Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Küngs Missbrauch

Liborius Verlagsgruppe Bayerisches Sonntagsblatt Liborius Magazin Liboriusblatt
Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
Augenblicke|Das Magazin|Nachrichten|Wissen|Unser Glaube|Specials|Forum|E-Cards|Spiele

Etappen Ihres Lebens: Taufe | Kommunion | Firmung | Ehe | Trauer

Drucken | Versenden | Mail an die Redaktion

Der Tag


Küngs Missbrauch

Am Ende einer furchtbaren Woche für die beiden großen christlichen Kirchen in diesem Land, in der katholische Institutionen weiteres Vertrauen verloren haben und die Protestanten ihre Vorsitzende, meldet sich nun Hans Küng zu Wort. Er tut dies an diesem Samstag in einem Kommentar in der Süddeutschen Zeitung. Die Überschrift „Zölibat und Missbrauch“ fasst knapp zusammen, wie der Schweizer Theologe das bittere Thema sexueller Übergriffe für seine notorische Kritik am Zölibat missbraucht

Theologe Hans Küng (Foto: dpa/picture-alliance)

Das verspricht spannend zu werden. Hans Küng leitet seinen Beitrag mit folgenden Worten ein: „Erste Behauptung: Sexueller Missbrauch durch Kleriker hat nichts mit dem Zölibat zu tun. Einspruch! Nicht zu bestreiten ist zwar, dass solcher Missbrauch auch in Familien, Schulen, Vereinen und auch in Kirchen ohne Zölibatsgesetz vorkommt. Aber warum massenhaft gerade in der von Zölibatären geleiteten katholischen Kirche?“

Vielleicht kommt ja ausgerechnet von einem der prominentesten Zölibatskritiker im deutschsprachigen Raum eine schlüssige Erklärung, dass die frei gewählte Ehelosigkeit und sexueller Missbrauch tatsächlich in ursächlichem Zusammenhang stehen.

Von Verhütung bis Zölibat: Jesus und die Apostel haben das alles nicht gewollt

Wer das erwartet, wird enttäuscht: Ebenso übergangslos wie vorhersehbar kombiniert Küng den Zölibat, die „verkrampfte“ Sexualmoral der Kirche und die Empfängnisverhütung gleich mit, um mit dem Verweis auf einige Bibelstellen klarzumachen, dass Jesus und die Apostel das alles nicht gewollt hätten. Es ist eine theologische Belehrung, die man so und ähnlich schon hunderte Male gehört und gelesen hat. 

Selbstverständlich kann man grundsätzlich über die Sinnhaftigkeit des Zölibats diskutieren. Er ist eine von Menschen aufgestellte Regel. Also kann man: sie einhalten, dagegen verstoßen, sie anpassen oder eben auch abschaffen. Aber darum geht es bei der heiklen aktuellen Frage des sexuellen Missbrauchs an katholischen Einrichtungen nicht!

Die Familie ist das Gegenmodell zum Zölibat

Die Situation ist folgende: Jahrzehntelang sind im Verborgenen katholische Geistliche an ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen schuldig geworden. Die katholische Kirche hat systematisch dafür gesorgt, dass diese Taten bis vor wenigen Wochen auch im Verborgenen geblieben sind. Das löst ein kaum zu beschreibendes Schamgefühl aus. Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen kommt in allen Bereichen unserer Gesellschaft vor, sehr häufig in der Familie. Die Familie aber ist das Gegenmodell zur Lebensform der Ehelosigkeit. Deshalb ist es scheinheilig, im Fall der katholischen Kirche den Zölibat als eine der „wesentlichen strukturellen Ursachen“ (Küng) der Missbrauchsfälle zu geißeln. 

Es kann sogar sein, dass ein Zusammenhang zwischen Zölibat und sexuellem Missbrauch durch Geistliche besteht. Es ist möglich, aber eben nicht bewiesen. Deshalb ist bis jetzt jede Generalkritik am System der katholischen Kirche unseriös und verantwortungslos - vor allem, wenn sie so durchschaubar daherkommt wie jene von Hans Küng.

