Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Sarrazin: Deshalb müssen sich Christen wehren

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Sarrazin: Deshalb müssen sich Christen wehren

Foto: Imago

Nächstenhiebe

Wieder spaltet Thilo Sarrazin ein Land. Bei vielen Menschen fallen seine zum Teil haarsträubenden Thesen fruchtbaren Boden. Dem Provokateur recht zu geben, darf für Christen allerdings nicht reichen

Thilo Sarrazin war einmal ein Polit-Star. Er war unbequem, aber unbeirrbar und unerschrocken. Doch spätestens seit er nicht mehr Berliner Finanzsenator ist, sondern im Vorstand der Bundesbank sitzt, ist Sarrazin nicht mehr als ein Querulant. Ein besonders gefährlicher Querulant. 

Gefährlich deshalb, weil Sarrazin für viele nach wie vor die Wahrheit spricht. Manche von Thilos Thesen fallen auf fruchtbaren Boden, weil die massiven Probleme in der Integration nicht weggeleugnet werden können. Es gibt die Parallelwelten, die jungen Muslime, die sich aus religiösen und sozialen Gründen nicht integrieren wollen und können. Und natürlich ist es schwer vermittelbar, wieso der deutsche Staat für Menschen sorgen soll, die den Staat als solchen ablehnen. Sarrazin hat solch eine Wirkung, weil er vielen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes aus der Seele spricht. Nur deshalb kann sich der 65-Jährige als letzter Warner und Mahner aufspielen.

Ein genialer Populist kann er damit sein. Ein guter Christ nicht.

Frühe Christen kennen die Vorurteile gegenüber anderen Kulturen und anders Denkenden aus der eigenen Erfahrung. Schließlich waren sie selbst eine Randgruppe, die misstrauisch als neue Religion beäugt wurde. Für das römische Reich waren die Ur-Christen eine Gefahr für alles Bestehende, eine Sekte, die keine Steuer zahlen und sich auch nicht an die Gepflogenheiten des Staates halten wollte. Wahrscheinlich hätte Thilo Sarrazin die ersten Christen als Staatsfeinde und Sozialschmarotzer abgeurteilt. Das soll nicht heißen, dass der Islam die gleiche Entwicklung in Deutschland nehmen soll wie das Christentum im Römischen Reich. Wir sollten uns nur bewusst machen, dass gerade Christen über Jahrzehnte unter Vorurteilen und Unterstellungen gelitten haben und wir deshalb besonders in der Pflicht stehen, es besser zu machen. Besser als Thilo Sarrazin.

Besonders Christen können solche Verbal-Entgleisungen nicht akzeptieren

Besonders unerträglich wird es, wenn der Bundesbanker rassistische Vorbehalte schürt. Seine Aussage, Juden hätten ein bestimmtes Gen, ist ein Rückfall in einen überwunden geglaubten Antisemitismus. Besonders Christen, für die Juden die „Väter im Glauben“ sind, können solche Verbal-Entgleisungen nicht akzeptieren. Es darf an dieser Stelle keine Nachsicht geben: Wer solche Äußerungen von sich gibt, hat mit Toleranz und Nächstenliebe, also mit christlichen Grundwerten, nichts zu tun. Und wer solche Äußerungen akzeptiert, auch nicht.

Bleibt die Frage, warum Sarrazin das alles tut. Um der Wahrheit willen, werden manche sagen. Aber die Art und Weise, wie der 65-Jährige hetzt, macht jede Wahrheitssuche unmöglich. Selbst wenn man persönlich einige Äußerungen bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen kann, so reicht es für einen Christen nicht aus, zu pauschalisieren. Die Suche nach der Wahrheit, ein urchristliches Anliegen, ist nie einfach und plakativ. Viel bequemer ist es dagegen, aus einer Emotion heraus zu vereinfachen. Ganz so, wie es der frühere Sekretär des Migrantenrates, Erzbischof Agostino Marchetto, gesagt hat:
„Noch bevor wir diese Unfähigkeit im politischen oder juristischen Kontext vieler Staaten erleben, finden wir sie bei uns selbst, auch im Herzen von Christen. Die Risiken von Egoismus, Härte, Gewalt, Fremdenhass und schließlich Rassismus sind da, sie beeinflussen uns. Es gibt die Angst vor allem, was anders ist als wir selbst. Diese Angst wächst, je größer die Unterschiede und je höher die Zahl der ,Fremden’ ist.“

Agostino Marchetto hat sein Amt inzwischen aufgegeben. Der Erzbischof war es leid, umsonst zu kämpfen. Wir dürfen nicht aufgeben, sondern müssen weiter alles tun, um Jesu Mahnungen zu Nächstenliebe und Toleranz ernst zu nehmen. Nur so können wir der Wahrheit ein Stück näher kommen und etwas verändern. Wir müssen, wie es Jesus von seinen Jüngern forderte, Menschenfischer sein.

