Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Neuer Bischof: Berlin ist ein recht junges Bistum

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Montag, 21. Mai 2012 Hermann Joseph , Erenfrid
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Glaube und Medien

Neuer Bischof: Berlin ist ein recht junges Bistum

Wenn heute der neue Bischof von Berlin sein Amt antritt, übernimmt er die Leitung eines Bistums, das gerade mal 81 Jahre alt ist.

St. Hedwigs-Kathedrale: Sichtbares Zeichen für den Katholizismus in Berlin (Fotos:dpa)
St. Hedwigs-Kathedrale: Sichtbares Zeichen für den Katholizismus in Berlin (Fotos:dpa)

Hätten Sie’s gewusst? Das Bistum Berlin wurde erst im Jahre 1930 gegründet. Vorher gehörten die Berliner Katholiken zum Bistum Breslau. Dieses wiederum ist ziemlich alt. Es wurde auf Betreiben des späteren polnischen Königs Bolesław I. Chrobry am 15. März 1000 gegründet. Das Bistum umfasste zunächst die Gebiete der schlesischen Teilfürstentümer. Bischof Thietmar von Merseburg berichtet, der erste Breslauer Bischof sei ein Bischof Johannes gewesen.

Spandauer Kreuz

Erste Hinweise auf christliches Leben im jetzigen Bistum Berlin gibt es ab dem 10ß. Jahrhundert. Das „Spandauer Kreuz“ ist eines der Relikte aus dieser Zeit. Neben den Überesten einer Saalkirche wurde seine Gussform gefunden. Die Klöster Lehnin und Chorin legen ebenfalls Zeugnis davon ab, dass es im 12. und 13. Christen im heutigen Bistumsgebiet. Ab dem 13. Jahrhundert lassen sich viele Klostergründungen durch Franziskaner, Zisterzienser und Dominikaner feststellen. Das führte zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung der Region.

Säkularisation

In Folge der Reformation wurde Brandenburg protestantisch. Katholische Einrichtungen, Klöster und Kirchengemeinden wurden aufgelöst. Erst im Jahre 1680 kehrte katholisches Leben nach Berlin zurück. In diesem Jahr wurde dort der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation gefeiert. Sichtbares Zeichen für den Katholizismus in der Stadt wurde die 1773 unter Friedrich II. geweihte Hedwigskirche. Seit 1820 gehören Brandenburg, Berlin Pommern als „Delegaturbezirk“ zum Bistum Breslau.

Eigenes Bistum

Berlin als Bistum und eigenständigen Bischofssitz gibt es erst seit dem 13. August 1930. Die stark wachende Hauptstadt bot Chancen für die Kirche. Jedoch geriet die Kirche auch stark unter den Druck des Nationalsozialismus. Immer wieder kam es zu Konflikten. Einer der großen Leuchttürme der katholischen Kirche in dieser Zeit war der Dompropst Bernhard Lichtenberg. Er stellte sich den Gräueltaten der Nazis tapfer und betete für die verfolgten Juden“. Lichtenberg kam ins Gefängnis und  brachte ihn ins Gefängnis und starb auf dem Weg ins Konzentrationslager Dachau.

Gespaltene Stadt

Die Spaltung Berlins durch den Mauerbau 1961 brachte eine faktische Teilung des Bistums mit sich. Pfarrgemeinden wurden über Nacht auseinandergerissen. Dennoch hielt der Berliner Bischof Alfred Kardinal Bengsch (1961-1979) an der Einheit des Bistums fest. Das änderte sich auch in den Jahren bis zur Wiedervereinigung nicht. 1994 wurde Berlin Erzbistum. Papst Johannes Paull II. besuchte 1996 die geeinte Stadt und rief den Menschen unter dem Brandenburger Tor zu:  „Löscht den Geist nicht aus! Haltet dieses Tor geöffnet für Euch und alle Menschen!“

Wenig Katholiken

Im Jahr 2003 sah Berlin den ersten Ökumenischen Kirchentag als ein Großereignis christlichen Lebens in Deutschland. Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky führte das Bistum auch durch sehr schwere finanzielle Zeiten. Heute gibt es im Bistum Berlin nur etwa 400.000 Katholiken. Das sind lediglich 6,8 Prozent der der Einwohnerzahl. 

Am heutigen 27. August wird der ehemalige Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki als Bischof von Berlin ins Amt eingeführt.




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