Benedikt XVI. erwartet Einsatz gegen jede Form von Rassismus
Papst Benedikt XVI. hat mit Blick auf die am Montag in Genf beginnende UN-Antirassismuskonferenz zum Kampf gegen jede Form von Diskriminierung und Intoleranz aufgerufen. Eine sichere Grundlage dafür sei eine Anerkennung der Würde des Menschen als Gottes Ebenbild, sagte er am Sonntag beim Mittagsgebetin Castelgandolfo. Das vom 20. bis 24. April in Genf tagende Nachfolgetreffen zur Durban-Konferenz war wegen israelkritischer Äußerungen in einem ersten Entwurf des Schlussdokuments in die Kritik geraten. Die USA erklärten am, sie hielten amBoykott der umstrittenen Konferenz fest.Der Papst nannte die Konferenz eine «wichtige Initiative». Trotz der Lehren der Geschichte gebe es noch immer beklagenswerte Fälle von Diskriminierung. Benedikt XVI. verlangte ein «entschlossenes und konkretes Handeln auf nationaler und internationaler Ebene», um Rassismus und Intoleranz zu überwinden. Zugleich forderte er «Respekt und Gerechtigkeit für jede Person und jedes Volk». DieKonferenzteilnehmer rief er zu Dialog und Offenheit auf.
"Teilnahme bedeutet keine inhaltliche Zustimmung"
Der Vatikan hatte angesichts der Kontroversen um den ersten Entwurf für ein Schlussdokument bereits Anfang März erklärt, die Teilnahmeseines diplomatischen Beobachters bedeute keine Zustimmung zu denInhalten des Textentwurfs. Eine Delegation des israelischenGroßrabbinats forderte den Papst bei einem Besuch im Vatikan MitteMärz auf, der Heilige Stuhl solle sich bei der UN-Konferenz in Genfgegen den «Angriff auf den jüdischen Staat» stellen.Im Streit um die ursprüngliche Fassung des Schlussdokuments und diedaraus ablesbare geplante Ausrichtung der Konferenz haben mehrereStaaten, darunter Israel, die USA, Kanada und Italien, ihreTeilnahme an den bis kommenden Freitag dauernden Beratungenabgesagt. In der ursprünglichen Fassung der inzwischen geändertenSchlusserklärung war von einer rassistischen Diskriminierung derPalästinenser durch Israel die Rede. Israel verübe in den besetztenGebieten eine brutale Verletzung der Menschenrechte und etabliereeine Art Apartheid.Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bislang mindestens 35Staaten ihre Teilnahme zugesagt. Auch der iranische Präsident MahmudAhmadinedschad wird in Genf erwartet.
(KNA)