Aber keine Menschenfischer wie Thilo Sarrazin.

Simon Biallowons (2. September 2010)




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Die Kommentare der Liborius-User:


von selin

am Sonntag, 30. Januar 2011

behindert

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von Tobias

am Montag, 24. Januar 2011

Was in diesem Artikel ueber die ersten Christen gesagt wird (keine Steuern zahlen etc.) ist totaler Bloedsinn und ignoriert die Heilige Schrift kompett.

Vielleicht sollten Sie doch wieder einmal die Bibel zur Hand nehmen und lesen was Paulus in Roemer 13,1 und Titus 3,1 von den Glaeubigen fordert. Und dass die ersten wirklichen Christen sich daran gehalten habe, das duerfen wir ohne ueberhauot zu ueberlegen annehmen. Aber dass die Katholische Kirche mit wahrem Christentum wenig bzw. gar nichts zu tun hat weiss jeder der nur ein bisschen die Bibel kennt. Deshalb, Bibel lesen und den wahren Glauben suchen. Und bitte, wer heute noch das deutsche Volk als christlich bezeichnet der hat auch keine Ahnung. Ein Ausweis in dem kath. oder ev. steht macht doch niemanden zu einem wahren Christ. Deutschland ist dem wahren Glauben so feindlich gesinnt wie es damals das Roemische Reich war. Fertig.

Und weil Sarazin einige wichtige Punkte aufdeckt und damat Salz in die Wunde reibt ist doch OK. Ein guter Christ sollte genau dies tun. Ob Sarazon nun Christ ist oder nicht weiss ich auch nicht, aber zumindest hat er Mut. In anderen Laendern werden Menschen dafuer ermordet, in Deutschland passiert dies zwar nicht, aber an den Pranger stellen, wie in diesem Artikel ist doch nichts anderes.

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von Juan

am Freitag, 8. Oktober 2010

Ich teile die Argumentation in diesem Artikel nicht. Ich habe das Buch von Sarrazin gelesen - es ist interessant, spricht Klartext und ist keineswegs ausländerfeindlich. Katholisch zu sein bedeutet, bestimmte Werte wie Familie, Arbeit, Heimat und ein friedliches Miteinander zu vertreten. Das will Sarrazin. Und er spricht sich gegen jene Migranten aus, die statt zu arbeiten lieber mit Drogen dealen und zugleich der deutschen Solidargemeinschaft auf der Tasche liegen. Die bracucht man nun wirklich nicht hier.

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von Sureno

am Samstag, 11. September 2010

Das wäre ja furchtbar, wenn die "offizielle katholische Kirche" Herrn Sarrazins Thesen gut heißen würde, denn gemäßg der bei uns öffentlich herrschenden Meinung ist die Kirche
- voll von Päderasten
- frauenfeinlich
- reaktionär
- ...

Da muss man natürlich die lieben "Rechtgläubigen in unserer Mitte" in Schutz nehmen, sonst gilt man auch noch als Rassist o.ä.

Ich würde hinsichtlich der Thesen Sarrazins lieber weniger sagen (Schweigen ist Gold) - Auch wenn ich seine Thesen im Detail nicht teile, halte ich sie in als Gegenpol zur "herrschenden Meinung" allemal berechtigt.

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von Schäfer, Manfred

am Montag, 6. September 2010

Ich halte mich nicht für einen schlechten Christen, wenn ich einige der Thesen des Herrn Sarrazin akzeptiere. Wir müssen endlich aufwachen und die Unterwanderung durch den Islam erkennen. Der Islam war nie eine friedliche Religion. Mohammed war nicht nur Religionsstifter sondern auch Kriegsherr. Ich meine auch, dass unsere Bischöfe dem Islam gegenüber nicht zu unterwürfig sein sollten. Wir müssen endlich wieder Farbe bekennen. Die Thesen des Herrn Sarrazin könnten uns dabei vielleicht helfen.

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von Schäfer, Manfred

am Montag, 6. September 2010

Ich halte mich nicht für einen schlechten Christen, wenn ich einige der Thesen des Herrn Sarrazin akzeptiere. Wir müssen endlich aufwachen und die Unterwanderung durch den Islam erkennen. Der Islam war nie eine friedliche Religion. Mohammed war nicht nur Religionsstifter sondern auch Kriegsherr. Ich meine auch, dass unsere Bischöfe dem Islam gegenüber nicht zu unterwürfig sein sollten. Wir müssen endlich wieder Farbe bekennen. Die Thesen des Herrn Sarrazin könnten uns dabei vielleicht helfen.

