Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Mamma mia, Madonna!

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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glaubenslust – Der Tag


Mamma mia, Madonna

Weltstar Madonna will ein zweites Kind aus dem armen südafrikanischen Staat Malawi adoptieren. Mit dieser Meldung begann vor wenigen Tagen ein Rascheln im Blätterwald. In den nächsten Wochen wird ein Rauschen daraus werden.

Seit die Queen of Pop 2006 den kleinen Halbwaisen David zu sich nahm, werden Adoptionen durch Prominente plötzlich heiß diskutiert und kritisch beäugt.

Von allen Seiten spritzt Gift. Es hagelt Mutmaßungen,Verdächtigungen, Unterstellungen. Sie reichen vom Vorwurf, die Stars wollten sich mit einer guten Tat schmücken, über Babyshopping bis zu illegalen Machenschaften. Beweise fehlen.

 


Der "Madonna-Effekt

Doch damit nicht genug. Kurz nach Madonnas erster Adoption entdeckten britische Wissenschaftler gar den "Madonna-Effekt". Danach hatten 96 Prozent der Kinder in Waisenhäusern armer europäischer Länder noch mindestens einen Elternteil. Sie wurden ins Waisenhaus gegeben, in der Hoffnung, bei reichen Ausländern ein Zuhause zu finden. Das ist eine traurige Wahrheit, aber die Schuld daran trägt nicht Madonna. 

Auslandsadoptionen  sind problematisch. Zum Schutz der Kinder vor Entwurzelung, schreibt die UN-Charta für die Rechte der Kinder vor, dass eine Adoption in ein anderes Land erst dann stattfinden darf, wenn alles versucht wurde, einheimische Eltern zu finden. Der behördliche Weg ist für adoptionswillige Ausländer deshalb  zeit- und nervenraubend. Privatadoptionen andererseits begünstigen skrupellose Geschäftemacher, die über dunkle Kanäle Kinder beschaffen. Ihnen kann nur der Gesetzgeber das Handwerk legen, indem er diesen Adoptionen einen Riegel vorschiebt.

Viele Promis adoptieren

Es ist ein Für und Wider, mit dem sich alle potentiellen Adoptiveltern auseinandersetzen müssen. Nicht nur Madonna oder Angelina Jolie und Ehemann Brad Pitt, die den Medien als Zielscheibe dienen. Sie sind beileibe nicht die einzigen Promis mit internationalem Nachwuchs, und Promi-Adoptionen sind auch keineswegs ein neues Phänomen. Josephine Baker war Mutter von 12 Waisenkindern unterschiedlicher Hautfarben. In Deutschland tragen Adoptivkinder die Namen des ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel ebenso wie des Bundeskanzlers Gerhard Schröder, des Tennisspielers Michael Stich oder der Moderatoren Thomas Gottschalk und Günther Jauch.

Brad Pitt, Angelina Jolie und Familie (Foto: getty)
"Brangelina" & familiy: Die Hollywoodstars Brad Pitt und Angelina Jolie haben bereits vier Adoptiv- und zwei leibliche Kinder (Foto: getty)

 

Ist es der Neid?

Es ist verständlich, dass Hau-Ruck-Adoptionen den Argwohn adoptionswilliger Paare wecken, die jahrelang auf ein Kind warten und vielfältige Prüfungen über sich ergehen lassen. Doch der unterschwellige Vorwurf von Starallüren und Verantwortungslosigkeit ist aus der Luft gegriffen. Nichts spricht für böse Absichten oder dafür, dass Madonna und Co. schlechtere Mütter wären als jede andere Frau.

Wir sollten die Kirche im Dorf lassen: Es gibt - weiß Gott - schrecklichere Kinderschicksale als die des kleinen David, Maddox oder wie sie alle heißen. Weltweit werden Kinder ausgebeutet als billige Arbeitskräfte, Kindersoldaten, Kindersklaven und Kinderprostituierte. Angesichts all des Elends sind die Adoptionen eindeutige Win-Win-Situationen.

 

Rosina Wälischmiller




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