Für viele ist sie immer noch DIE Society-Moderatorin schlechthin, dabei hat sich Nina Ruge bereits vor zweieinhalb Jahren aus dem Klatsch-Magazin "Leute heute" verabschiedet und moderiert unter anderem regelmäßig die "Feiertagsakzente" im ZDF. An Fronleichnam wird das Special "Geheimnis des Brotes" ausgestrahlt, dessen Dreharbeiten einen tiefen Eindruck bei der Star-Reporterin und Buchautorin hinterlassen haben. Warum, erzählt sie im Interview mit glaubenslust.de. Wir wollten natürlich auch wissen: Wie hält die Welt der Stars und Sternchen es mit dem Glauben? Und wie steht Ruge zur katholischen Kirche? Überraschende, offene, ganz persönliche Worte von einer Prominenten, die den Satz "Alles wird gut" nicht einfach so dahinsagt.
Frau Ruge, Sie moderieren regelmäßig die "Feiertagsakzente" für die ZDF-Redaktion "Kirche und Leben". Aber nirgends war herauszufinden, ob Sie tatsächlich katholisch sind. Bitte klären Sie uns auf!
Ich war früher evangelisch. Als ich dann den Beruf wechselte – ich war Lehrerin, bevor ich zu Hörfunk und Film ging – hatte ich erst einmal überhaupt kein Geld. Also fragte ich bei der Kirche an, ob man mir die Kirchensteuer vorübergehend stornieren könnte. Die Antwort war nein, also trat ich aus. Eingetreten bin ich nie wieder – aber wenn, dann würde ich katholisch werden.
Warum?
Die katholische Kirche ist mir emotional näher als die evangelische. Das liegt auch an der größeren Wärme, die aus den Riten spricht. Kirche – auch die evangelische – kann aber immer ein Hafen sein. Denn unabhängig von allem, was intellektuell wichtig ist, ist das Gefühl der Aufgehobenheit entscheidend.
Katholische Themen von einer Konfessionslosen präsentiert: Wie wirkt das auf die Zuschauer?
Beim ZDF ist man da sehr aufgeschlossen und geht davon aus, dass die Identifikationskraft stark ist für diejenigen, die auf der Suche sind, und dabei konfessions-unabhängig informiert werden wollen.
Von zehn Jahren Klatsch-Geschichten bei "Leute heute" zu katholischen Themen: Wie geht das?
Mir war schon bei der Society-Berichterstattung immer wichtig: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Ich habe vielleicht keinen moralischen Zeigefinger erhoben, aber doch kleine moralische Hinweise geben. Diese Untertöne haben viele Zuschauer verstanden und geschätzt. Wir haben nicht auf Kosten anderer berichtet, sondern mit Respekt und Würde.