einen vermeintlichen Schlag gegen die katholische Kirche geht, ist der „Spiegel“ bekanntermaßen immer zur Stelle. Die neueste Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins will mit seiner Titelstory die Kirche sogar „in eine ernsthafte Krise stürzen“: „Die Scheinheiligen –Die katholische Kirche und der Sex“ heißt die Geschichte um Missbrauch und Vertuschung. Acht Redakteure haben recherchiert, um zu belegen, dass die Kirche ein einziger Sumpf ist. Dass sie aber damit nichts anders tun, als einen billigen Voyeurismus zu befriedigen und altbekannte Vorurteile neu anzuheizen, scheint ihnen nicht bewusst zu sein.

Mangel an Respekt vor den Opfern

Sorgfältige Recherche mit dem Ziel einer objektiven Wahrheitsfindung sieht nämlich anders aus. Auch Respekt vor den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester spricht nicht aus der Gemengelage von Behauptungen und rhetorischen Suggestivfragen.

Niemand in der katholischen Kirche leugnet doch, dass es in ihren Reihen Täter gibt. Die aktuellen Debatten um die Missbrauchsfälle in Jesuitenschulen stellen dies unter Beweis. Dass der „Spiegel“ daraus einen Generalverdacht gegen die Institution Kirche strickt, passt in die mediale Welt, entbehrt aber jeder Grundlage.

Der „Spiegel“ schreibt: „Die Einzelfallthese der Amtskirche lässt sich bei bislang bundesweit mindestens 94 Verdächtigen nicht länger halten, darunter sind auch Laien-Mitarbeiter der Kirche…, Angestellte der Caritas oder ehrenamtliche Helfer.“

Die Personalstatistiken, die jeder problemlos im Internet nachblättern kann, widerlegen diesen Satz: In der deutschen katholischen Kirche gibt es 20.000 Welt- und Ordenspriester sowie Ständige Diakone, 9000 Gemeinde- und Pastoralreferenten, 30 000 Ordensleute, 520.200 hauptberufliche Caritas-Mitarbeiter, ebenfalls eine halbe Million Ehrenamtliche allein in der Caritas. Die ehrenamtlichen Kräfte in den Pfarreien und sonstigen kirchlichen Einrichtungen mitgerechnet, kommen noch einmal Hunderttausende dazu. Auch eine andere Zahl verschweigt der „Spiegel“: Seit 1995 hat es in Deutschland rund 210.000 polizeilich erfasste Fälle von Kindesmissbrauch gegeben. Ist da die Zahl von 94 Verdächtigen nicht doch verschwindend gering?

Konsequenterweise macht der „Spiegel“ die verkorkste Sexualmoral der katholischen Kirche und den Zölibat als Urheber für lüsterne Priester aus.

Der Spiegel schreibt: „Nur die Kirche hält an ihren jahrhundertealten Moralvorstellungen fest“. Weiter im Text: „Angesichts des Nachwuchsmangels nimmt die Kirche beinahe jeden, der sich entschließt, Priester werden zu wollen. Dass darunter immer mehr junge Männer sind, die den Priesterberuf auch deshalb reizvoll finden, weil sich dort ihre sexuellen Probleme scheinbar am besten kaschieren lassen, das wollen in der Amtskirche nur wenige wahrhaben.“

Offensichtlich ist keiner der acht „Spiegel“-Rechercheure auf die Idee gekommen, in einem Priesterseminar nachzuhaken. Sonst hätten sie sehr schnell herausgefunden, welch strenge Kriterien an die Kandidaten angelegt werden. Und dass in ihrer Ausbildung sehr wohl das Thema Sexualität eine Rolle spielt. Obendrein gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass Fälle von Pädophilie unter Zölibatären häufiger vorkämen, als in sonstigen außerkirchlichen Personenkreisen. Auch davon will der „Spiegel“ nichts wissen.

Nur ein Punkt geht an den "Spiegel"

In einem hat der „Spiegel“ allerdings recht: Viel zu lange hat die katholische Kirche im Umgang mit Tätern eine verhängnisvolle Geheimhaltung praktiziert. Wenn dem „Spiegel“ aber an einer fairen Berichterstattung gelegen wäre, hätte er das massive Umdenken bis in die oberste hierarchische Spitze hinein zur Kenntnis nehmen müssen. Die Fürsorge für die Opfer hat demnach Priorität, nicht der Täterschutz.
„Die Amtskirche möchte die Leiden ihrer Opfer lieber nicht zum großen Thema machen. Sie passen nichts ins Weltbild der Scheinheiligen“, meint der „Spiegel“.  Nach der Lektüre dieser „Enthüllungsstory“ stellt sich schon die Frage, wer hier eigentlich scheinheilig ist.

