Maher, der Komiker, wagt sich an eine der grundlegendsten Fragen: Er gibt sich als kritischer Zweifler, der herausfinden möchte, warum Menschen glauben und befragt dazu Anhänger der drei großen monotheistischen Weltreligionen. Die Auswahl spricht allerdings für sich: Unter seinen Gesprächspartnern sind so skurrile Gestalten wie ein Rabbi, der den Holocaust leugnet, ein Jesus-Darsteller aus einem biblischen Themenpark in Florida und ein puertoricanischer Prediger, der sich für die Reinkarnation Jesu hält. Um seine Interview-Partner vorzuführen, muss der Comedian nichts weiter tun, als ihnen die passenden Stichworte zu geben. Lächerlich machen sich diese Personen von ganz allein.
"Emanzipiert euch vom Glauben!" Ein Aufruf auf wackligen Säulen
Glaube, eine peinliche Angelegenheit also? Maher dürfte sich darüber im klaren sein, dass seine bissige Dokumentation ein Spotlight auf einige sehr spezielle Ausnahmefiguren wirft, die zugegebenermaßen der unfreiwilligen Komik nicht ganz entbehren. So hat er leichtes Spiel, seine eigene These zu untermauern: Glaube ist lächerlich und unvernünftig. Lediglich im Gespräch mit zwei hochrangigen Vatikan-Angehörigen scheint der Gedanke einer aufgeklärten Religiosität durch – vielleicht ja das Zeichen einer letzten Scheu oder eines doch noch irgendwo versteckten Respekts Mahers vor der Religion. Dennoch lautet das Fazit des bekennenden Hedonisten nach 101 Minuten Blasphemie pur: Emanzipiert euch vom Glauben! Genießt euer Leben! Warum ein Leben ohne Religion erstrebenswerter und lustvoller sein sollte, diese Frage lässt die leidlich komische Satire völlig offen.