Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Merkel beim ÖKT

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Freitag, 18. Mai 2012 Felix, Burkhard
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Merkel beim ÖKT

Ökumenischer Kirchentag in München, Foto: istock

 

Merkel schwört Bürger auf Sparkurs ein

München (KNA) Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schwört die Bürger auf einen Sparkurs der Regierung ein. Wegen der vereinbarten Schuldenbremse müssten alle Ausgaben nochmals auf den Prüfstand, kündigte Merkel am Freitag auf dem Ökumenischen Kirchentag in München an. Ausdrücklich nahm sie den Bereich der frühkindlichen Bildung aus: Das entsprechende Aufbauprogramm werde «so durchgezogen, wie wir es angekündigt haben».

Führende Politiker der Union hatten in den vergangenen Tagen den Kürzungsforderungen von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für die Bereiche Bildung, Forschung und Familien zugestimmt.

Als eine der Herausforderungen bezeichnete es die Kanzlerin, den sozialen Zusammenhalt und funktionierende Sozialsysteme zu garantieren. Dabei appellierte sie an eine größere Eigenverantwortung des einzelnen. «Wir werden allen helfen, die Hilfe benötigen. Das geht aber nur dann, wenn die, die sich noch selbst helfen können, auch angehalten werden, dies zu tun.» Um die Sozialsysteme zu finanzieren, müsse der Staat zudem gerade jene stärken, die durch ihr Steueraufkommen Hilfen erst ermöglichten, so die Kanzlerin. Sie plädierte jedoch auch für eine höhere Besteuerung des Finanzwesens. Banken und hohe Boni müssten «stärker als bisher rangenommen werden», so Merkel.

Der katholischen Kirche bescheinigte sie, bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals auf dem richtigen Weg zu sein. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hätten die Dinge richtig angepackt. Die Opfer könnten nun sicher sein, gehört zu werden, unterstrich die Kanzlerin. «Es ist in der Kirche eine Atmosphäre entstanden, in der gehandelt wird.»

Merkel machte deutlich, dass sie sich ein offensiveres Auftreten von Christen in der Öffentlichkeit wünscht. Sie sollten «Zeugnis ablegen von ihrem Glauben» und «weiter die Gesellschaft durchdringen». Das sei wichtig gerade in Zeiten, in denen der Gesellschaft vieles an Wissen um kulturelle Identität verlorengehe. Der eine oder andere mokiere sich über Moscheebauten und den Besuch vieler Muslime in ihren Gottesdiensten, meinte die Kanzlerin. Dann sollten die Christen doch ihrerseits Gottesdienste besuchen oder für den Besuch werben.

Merkel betonte, sie schätze den globalen Charakter der katholischen Kirche. Sie nannte es «unglaublich spannend, dass es wirklich eine Weltkirche ist». Der Papst als Institution «denkt global». Bei Besuchen im Vatikan spüre man den weltweiten Ansatz. Als Besonderheit, die sie auf evangelischer Seite schätze, nannte sie die Sangesfreude. In deren Gottesdiensten könne man mehr Lieder singen.




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