Marion Krüger-Hundrup (11.2.2010)




Übermittlung Ihrer Stimme...
3.5 (37 x bewertet)


Die Kommentare der Liborius-User:


von Impapseacives

am Samstag, 24. April 2010

NEXT DOOR NIKKI GALLERY
http://profiles.friendster.com/120723560 - NEXT DOOR NIKKI GALLERY
NEXT DOOR NIKKI GALLERY
http://profiles.friendster.com/120723560 - NEXT DOOR NIKKI GALLERY
CELEBRITY LEG GALLERY
http://profiles.friendster.com/120723573 - CELEBRITY LEG GALLERY
CELEBRITY LEG GALLERY
http://profiles.friendster.com/120723573 - CELEBRITY LEG GALLERY
AMANDA BYNES NUDIES
http://profiles.friendster.com/120723588 - AMANDA BYNES NUDIES
AMANDA BYNES NUDIES
http://profiles.friendster.com/120723588 - AMANDA BYNES NUDIES
KEIRA KNIGHTLEY BREASTS
http://profiles.friendster.com/120723613 - KEIRA KNIGHTLEY BREASTS
KEIRA KNIGHTLEY BREASTS
http://profiles.friendster.com/120723613 - KEIRA KNIGHTLEY BREASTS
PAMELA UNCENSORED
http://profiles.friendster.com/120723627 - PAMELA UNCENSORED
PAMELA UNCENSORED
http://profiles.friendster.com/120723627 - PAMELA UNCENSORED

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Herbert S.

am Dienstag, 9. März 2010

Der Verfall von Sitte und Moral macht vor nichts und niemand halt: weder vor der Kirche und schon garnicht vor der Presse, welche der Mensch (wie die AMTSKIRCHEN) geschaffen hat: heute weniger um informiert zu werden, als vielmehr dessen Neugierwahn zu stillen. Natürlich interessiert sich der SPIEGEL weniger für gute Aufklärung und um die Opfer, als vielmehr um die Auflage. Auch hier regiert das Geld und nicht die Wahrheit. ABER wieviele treue Katholiken, Getaufte, scheinbar Fromme sind treue Bezieher und Leser gerade solcher Blätter und warten gierig darauf, was SPIEGEL, FOCUS, STERN etc. in der nächsten Ausgabe wieder aufdeckt und sponsoren somit gerade das, was jetzt kritisiert und vielleicht sogar verdammt wird? Scheinheiligkeit ist auch Doppelzüngigkeit, bzw. reden und denken mit gespaltener Zunge: und da sollte sich jeder an der eigenen Nase fassen. Dort ist es sexueller Missbrauch, hier ist es Missbrauch des WORTES GOTTES, was die Ursache für jede Art von Missbrauch und Entgleisung ist. Die Aufarbeitung der geernteten Früchte, gleich auf welche Art und Weise hält uns davon ab, das Übel bei der Wurzel zu packen.

Übermittlung Ihrer Stimme...
2.0 (3 x bewertet)
 

von Wiltrud Wendels

am Samstag, 6. März 2010

So viele Möglichkeiten hätte die Presse gute Aufklärung zu leisten,auch in vielen anderen Bereichen.
Das würde unserer Gesellschaft von Nutzen sein!Die zerstöreriche Hetze durch Wort und Bild nutzt nur dem Umsatz des Verlages,aber nicht der Gesellschaft. Siehe auch Titelbild Griechenland,wird dadurch gute Aufklärung geleistet?nein nur Haß geschnürt.

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.3 (3 x bewertet)
 

von Wiltrud Wendels

am Samstag, 6. März 2010

So viele Möglichkeiten hätte die Presse gute Aufklärung zu leisten,auch in vielen anderen Bereichen.
Das würde unserer Gesellschaft von Nutzen sein!Die zerstöreriche Hetze durch Wort und Bild nutzt nur dem Umsatz des Verlages,aber nicht der Gesellschaft. Siehe auch Titelbild Griechenland,wird dadurch gute Aufklärung geleistet?nein nur Haß geschnürt.

Übermittlung Ihrer Stimme...
4.2 (4 x bewertet)
 

von stephan

am Sonntag, 14. Februar 2010

Redakteure solcher Zeitschriften haben die Aufgabe die Auflagen zu steigern. Jeder weiß, dass Redakteur sein harte Arbeit ist, da wird skrupellos gearbeitet. Habe es immer wieder erlebt, dass Journalisten mit Freuden auf Menschen einprügeln. Die Sensation ist alles und natürlich das Geld. Wie bei den Spekulanten: Mehr und nochmals mehr. Das Ansehen der Journalisten ist in der Bevölkerung dadurch ganz unten. Schade nur für die Redakteure die gute Arbeit leisten. Sie werden, wie die Kirchen vom Spiegel, von der Bevölkerung auch mit vernichtender Meinung abgestraft. Die primitive Meinung des Spiegels ist "Sippenhaft". Die Frage ist wie lange sich das der mündige Bürger in unserem Land noch gefallen lässt.
So habe ich mir sagen lassen, dass solche Berichte von dummen Redakteuren für dumme Leser gemacht werden. Vielleicht hat jener Bürger mit dieser Meinung recht.

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.0 (7 x bewertet)
 

von Bernd Henniges

am Freitag, 12. Februar 2010

Dass der Spiegel, wie andere Boulevardblätter, sich mit wollüstigem Triumphgeschrei und blindem, dumpfen Eifer auf dieses Thema und auf die katholische Kirche stürzt, war wohl nicht anders zu erwarten. Den Gipfel der geistlosen Geschmacklosigkeit erreicht aber das Titelbild. Es ist eines der zahlreichen Beispiele für zunehmende Sexualisierung und Pervertierung der Medienwelt, die der Öffentlich zugemutet werden. Die Hemmschwelle für Sex- und Gewaltdarstellungen sinkt immer weiter.

Übermittlung Ihrer Stimme...
4.3 (10 x bewertet)
 

von Barbara Niggemann

am Freitag, 12. Februar 2010

Good news are no news, das ist bekannt! Also her mit den schlechten Nachrichten - sonst würde die Zeitungen ja keinen interessieren. Und wenn man der Kirche endlich mal "was an's Zeug flicken" kann - um so besser, da muss man nicht alles so genau nehmen. In jeder Berufssparte ist sexueller Missbrauch zu finden, ob am Arbeitsplatz, Schule, Heimen etc.. Wir haben es mit Menschen zu tun - beim Missbrauch wie bei den Zeitungen - und eben auch bei der Kirche. Statt mitzuhelfen, dass so etwas nicht mehr vorkommen kann, haut man lieber in die Kerben - schließlich muss man ja von etwas leben.

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.4 (8 x bewertet)
 

von Maria Werner

am Freitag, 12. Februar 2010

Sehr verehrte Damen und Herren!
Ich finde es mehr als traurig, dass der SPIEGEL seine Auflage mit diesem Thema steigern will. Glauben Sie nicht, dass ich für Verdrängung oder auch Vertuschen der Angelegenheit bin. Es gehört aufgeklärt, aber bitte RICHTIG!
Wer den Spiegel kennt, weiß, dass dort schon immer mehr als oberflächlich recherchiert (also überhaupt nicht) wurde. Aber den Lesern des Spiegels geht es nicht um Wahrheiten, sondern nur um Sensationen. Ob sie nun der Wahrheit entsprechen, oder nicht. Hauptsache wir haben eine aufreisserische 1. Seite, nicht wahr meine Damen und Herren Redakteure des Spiegels?
Maria Werner, Wolfsegg

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.5 (10 x bewertet)
 

von Sebastian Alkofer

am Freitag, 12. Februar 2010

Das ein Blatt wie der Spiegel, aufreisende Themen zu vermarkten weis, ist ja hinlänglich bekannt. Für die entsprechenden Redakteure geht es nur um eins, die Auflage zu steigern!

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.3 (9 x bewertet)
 

von Elsa

am Freitag, 12. Februar 2010

Herzlichen Glückwunsch zu diesem mutigen Kommentar, Frau Krüger-Hundrup.

Übermittlung Ihrer Stimme...
3.0 (5 x bewertet)
 
 

Ihre Meinung zu diesem Thema (Sie müssen nicht angemeldet sein):

Ins Gästebuch eintragen
  (wird nicht angezeigt)
(* Pflichtfeld)

Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt