am Samstag, 27. Juni 2009
Es stimmt, die Story ist ziemlich hanebüchen. Dennoch hat der Film ggü. dem Roman den ganz großen Vorteil, das die absurdesten Situationen der Geschichte entweder von vorneherein weggelassen oder doch stark abgeschwächt wurden, was ja für Hollywood nicht gerade selbstverständlich ist. Im Gegenteil, meist wird sogar noch „eins draufgesetzt“.
Das mit dem Camerlengo würde ich nicht überbewerten. Ich bin sicher, die wenigsten Menschen – praktizierende Katholiken eingeschlossen – wissen, wer oder was ein Camerlengo überhaupt ist, geschweige denn, welcher Rang für dieses Amt von Nöten ist.
Außerdem: der Film ist eh nicht besonders frauenkompatibel. Es gibt nur eine einzige weibliche Rolle, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten wurde ersatzlos gestrichen und die mitwirkenden Männer sind – mit Ausnahme von Ewan McGregor und diversen Nebendarstellern – alle jenseits der 50 (einschließlich Tom Hanks). Also sollte uns doch wenigstens der smarte Ewan vergönnt sein ;-). Er hat Charisma und strahlt trotz hochgeschlossener und bodenlanger Soutane unterschwellige Erotik aus. Für mich jedenfalls ist der Mann mit den hellblauen Augen und einem Blick, als ob er kein Wässerchen trüben könnte, der Hingucker des Films, der dem eher biederen Tom Hanks glatt die Show stiehlt…
Alles in allem ist der Film zwar auch aus meiner Sicht keine cineastische Offenbarung, aber spannende Unterhaltung. Und etwas anderes denke ich, will und soll er auch gar nicht sein ;-)

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