André Lorenz

Den katholischen Standpunkt zu aktuellen Themen finden Sie jeden Monat auch im Liborius Magazin




Übermittlung Ihrer Stimme...
2.6 (9 x bewertet)


Die Kommentare der Liborius-User:


von Souris Elephant

am Dienstag, 19. Juli 2011

Sie wollten frömmer sein als andere und sind dabei Perversitäten verfallen, die ihresgleichen suchen. Das erinnert mich an das Zitat: "Der Teufel ist der Affe Gottes" - und dann stellen Sie mal die katholischen Dogmen nebendran, vielleicht fällt Ihnen dann was auf.

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Traumatisiert

am Samstag, 11. September 2010

Hans Küng mag vielleicht theologische Rückgriffe getätigt haben, die man schon hundert mal gehört und gelesen hat. Und auch sonst durch theologische Thesen bei manchen oder vielen angeeckt sein. All das ihm entgegen zu halten ist mindestens genauso undifferenziert und neben der Sache, wie die derselbige Vorwurf an ihn. So kommt niemand weiter in der Diskussion.
Unbestritten ist, dass das System "Kirche" die Missbrauchsfälle geradezu begünstigt hat. Dazu gehört nicht nur das Vertuschen und Verdecken in den eigenen Reihen, was der Kirche nun umöglich macht, von sich weg auf andere zu zeigen. Vor allem aber die kirchliche Sexualmoral hat das begünstigt, indem sie Teile der Schöpfung Gottes (Körperloichkeit, Sexualität) mit menschlichen Maßstäben belegt und verurteilt hat. Damit entfremden sich die Menschen von Gott und dem Leben, auch wenn es (vielleicht) gut gemeint war und ganz sicher hochtheologisch zu belegen. Aber auch die Theologie ist von Menschen gemacht und der Versuch, Gott zu begreifen. Das kann schon mal in die Hose gehen, sprichwörtlich.

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Carmen Kastner

am Freitag, 26. März 2010

Wer die Bücher von Hans Küng liest erkennt schnell, dass er fast alle wesentlichen Glaubenslehren der kath. Kirche in Frage stellt, oder verneint.
Dass ist seine Privatsache. Er sollte sich aber nicht anmaßen so zu tuen, als sei er der wirkliche und wahre Katholik.
Küng wurde nicht ohne Grund von den Freimaurern geehrt. Seine Vorstellungen sind nach meiner Auffassung oft nicht mit der Bibel in Einklang zu bringen. Er sollte nie für die kath. Kirche sprechen, sondern immer nur für sich. Auch Eugen Drewermann
steht weit ab mit seiner psychologisierten Bibelexegese. Kein Katholik sollte dem folgen.
Wer Wunder nur als Symbol wertet, oder Jesus als Gottheit in Zweifel zieht wie Küng vertritt einen Glauben, den es so eigentlich gar nicht gibt.
Seine Schriften führen von Gott so weit weg, dass er nicht mehr erfahrbar ist.
Dass Küng sich jetzt zum Papstkritiker medienwirksam hoch stilisieren läßt ist seiner Eitelkeit
geschuldet. Dass er sich selbst für den besseren Theologen hält ist kein Geheimni, aber absurd.
Wenn sich jeder Gläubige seinen eigenen Privatglauben zurecht basteln würde gäb es keine Kirche und keine Katholiken mehr.Wir sollten der Kirche bei ihren großen Problemen helfen, sie zur Aufklärung anhalten, damit auch den Opfern genüge getan wird.
Gott behüte die heilige katholische Kirche und schütze sie vor Angriffen des Teufels.




Diesem Kommentar ist hundertprozentig zuzustimmen.

