Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Sein Katholikentag – 23. Mai

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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Sein Katholikentag

 

Tour de Osnabrück

Den Katholikentag kann man auf zwei Arten erleben. Entweder man sucht sich gezielt Veranstaltungen heraus und hält sich an einen strikten Zeitplan. Gerade für große Events mit Prominenten ist das oft unverzichtbar. Oder aber man lässt sich durch die Kirchenmeile treiben, am Dom und dem geistlichen Zentrum vorbeispülen, und landet vielleicht im Eine-Welt-Zentrum oder der Jugendkirche. Hat man Glück, wird man mit interessanten Eindrücken überschwemmt – so wie ich heute. Denn ich habe mich treiben lassen, ein tolles Erlebnis.

Meine Tour startet wie immer bei der Stadthalle, den Schlossgarten im Rücken, die Katharinenkirche vor mir. Ich überquere die breite Hauptstraße, laufe durch die Zeltstadt mit den Ständen der verschiedenen Ordensgemeinschaften. Die Brüdergemeinschaft der Canisianer ist da, schon lasse ich die Herz-Jesu-Priester links hinter mit liegen. Ich marschiere an einem Bauplatz vorbei, sehe noch eine kleine Eckkneipe hinter der Straßenecke verschwinden. Warum hetze ich eigentlich so? Ich wollte doch schlendern, mich treiben lassen. Wenn ich wie ein D-Zug durch die Fußgängerzone presche, werde ich nur schwer faszinierende Einzelheiten entdecken. Ich werde langsamer und sehe einen bestuhlten Platz vor mir. Die Stühle sind vor der Caritas-Bühne aufgestellt, eingerahmt von MacDonalds und Pizza Hut. Auf der Bühne gibt es allerdings kein Fast Food, sondern eine ernste Diskussion über „Jeder braucht eine Ausbildung“. Ein kräftiger Mann mit einer schwarzen Helmfrisur redet davon, dass alle Jugendlichen in Deutschland Aufstiegschancen haben müssen. Neben ihm stehen zwei der Angesprochenen, in schwarzen Gothic-T-Shirts, mit langen Haare und wirken ziemlich teilnahmslos. Der Mann mit Helmfrisur ist Hubertus Heil, Generalsekretär der SPD. Kurz bleibe ich stehen, schließlich ist auch die CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer da. Doch das Gespräch besteht aus Standardparolen, kein Wunder dass die beiden Jugendlichen abgeschaltet haben. Sie können eben nicht einfach gehen. Ich schon.

Von der Caritas-Bühne spaziere ich Richtung Dom. Vorbei an Jugendlichen auf dem Boden, Ständen mit Informationszetteln und Luftballon-Sträußen. Schon öffnet sich vor mir die große Domsfreiheit. Links singt ein Chor von mehreren Menschen mit Down-Syndrom. Begleitet werden sie von zwei Gitarren, die Zuhörer klatschen freundlich.

 
Teil 2: Gospel, Gysi und Gedränge

Teil 3: Atheist gegen Katholik, Linker gegen Konservativen


Das Beste aus der katholischen Erlebniswelt