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von Pfarrer F.

am Samstag, 4. September 2010

Wir Kirchenvertrteter haben den Koran gelesen und kennen das wenig vorbildliche Leben des Herrn Mohammed. Wir wissen, dass im Koran die Anhänger des etwa 2000 Jahre älteren Judentums und des etwa 700 Jahre älteren Christentums als "Ungläubige" bezeichnet werden, die wörtlich im Koran als zu bekehren oder zu vernichten sind! Ein Muslim, der vom Islam abfällt, muss des Todes sterben...
Verführt ein "Ungläubiger" (s.o.) einen Muslimen zum Abfall vom Islam, z.B. zum Christentum, müssen beide des Todes sterben.
Missfällt aus welchen Gründen auch immer einem Ehemann seine Ehefrau, darf er sie lebendig einmauern...
In Ländern, in denen die Scharia herrscht, also der Koran und Islam als Staatsgesetz, gelten diese Regeln, auch für Nichtmuslime!
Das habe ich selbst schon in mehrheitlich muslimischen Staaten erlebt...und in muslimischen Parallelgesellschaften mitten in Deutschland!
An der Hauptschule, an der ich Religionsunterricht gebe, werden weibliche Lehrerinnen bespuckt, beleidigt, getreten und geschlagen, von männlichen muslimischen Schülern! Wir Christen und sogar ich als Pfarrer werden regelmäßig von diesen Schülern beleidigt, hier im Wohnviertel ist das an der Tagesordnung, wobei "Scheißchrist" und "Drecksnazi" ungefähr gleich viel Verwendung finden!
Spricht man Muslime auf den Inhalt des Koran an (s.o.), kommt jedes Mal dieselbe Antwort: Das sei ein Übersetzungsfehler...
Hier im Viertel lebt schätzungsweise die Hälfte der muslimischen Mitbürger von Hartz IV, aufgrund der hohen Kriminalität ist dort ein stänges Her - und Wegziehen! Es erfolgten in den letzten drei Jahren bereits mehrere Brandstiftungen in und um die Kirche!
In der Nachbarstadt wird gerade für mehrere Millionen Euro eine riesige Moschee gebaut!
Politiker in Vorstadtvillen und Büros mit Panzerglas haben keine Ahnung, was in unseren Städten abgeht...und deshalb wurde Herr Sarazzin gestern doppelt exkommuniziert: Beruf und Partei - auf das er schweige und dem islamistischen Treiben weiter zusehe...denn wahrer Christ ist nach obigem unsäglichem Artikel, der sich anmaßt, beurteilen zu können, wer wahrhaft Christ sei und wer nicht, wer die andere Wange hinhält - soll ich so was im Ernst meinen weiblichen Kolleginnen im Lehramt erzählen?
Oder den kurdischen und türkischen Christen, die zu uns geflüchtet sind, weil sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden, und nun hier in Deutschland erleben müssen, wie sie weiterhin Opfer von Hohn, Spott und Angriffen werden...? Auch dies habe ich schon mehrfach erlebt. Was soll ich da als Christ sagen: Pech gehabt? Armes Deutschland, das wird noch ein böses Erwachen geben, auch wenn man jetzt den Wecker Sarazzin erst einmal ausgeschaltet hat!

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von Charlene Tresckow

am Freitag, 3. September 2010

Nachtrag: Hier wird deutlich, wie man sich als Christ zum Thema Sarrazin stellen kann: http://www.kath.net/detail.php?id=27957

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von Charlene Tresckow

am Freitag, 3. September 2010

Ein Artikel mehr, der Herrn Sarrazins Argumenten ohne Argumente begegnet und statt dessen voller Empörung den selbstgerechten Zeigefinger erhebt. Wenn solch moralistische Empörung das Argument ersetzt, endet der Diskurs unter freien Menschen. Dafür unseren Glauben in Anspruch zu nehmen, ist dümmlich und widerlich.

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von Urich Wild

am Freitag, 3. September 2010

Gerne würde ich zum Thema Sarrazin eine offizielle Stellungnahme der katholischen Kirche hören, denn ich persönlich finde Stellungnahmen von Nachwuchsjournalisten wie von Herrn Biallowons für meine Meinungsfindung nicht hilfreich . Ich glaube auch nicht, dass dieser Kommentar den Anspruch erheben kann, „die rechte Antwort von Christen auf Thilo Sarrazin“ zu geben. Gerade die Entrüstung über das Thema „Judengen“ zeigt mir, dass sich der Autor nicht ausreichend mit dem Thema befasst hat. Sich dann aber hinzustellen, und quasi „ex cathedra“ die richtige Antwort der Christenheit geben zu wollen, finde ich persönlich anmaßend.

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