Promis pro Reli
Seit Monaten wird heiß diskutiert: Die Frage "Religion als Wahlpflichtfach – ja oder nein?" erhitzt die Gemüter. Die Linkspolitikerin Petra Pau hatte Katholiken vor einigen Wochen sogar einen "Kreuzzug" vorgeworfen. Die Bürgerinitiative "Pro Reli" wiederum leitete rechtliche Schritte gegen den Berliner Senat ein, weil dieser angeblich über geschaltete Anzeigen Steuergelder unnötig verschwende.
Der Streit gewann also in jüngster Zeit immer mehr an Schärfe. Worum geht es eigentlich?
Am Sonntag, 26. April, gibt es in Berlin einen Volksentscheid darüber, ob der Religionsunterricht vom freiwilligen Zusatzangebot zur gleichberechtigten Alternative des Ethik-Pflichtfachs werden soll. Damit das Schulgesetz in diesem Sinne geändert wird, müssen beim Volksentscheid am Sonntag mindestens 612.000 Berliner dafür stimmen. Eine knappe Mehrheit der Berliner wird das nach einer Infratest Dimap-Umfrage auch tun. Schüler dürften dann künftig zwischen Ethik und Religionsunterricht wählen. Bisher ist in Berlin nur Ethik als Pflichtfach für alle Schüler verbindlich – der Senat vertritt diese Linie auch weiterhin.
Wer ist für Religion als Wahlpflichtfach?
Für Religion als Wahlpflichtfach setzt sich vor allem der Verein "Pro Reli" ein, der 2007 wenige Monate nach der Einführung des Pflichtfachs Ethik an den Berliner Schulen gegründet wurde. Der Initiator, der Berliner Rechtsanwalt Christoph Lehmann, erhielt schnell die Rückendeckung der Kirchen, der Jüdischen Gemeinde sowie einiger muslimischer Verbände. Politisch erhält er von der CDU und FDP, aber auch von Bundespolitikern der SPD und Teilen der Grünen Unterstützung. Auch viele Prominente stellten sich inzwischen hinter "Pro Reli".