Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Popecorn

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Popecorn

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Ron Howard, der uns als Regisseur von „Der Grinch“ und „A Beautiful Mind“ ans Herz gewachsen ist, tut es schon wieder: Er nimmt die katholische Kirche ins Visier, unterstellt ihr Verschwörung und Vertuschung, ja sogar Mord. Ron Howard hat zum zweiten Mal ein Buch von Dan Brown verfilmt. „Illuminati“ läuft ab diesem Donnerstag in den deutschen Kinos und stellt katholische Thrillerfans vor ein echtes Dilemma: Darf sich ein gläubiger Katholik guten Gewissens einen Film ansehen, der die Kirche in ein schlechtes Licht rückt?

Foto: Sony Pictures
Foto: Sony Pictures

Aber natürlich. „Illuminati“ ist reine Fiktion. Das zeigt sich vor allem im Umgang mit historischen Fakten und mit den Gepflogenheiten des Vatikan. So hat etwa Galileo Galilei mit dem geschichtlich belegten Illluminatenorden nicht das Geringste zu tun. Ein Camerlengo, der während der päpstlichen Sedisvakanz die Kirchengeschäfte führt, könnte niemals ein „einfacher Priester“ sein, weil der Posten zwingend mit dem Rang eines Kardinals verbunden ist. Als echte Kirchenkritik ist eine Geschichte, die derart grobe Fehler aufweist, nicht ernst zu nehmen. Deshalb schweigt die Kirche auch – zum Glück und zu Recht.

Man kann sich den Film also ruhig anschauen. Gesehen haben muss man ihn allerdings nicht. Denn „Illuminati“ ist kein herausragendes Werk. Die rasante Jagd von einem Rätsel zum nächsten ist zu hektisch, als dass jene subtile Spannung aufgebaut werden könnte, die einen guten Thriller ausmacht. Für einen Actionfilm ist die Geschichte trotz Kugelhagel und großer Explosion am Ende zu lahm und für einen Liebesfilm ist die Romanze zwischen Robert Langdon und Vittoria Vetra zu oberflächlich. „Illuminati“ ist ein durchschnittliches Hollywood-Produkt: Kein Stoff für tiefgründige Debatten, aber gute Unterhaltung für einen netten Kinoabend mit Popcorn und Cola.

Claudia Dorner (13.05.09)




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Grautvornix

am Samstag, 27. Juni 2009

Es stimmt, die Story ist ziemlich hanebüchen. Dennoch hat der Film ggü. dem Roman den ganz großen Vorteil, das die absurdesten Situationen der Geschichte entweder von vorneherein weggelassen oder doch stark abgeschwächt wurden, was ja für Hollywood nicht gerade selbstverständlich ist. Im Gegenteil, meist wird sogar noch „eins draufgesetzt“.

Das mit dem Camerlengo würde ich nicht überbewerten. Ich bin sicher, die wenigsten Menschen – praktizierende Katholiken eingeschlossen – wissen, wer oder was ein Camerlengo überhaupt ist, geschweige denn, welcher Rang für dieses Amt von Nöten ist.

Außerdem: der Film ist eh nicht besonders frauenkompatibel. Es gibt nur eine einzige weibliche Rolle, die Liebesgeschichte zwischen den beiden Protagonisten wurde ersatzlos gestrichen und die mitwirkenden Männer sind – mit Ausnahme von Ewan McGregor und diversen Nebendarstellern – alle jenseits der 50 (einschließlich Tom Hanks). Also sollte uns doch wenigstens der smarte Ewan vergönnt sein ;-). Er hat Charisma und strahlt trotz hochgeschlossener und bodenlanger Soutane unterschwellige Erotik aus. Für mich jedenfalls ist der Mann mit den hellblauen Augen und einem Blick, als ob er kein Wässerchen trüben könnte, der Hingucker des Films, der dem eher biederen Tom Hanks glatt die Show stiehlt…

Alles in allem ist der Film zwar auch aus meiner Sicht keine cineastische Offenbarung, aber spannende Unterhaltung. Und etwas anderes denke ich, will und soll er auch gar nicht sein ;-)

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