Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Papst CD

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Glosse

Benedikt XVI. singt und betet auf CD

Pop(e)star

Der King of Pop ist tot, es lebe der King of Pop. Zugegeben, vielleicht etwas nassforsch der Spruch, aber es nicht ganz von der Hand zu weisen, dass Benedikt XVI. gute Chancen hat, Michael Jackson demnächst seinen Titel abzujagen. Anlass für die Prognose bietet die Papst-CD "Alma Mater", die am 30. November erscheint. Alma Mater, zu deutsch "nährende Mutter" - nicht im kulinarischen Sinne zu verstehen ist, sondern als Synonym für Gottesmutter Maria - enthält Milch… sorry … Mitschnitte von liturgischen Gesängen, Mariengebeten und Reden des Papstes, untermalt vom Vatikan-Chor unter der Leitung von Monsignore Pablo Colino. Ebenfalls zu hören sind Neueinspielungen von klassischen Stücken durch das Londoner Royal Philharmonic Orchestra – aufgezeichnet übrigens in den Abbey Road Studios in London, wo bereits die Beatles produzierten. Die Beiträge Benedikts stammen wiederum aus dem Tonarchiv von Radio Vatikan. Auf ihnen soll der Heilige Vater auf Lateinisch, Italienisch, Portugiesisch und Deutsch sprechen und singen, teilte die Plattenfirma Geffen mit.

Foto: laif

"Der Pontifex als Popstar? Halleluja!" lautete dazu die mediale Begleitmusik der Bildzeitung. Wenngleich wir solchen Jubelarien ansonsten distanziert gegenüber stehen, könnten die Kollegen vom Boulevard doch den richtigen Riecher haben. Fakt ist, dass Michael Jackson zu Lebzeiten rund 750 Millionen Tonträger verkaufte, davon 109 Millionen Mal Thriller, das erfolgreichstes Album der Welt. Allein das Papst-Debüt könnte solche Dimensionen toppen angesichts von weltweit über einer Milliarde Katholiken. Hinzu kommt, dass religiöse Musik derzeit ziemlich in ist. Man denke nur an die Zisterzienser aus dem österreichischen Kloster Heiligenkreuz, die voriges Jahr mit ihren gregorianischen Gesängen einen Charterfolg landeten. Und demnächst Alma Mater, Weihnachten steht vor der Tür, eine Steilvorlage für einen neuerlichen Hitparadensturm. Last but not least ist Geffen dafür bekannt, Newcomern zum großen Durchbruch zu verhelfen – Nirvana, Guns N'Roses, Donna Summer oder Aerosmith lassen grüßen. Und dass Benedikt Starpotenzial hat, haben seine Auftritte auf dem Weltjugendtag in Sydney oder bei Deutschland-Besuchen zur Genüge gezeigt.

Aber wer weiß, vielleicht steckt hinter dem Vorstoß des Heiligen Stuhls auch noch etwas anderes...

Gut unterrichteten Kreisen zufolge hat es in der Vergangenheit Kritik an der Qualität eines anderen Chors im Vatikan, dem "Päpstlichen Chor der der Sixtinischen Kapelle", gegeben. In einem Bericht des Fachblatts "International Church Music Review" hieß es sogar, "die Sänger wollten sich gegenseitig niederbrüllen, trafen häufig die Töne nicht, der Klang war unausgeglichen, die Aufführung ohne künstlerische Kraft, das Orgelspiel wie in einer zweitklassigen Dorfkirche." Will der Oberhirte den Chorjungs vielleicht durch die Blume zeigen, wie man's richtig macht? Zwar ist Benedikt bisher nicht durch überragende Musikalität aufgefallen, aber Geffen-Präsident Colin Barlow ist von den stimmlichen Qualitäten seiner Neuverpflichtung schwer begeistert: "Der Papst besitzt eine fantastische Tonlage; sehr beruhigend, eindrucksvoll." Er habe sich persönlich in Rom von den Gesangskünsten des Pontifex überzeugen können, sagte Barlow weiter: "Er ist der musikalische Herzschlag des Vatikans. Die CD wird nicht nur eine religiöse Platte; sie ist ein unglaubliches, faszinierendes Stück Musik." Auch die Fachwelt hat sich anscheinend auf den neuen Popstar eingestellt. Seit dem 1. August findet sich auch ein Eintrag zu Benedikt in der Internetplattform "Pop Lexikon".

 

 

Klaus Späne (3.8.09)  




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Angela

am Donnerstag, 3. Dezember 2009

Nicht nur Daumen halten, mitsingen, mithören auf dem Weg in die Charts. Er besitzt eine solch einzigartige Stimme, die es wert ist zu lauschen. Gott sei es gedankt für unseren Pontifex!

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von mart

am Dienstag, 4. August 2009

Und wir sind schon gespannt auf die nächste Konzertreise. Die alten Künstler (Stones, Tina Turner, Bruce Springsteen etc.) bringen ja immer noch die beste Performance auf die Bühne. Da dürfen wir uns auf die Tour-Monate November 2009 bis April 2010 freuen: "Top of The Popes!" Hoffentlich gibt es genügend Karten. Solche Shows ("The Dome of Rome") sind ja immer so schnell ausverkauft.

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von Lisa

am Dienstag, 4. August 2009

Bei solchen Meldungen schaue ich immer zuerst aufs Datum. Aber wir haben ja nicht den ersten April.

Weihnachtsplatten gehen immer. Und wenn die CD vom Papst ist, gleich doppelt so gut. Ich sage "Daumen hoch", das wird der Chart-Stürmer im Dezember ...

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