Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Piusbrüder: Was sagt das Kirchenrecht?

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Piusbrüder: Was sagt das Kirchenrecht?

Auf dem Weg zum Schisma

Der Münchner Kirchenrechtsprofessor Pater Stephan Haering OSB über die illegitimen Weihen der Piusbruderschaft und die Folgen

Am 21. Januar 2009 hat Papst Benedikt die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft aufgehoben, die im Jahr 1988 illegitim geweiht worden sind. Zuvor hatten diese Bischöfe erklärt, katholisch bleiben zu wollen und den Papst anzuerkennen.

Papst Benedikt hat in einem Brief an den Episkopat vom 10. März 2009 seine Motive für diesen Akt der Barmherzigkeit dargelegt. Demnach will der Heilige Vater erneut eine Brücke schlagen zu der schismatischen Piusbruderschaft und deren volle Eingliederung in die Kirche fördern.

Der rechtliche Status der Bruderschaft und der einzelnen Mitglieder ist von der Aufhebung der Exkommunikation nicht berührt. Die Bruderschaft ist keine Einrichtung der katholischen Kirche, und die Mitglieder sind keine katholischen Amtsträger, auch wenn sie gültige Weihen empfangen haben sollten.

Auch die vier Bischöfe sind nur von der Strafe der Exkommunikation gelöst, die sie sich anlässlich der unrechtmäßigen Bischofsweihe zugezogen haben. Sie bleiben weiterhin von ihren unrechtmäßig empfangenen Weihen suspendiert und dürfen keine priesterlichen oder bischöflichen Handlungen vollziehen.

Was bedeutet das Bekenntnis der Piusbruderschaft und der vier Bischöfe zum Papst wirklich?

Sind sie zum Gehorsam gegenüber dem Heiligen Vater bereit? Die Taten sprechen eine andere Sprache als die Erklärung, welche die vier Bischöfe vor der Aufhebung der Exkommunikation abgegeben haben. Sie erkennen die Ordnung der Kirche und damit auch den Willen des Papstes, der nicht zuletzt in den entsprechenden Bestimmungen des Kirchenrechts zum Ausdruck kommt, in ihrem Handeln nicht an. Sie erteilen die heiligen Weihen, obwohl sie dazu nicht berechtigt sind und obwohl die Unrechtmäßigkeit eines solchen Verhaltens vom Apostolischen Stuhl kürzlich nochmals ausdrücklich festgestellt worden ist. Sie warten nicht die Ergebnisse der Gespräche ab, welche die Vertreter des Apostolischen Stuhls mit der Bruderschaft führen wollen, sondern machen mit ihrem Verhalten deutlich, dass die geistliche Autorität des Petrusnachfolgers von ihnen auch in wichtigen Punkten nur nach eigenem Ermessen als bindend anerkannt wird.

Dieses Verhalten widerspricht allein schon Prinzipien der Höflichkeit gegenüber dem Heiligen Vater, der einen Akt der Barmherzigkeit gesetzt und großes Entgegenkommen gezeigt hat. Doch mehr noch: Es drängt sich auf, dahinter eine verhärtete Haltung des Ungehorsams und der Taubheit gegenüber dem obersten Lehr- und Hirtenamt in der Kirche zu sehen.

Wie wird Papst Benedikt solches Tun bewerten? Dem Urteil des Heiligen Vaters ist nicht vorzugreifen. Das entscheidende Tatbestandsmerkmal des Schismas indes, nämlich "die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst" (vgl. c. 751 CIC), wird durch fortgesetztes Verhalten dieser Art verwirklicht. Die kirchliche Rechtsordnung kennt dafür Konsequenzen.

Pater Stephan Haering OSB

Mehr zum Thema:

"Die Wunde der Kirche": André Lorenz über den Umgang mit der Piusbruderschaft
"Priesterweihen sind unerlaubt": Der Vatikan äußert sich zu den Piusbrüdern
Das Kreuz mit den Piusbrüdern: Die FAQ zum Aufreger des Jahres 




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Bernhard

am Montag, 29. Juni 2009

Aus und vorbei! Wenn sich die Brüder aufführen wie ungehorsame kleine Kinder, muss man mit den Jungs umgehen wie mit kleinen Kindern!
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Alles andere wäre inkonsequent.

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von Conny6341

am Sonntag, 28. Juni 2009

Die Piusbrüder interessiert, was Papst und Vatikan verlautbaren lassen, einen feuchten Dreck. Dann lasst sie halt ihre eigene neu-anglikanische Kirche aufmachen.

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von chandler

am Sonntag, 28. Juni 2009

@Marlene Glaus:
Die Piusbrüder dürfen von mir aus tun und lassen, was sie möchten - aber nicht unter dem Prädikat römisch-katholisch. Das zweite Vatikanum ist essentiell. Entwder sie bekennen sich dazu - oder tschüss!

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von Marlene Glaus

am Freitag, 26. Juni 2009

"Aussitzen" meinst Du, vermute ich? ;-) Meiner Ansicht nach muss Benedikt da Konsequenzen ziehen. Die Pius-Brüder werfen auf alle Katholiken ein schlechtes Licht.

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von Platon

am Freitag, 26. Juni 2009

Ich glaube, dass der Philosoph Spaemann Recht hat: Der Papst nimmt jetzt einige "schlampige" Verhältnisse in Kauf. Der Vatikan wird das aussiten. Wie dreist die Piusbrüder vorgehen, ist einfach der Hammer!!

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