Übermittlung Ihrer Stimme...
5.0 (2 x bewertet)
 

von Klaus

am Mittwoch, 24. März 2010

Wer die Bücher von Hans Küng liest erkennt schnell, dass er fast alle wesentlichen Glaubenslehren der kath. Kirche in Frage stellt, oder verneint.
Dass ist seine Privatsache. Er sollte sich aber nicht anmaßen so zu tuen, als sei er der wirkliche und wahre Katholik.
Küng wurde nicht ohne Grund von den Freimaurern geehrt. Seine Vorstellungen sind nach meiner Auffassung oft nicht mit der Bibel in Einklang zu bringen. Er sollte nie für die kath. Kirche sprechen, sondern immer nur für sich. Auch Eugen Drewermann
steht weit ab mit seiner psychologisierten Bibelexegese. Kein Katholik sollte dem folgen.
Wer Wunder nur als Symbol wertet, oder Jesus als Gottheit in Zweifel zieht wie Küng vertritt einen Glauben, den es so eigentlich gar nicht gibt.
Seine Schriften führen von Gott so weit weg, dass er nicht mehr erfahrbar ist.
Dass Küng sich jetzt zum Papstkritiker medienwirksam hoch stilisieren läßt ist seiner Eitelkeit
geschuldet. Dass er sich selbst für den besseren Theologen hält ist kein Geheimni, aber absurd.
Wenn sich jeder Gläubige seinen eigenen Privatglauben zurecht basteln würde gäb es keine Kirche und keine Katholiken mehr.Wir sollten der Kirche bei ihren großen Problemen helfen, sie zur Aufklärung anhalten, damit auch den Opfern genüge getan wird.
Gott behüte die heilige katholische Kirche und schütze sie vor Angriffen des Teufels.

Übermittlung Ihrer Stimme...
4.3 (6 x bewertet)
 

von Renate

am Dienstag, 23. März 2010

@ Heinz Höver

"Toren haben ihr Herz im Maul", Sir 21,26

Übermittlung Ihrer Stimme...
1.0 (1 x bewertet)
 

von Carmen Kastner

am Sonntag, 21. März 2010

Klug sind diejenigen, die sich nicht durch diffamierende Pressemitteilungen manipulieren lassen. Langsam müsste es auch dem allerletzten auffallen, mit welchen Mitteln die Medien versuchen, die katholische Kirche aus der Gesellschaft zu verdrängen. Die antikatholische Tendenz in der Presse ist doch frappierend.
Nachdem ich Papst Benedikts Buch "Jesus von Nazareth" gelesen habe, bin ich restlos von ihm und seinem Handeln überzeugt. Er wird es schaffen, das Ruder in unserer tabulosen und völlig säkularisierten Welt herumzureissen.

Übermittlung Ihrer Stimme...
2.2 (5 x bewertet)
 

von Heinz A. Höver

am Samstag, 20. März 2010

Herr Küng ist unmöglich! Er war wohl Zeit seines Lebens kein wirklicher Katholik. Ich empfehle ihm, die Werke seines Ex-Kollegen Joseph Ratzinger
zu lesen - nicht böse sein, ich bin durch Letzteren katholisch geworden und liebe unsere Mutter Kirche. Gott schütze unseren wunderbaren Papst BenediktXVI!

Gruß und Gottes Segen

Heike Solms


Frau Solms sollte sich wirklich einem guten Psychotherapeuten anvertrauen.Ratzinger hat in seinem Schrifttum nur ausgegrenzt, diffamiert und den Besserwisser gespielt. Seine Botschaft ist eindeutig eine Drohbotschaft und keine Frohe Botschaft. Er hat mit Jesus Christus recht wenig zu tun. Sein Bruder entpuppt sich sogar als notorischer Lügner. Opus Dei halt!
Der Papst hat Denker wie Drewermann, Boff und Küng verurteilt, dafür Nazis wie Williamson und die Pius-Brüder hervorgehoben und die Holocaust-Opfer zutiefst gedemütigt. Es wird höchste Zeit für einen Rücktritt. Dieser Pontifikat ist total an die Wand gefahren! Seine Verantwortlichkeit für die Vertuschung der Missbrauchs-Skandale seit 2001 stellen auch seine miesen Charaktereigenschaften stark heraus. Wenn in Irland 5-jährige Mädchen penetriert wurden und dies seit 1962 5 (!) Päpsten bekannt war, ist das ein Verbrechen, oder sauber ausgedrückt die Beihilfe dazu. Er hat auch dem Beihilfe-Treiben von Bischof Müller aus Regensburg keinen Einhalt geboten. Pfui! Ich kann meinen Ekel vor dieser Kirche kaum in Worte fassen!

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Heike Solms

am Freitag, 19. März 2010

Herr Küng ist unmöglich! Er war wohl Zeit seines Lebens kein wirklicher Katholik. Ich empfehle ihm, die Werke seines Ex-Kollegen Joseph Ratzinger
zu lesen - nicht böse sein, ich bin durch Letzteren katholisch geworden und liebe unsere Mutter Kirche. Gott schütze unseren wunderbaren Papst BenediktXVI!

Gruß und Gottes Segen

Heike Solms

Übermittlung Ihrer Stimme...
5.0 (2 x bewertet)
 

von Carmen Kastner

am Donnerstag, 18. März 2010

Ich kann Hans Küng in keiner Weise beipflichten. Der Zölibat ist nicht des Wurzels Übel. Aufgrund der antikatholischen Berichterstattung in den Medien sieht es tatsächlich so aus, als ob der sexuelle Missbrauch per se und Pädophile nur im Bereich der katholischen Kirche zu finden wäre. Fakt ist jedoch, dass die Fälle von sexuellem Missbrauch, begangen von katholischen Priestern, nur im Promillebereich liegen.
Die Tendenz der Medien geht dahin, durch reisserische Berichterstattung und Verbreitung von Halbwahrheiten die Grundpfeiler der katholischen Kirche zum Einstürzen bringen zu wollen. Die Kirche und der Papst symbolisieren immer noch eine gewisse Moralvorstellung, die von unserer säkularisierten Gesellschaft ausgeblendet werden soll. Kirche wird nur noch geduldet, wenn sie bestimmte Sozialeinrichtungen unterhält und zahlt. Ansonsten sollte sie am besten von der Bildfläche verschwinden.
Sind wir in der Kirche, weil wir an Gott und an seinen Sohn Jesus Christus, als Ursakrament glauben, oder an die Menschen, die in ihr sind?
2. Nehmen wir für uns in Anspruch, ohne Sünde zu sein?
Es besteht kein Zweifel: jeder Kindesmissbrauch ist einer zuviel, aber die Kirche; besteht ebenso wie Sport- und Jugendvereine oder Schulen aus fehlbaren Menschen. Und der Grundsatz „Ohne Kirche kein Heil“ gilt noch immer.
Wer also wegen des Fehlverhaltens von Menschen überlegt, die Kirche zu verlassen, hat eigentlich geistig längst mit ihr und Gott gebrochen und bastelt sich seinen eigenen Glauben zurecht.

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 

von Heinz Höver

am Mittwoch, 17. März 2010

Hans Küng hat vollkommen Recht,wenn er heute in der SZ die persönliche Verantwortung des Papstes herausfordert.Als Präfekt der GG hat Ratzinger vertuscht bis zum geht-nicht-mehr.Er müsste wie ein Konzernchef zurücktreten,denn ein Konzern ist die Kirche!Die Kirche m u s s auch die Therapiekosten der Opfer übernehmen sowie die Beisetzungskosten der durch Abschiedsbriefe nachgewiesenen Selbstmordopfer (durch Missbrauch).Es ist beschämend,dass man in Irland geblecht hat und jetzt Spenden sammelt. Pfui!Kapieren Sie nicht:die Zeit der alten Männer in der Kirche geht zu Ende!Wenn Sie überleben wollen, muss Mütterlichkeit her!Dogmen und Hierarchie sind nicht mehr gewünscht,vielleicht noch in Polen u.Lateinamerika.In Europa werden Ihnen die Schäfchen laufen gehen.Wenn Sie den unseligen Pius XII.selig sprechen, werden Sie noch erleben,wie es eine Riesenaustrittswelle gibt. Noch ist Zeit zur Besinnung in Ihrem Tun. Heinz A. Höver, Bad Münstereifel

Übermittlung Ihrer Stimme...
noch nicht bewertet
 
 

Ihre Meinung zu diesem Thema (Sie müssen nicht angemeldet sein):

Ins Gästebuch eintragen
  (wird nicht angezeigt)
(* Pflichtfeld)

Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt