Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Priester für morgen

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Debatte

Priester für morgen

Deutschland braucht mehr Priester. Der Priestermangel bringt die Kirche zunehmend in Bedrängnis. Der bekannte Theologe Professor Paul Zulehner mit einer Vision für die Zukunft des Priesterberufs

Priester kann man nicht ohne die Kirche verstehen. Die Kirche wiederum nicht ohne ihren Auftrag von Gott. Der Auftrag der Kirche ist die beständige Erinnerung: In Jesu Tod und Auferstehung hat Gott begonnen, mit seiner Welt an ein unwiderruflich gutes Ende zu kommen. Die Kirche verkündigt, dass das, was Gott in Jesus einem von uns getan hat, Maß für die Vollendung aller ist. Durch Gott und auf ihn hin ist alles geschaffen. Alle Menschen sind geschaffen, in den auferstandenen Christus hineinzuwachsen – gleich, aus welcher Kultur sie stammen oder welche Biografie sie haben. Das gilt für Buddhisten und Atheisten, spirituell Suchende und Christen.

Inmitten dieser bunten Vielfalt ist es die Mission der Kirche, Licht und Salz (Mt 5,32f.) zu sein. Sie lebt schon wie nach der Auferstehung als Teil des österlichen Leibes Christi. Und sie begleitet die Menschen, damit sie in Richtung der Vollendung in Christus ausreifen können.

Benötigt werden künftig zwei Arten von Priestern

Dieser Auftrag der Kirche geschieht heute lokal und zugleich regional. In Zukunft muss er eine mobile und eine stabile Seite haben: Es braucht Kirchenleute, die missionarisch unterwegs sind zu den Menschen, apostolische Existenzen. Ordiniert die Kirche solche Mitglieder, werden sie von Amts wegen missionarisch. Ihre Aufgabe ist es, jene Menschen aufzuspüren, die eine gottgegebene Kirchenberufung in sich tragen, damit sie diese erkennen, annehmen und sich in eine konkrete gläubige Einheit eingliedern lassen. Solche Priester brauchen eine hervorragende Ausbildung in der Kenntnis der Freuden und Nöte der Menschen, ihrer Sehnsucht nach dem Wahren und Guten, die eine Gabe Gottes ist. Sie benötigen eine hohe Empathie für die spirituellen Wege und Umwege, die die Menschen einschlagen. Es braucht dann eine sprachliche Kompetenz, um das Leben zu deuten und dessen innere Ausrichtung auf die gemeinsame Vollendung im kosmischen Christus auszulegen.

Mobile Priester: gebildet, missionarisch, ehelos

In diesen lokalen Gemeinschaften sind die vielfältigen Begabungen zu heben. Ehrenamtliche Dienste bilden sich für die Belange einer gläubigen Gemeinschaft: Dienste am Wort, in der Liturgie, an der Gemeinschaft und ihrem Gedeihen. Eine Zeit lang werden die missionarischen Priester mit solchen Gemeinden leben. Sind diese dann in der Lage, für sich selbst zu sorgen, werden sie weiterziehen und weitere Gemeinden gründen.

Nach wie vor sinkt in Deutschland die Zahl der Priester. Ausländische Priester, vor allem aus Polen und Indien, sichern die Seelsorge bei uns (Quelle: spiegel.de)

Es macht Sinn, dass diese missionarischen Priester eine volle akademische Bildung erhalten. Wegen der notwendigen Mobilität, die ihnen zugemutet wird, ist es auch angemessen, dass sie ehelos leben: am besten in einer missionarischen Priester-Kommunität. Ihre Weihe bindet an eine Ortskirche und geht der Gründung kleiner gläubiger Einheiten voraus, geschieht in diesem Sinn losgelöst von diesen, also in der Sprache der Theologie „absolut“.

Neben solchen missionarischen, vollakademisch gebildeten und ehelosen Priestern benötigt die Kirche für morgen eine weitere Art von Priestern. Sie werden nötig, sobald die missionarischen Priester erfolgreich gearbeitet haben und viele sich selbst tragende gläubige Einheiten entstanden sind. Für das Leben in solchen Gemeinschaften braucht es „Ordinierte“: also Personen, die beauftragt sind, „im Namen der Kirche“ und „im Namen Christi des Haupts der Kirche“ zu handeln. Der noch junge Theologe Joseph Ratzinger hat dies 1970 in einer Vision für die Kirche im Jahr 2000 so umrissen: „Sie wird auch gewiss neue Formen des Amtes kennen und bewährte Christen, die im Beruf stehen, zu Priestern weihen: In vielen kleineren Gemeinden bzw. in zusammengehörigen sozialen Gruppen wird die normale Seelsorge auf diese Weise erfüllt werden. Daneben wird der hauptamtliche Priester wie bisher unentbehrlich sein.“

Die heutige Kirche krankt am Zölibat

Diese Priester haben den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit nicht in der Gründung, sondern in der Leitung einer Gemeinde. Dabei meint „leiten“ auch „nähren“, entfalten, für die Handlungsfähigkeit sorgen. Sie müssen vor allem darum besorgt sein, dass die Gemeinde Licht und Salz für das Hineinreifen aller Menschen in den kosmisch-auferstandenen Christus ist. Eben das geschieht in der Feier der eucharistischen Wandlung, welche Quelle und Höhepunkt des Lebens all dieser kleinen gläubigen Einheiten ist, ja sein muss.

Priesternachwuchs aus Afrika, Asien und Lateinamerika sorgt für wachsende Zahlen in den letzten Jahren (Quelle: clerus.org)

Diese gemeindlichen Priester (der südafrikanische Bischof Fritz Lobinger nennt sie Älteste) leben und wirken als lokales Priesterteam. Sie entstammen einer lokalen Einheit, in der sie „erfahren“ (also „probat“) geworden sind. Sie sind personae probatae. Zu einer solchen Person wird man nicht durch individuelle Berufung, losgelöst von einer gläubigen Gemeinschaft. Vielmehr ist es die gläubige Gemeinschaft selbst, die diese (immer mindestens drei) Personen findet und den Bischof bittet, sie in ein lokales Presbyterium (eine Gemeinde, eine Pfarrei, einen überschaubaren Seelsorgraum) zu weihen. Sie sind also nicht mehr absolut, auf die große Ortskirche hin ordiniert, sondern relativ, bezogen auf den pastoralen Raum, aus dem sie kommen und in dem sie wirken. Sie müssen sodann vor der Weihe auch keine volle akademische Ausbildung erhalten, sondern machen vielleicht ein Bakkalaureat oder eine andere kompakte theologisch-pastorale Ausbildung. Wettgemacht wird die kürzere Ausbildung durch eine intensive pastorale Begleitung durch einen akademisch ausgebildeten Priester im Seelsorgeraum – dieser ist wie ein Dekan dann für etwa zehn solcher lokaler Presbyterien zuständig. Diese lokal angebundenen Priester arbeiten, wie Ratzinger vorhersah, nebenberuflich, ehrenamtlich. Für sie gibt es auch die Möglichkeit, in Ehe zu leben.

Ein solches Modell mit zwei Arten von Priestern hätte mehrere Vorteile: Erstens steht nicht die Frage nach Priestern, sondern nach den gläubigen Gemeinden, ihrer Gründung, ihrer Entwicklung zur Selbstversorgung, ihrer Eucharistiefähigkeit im Mittelpunkt.

Zweitens hieße die Alternative nicht mehr zölibatär oder nicht: eine Alternative, an der die heutige Kirche krankt und die sie zwingt, wider aller Erklärung über die zentrale Bedeutung der Eucharistie in priesterarmen Regionen faktisch eine eucharistieausgedünnte Kirche zu riskieren.

Drittens wird nicht der Weg eingeschlagen, den viele für richtig halten, der sich aber als gemeinde-entwicklerische Sackgasse erweisen kann: die hauptamtlichen Laien zu hauptamtlichen Priestern zu weihen. Ein solcher Schritt würde die Gemeindeentwicklung eher verlangsamen als beschleunigen.

Immer größere Seelsorgeräume sind einfallslos

Viertens würde die Kirche vor allem in Regionen, in denen Priester fehlen, nicht damit fortfahren, die Seelsorgeräume entsprechend der schrumpfenden Zahl an Priestern immer größer zu machen und damit vor allem die Priester vom Alltagsleben der Menschen abzuziehen. Geht die Kirche solch einen administrativ einfallslosen Weg, betreibt sie selbst die nachhaltige Entkirchlichung solcher Regionen. Fünftens wäre dies auch ein Modell für Kirchengebiete, die arm sind und keine Dauereinkünfte wie die Kirchensteuer haben.

Im christlichen Raum ist diese Vielfalt von Priestern nicht fremd. Vor allem die anglikanische Kirche hat bereits vierzig Jahre Erfahrung mit solchen „Ordained Local Ministries“. Die Auswertung dieser Erfahrung zeigt, dass sie eine Bereicherung des kirchlichen Lebens darstellen.

Paul M. Zulehner ist einer der bekanntesten Theologen der Gegenwart. Der Priester gilt als Experte für Fragen der Pastoraltheologie und der Religionssoziologie. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Oliviero Gulot

am Samstag, 1. Oktober 2011

Please see the web site www.viriprobati.it - There are a brochure in italian and german language for the probleme of the ordained ministry:you find local married priests but older mans as primitive churches (presbiteroi) and young priests single men no married for the itinerancy (as Timoteo and Tito). In the brochure you will also find the German translation. I have sent the brochure to all german bishops.
You can also write me in German. I wait a answer.

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von Kainhard

am Dienstag, 12. Januar 2010

Was soll dieses Modell eines Priesters im Ehrenamt, der dann auch verheiratet sein könnte. Der Zöllibat wurde von fehlbaren Menschen eingeführt und ist durch die Heilige Schrift nicht begründet. Jesus wollte das mit Sicherheit nicht und fast alle Apostel waren verheiratet. Was sollen also diese fadenscheinige Modelle, die wiederum von fehlbaren Menschen eingeführt werden. Wir brauchen keinen Zöllibat im Priesterdienst; man sollte es den Priestern (Pfarrern) freistellen, eine Ehe einzugehen oder nicht und die Ehe als Sakrament nicht herabqualifizieren. Wir sollen im Jahr der Priester für ausreichenden Priesternachwuchs beten und wissen genau, dass unser Gebet ins Leere geht, wenn sich die (überholten) Kirchengesetze nicht ändern. Also beten wir eher für den Papst, dass er das Wort ergreift und endlich handelt!!!

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von emporda

am Mittwoch, 28. Oktober 2009

Ich bin es gewohnt meine Kritk als unzutreffend abgelehnt zu bekommen. Nur schalich begründete Argumente dagegen fehlen total

Nichtreligiöse Menschen sind toleranter, weniger fremdenfeindlich ohne ausgeprägten Antisemitismus. Nach einer Schweizer Umfage sind bei 26 % der Katholen, 24 % der Evangelen und 28% der Muslimen die Juden an ihrer Verfolgung selber schuld und die Gleichstellung der Frauen ist für 43 %, 43 % und 55 % der Befragten ausreichend. Nach einer Umfrage der Royal Society glauben nur 3,3 Prozent der britischen Akademiker, aber 68,5 Prozent der Gesamtbevölkerung an Gott, auch hier eine Bestätigung von “je dümmer um so frommer”. Der Theologe Klaus-Peter Jörns hat in einer Umfrage unter Pfarrern in Norddeutschland die wichtigsten Inhalte ihres Glaubens hinterfragt (publiziert 1996):
65% der Pfarrer erkennen Jesus Christus das Gottesprädikat zu
33% der Pfarrer hält die Heilige Schrift für heilig
43 % der Pfarrer glauben an die Allmacht Gottes
13 % der Pfarrer glauben an die biblisch-theologische Aussage der Erbsünde
33 % der Pfarrer glauben an ein jüngstes Gericht und die Hölle

In 24 Industriestaaten sind über 50% der Befragten der Meinung Gläubige sind intolerant zu ihren Mitmenschen. Die Schweiz, Dänemark, Niederlande, Norwegen, Neuseeland, Nord-Irland, Australien und Portugal haben Werte über 75%. In religiös dominierten Ländern wie USA, Russland, Ungarn, Bulgarien, Lettland, Zypern und den Philippinen wird dies nicht so gesehen. Die Beweislage für die Evolution nach Charles Darwin ohne göttlichen Einfluss wird als ausreichend bejaht in China (67%), Ägypten (50%), USA, Süd-Afrika und Indien (43%), Mexico, UK und Spanien (38%), Argentinien (37%) sowie Russland (32%). Selbst 3 Generationen mit kommunistischen Brainwash haben daran kaum etwas geändert.

In Deutschland glauben 61% an eine Evolution, insgesamt sind 42% ohne Konfession, 27% evangelisch und 26% katholisch. Dies entspricht der Einschätzung, dass Religionen mehr Konflikte bringen als Frieden. Die katholische Kirche rekrutiert sich zu 48%, die evangelische zu 46% aus den untersten Bildungsschichten der Volks- und Hauptschulen. Moralische Werte wie Ehrlichkeit, Fairness, Gerechtigkeit, Verlässlichkeit, Respekt, Anstand, Verantwortung und Mitgefühl werden unabhängig von der Religion von allen Befragten sehr hoch eingestuft, deren Vermittlung obliegt den Eltern (95%) und den Lehrern (84%), nicht aber den Religionen (9%). Die Kompetenz der Kirchen in moralischen Fragen wird in 11 Industrieländern nur noch zu 9% von jungen Menschen und zu 35% von älteren Menschen bejaht.

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von emporda

am Mittwoch, 28. Oktober 2009

In Deutschland sind die 35.000 Priester/Pfarrer im Mittel 58 Jahre alt, einer auf etwa 1.200 Gläubige. Das Ziel der pastoralen Neuordnung liegt bei 15.000 Gläubigen je Priester und spiegelt das Verhältnis von Novizen zu Priestern/Pfarrern im Dienst. Damit werden von ca. 25.000 Kirchenbauten plus 1.800 nicht genutzen etwa 22.000 weitere überflüssig. Im Übergang findet in vielen Kirchen nur alle 2 – 4 Wochen ein Gottesdienst statt. Frankreich hat keine Kirchensteuer und 15.000 katholische Priester im Mittel schon 75 Jahre alt, einen pro 1.350 Gläubige. Das Erzbistum Poitiers hat für 730.000 Katholiken in 600 Pfarreien nur 300 Priester, davon sind über 100 mehr als 80 Jahre alt. Das Bistum rechnet mit 40 Abgängen und 3 Novizen pro Jahr gemäß 90 Priesterweihen für ganz Frankreich. Viele der Tattergreise haben keinen Führerschein mehr und für einen Chauffeur fehlt das Geld. Das Bistum Poitier lässt viele die Gemeinden mit Predigt, Katechese, Diakonie und Finanzen von Laien führen – das Ende des Zölibats naht.

1) Wenn 55-59% von 350 Millionen Menschen (USA und UK) an Gott und die Religion der Bibel glauben,
2) wenn 54% der Gläubigen (etwa 107 Millionen) nicht einmal wissen, dass die Erde 1 Jahr braucht die Sonne zu umrunden (Science and Engineering Indicators 2002 der National Science Foundation)
3) aber nur 3-5% der Ingenieure gläubig sind
dann zeigt das mehr als deutlich wessen geistes Kind Gläubige aller Religionen sind. Damit alleine ist meine These "Je frommer umso dümmer" bewiesen.

Ich würde an Deiner Stelle schnell nach Fulda fahren, dort beginnt zum Monatswechsel ein 30-tägiger Gebetsmarathon rund um die Uhr, damit Gott den katastrophalen Priestermangel der Kirche behebt. Jeder Rosenkranz zählt, denn ähnlich wie in Lourdes ist die Erfolgsrate schlechter als 1:3.000.000. Der Erfolg ist vergleichbar mit dem Versuch Sodbrennen durch Trinken von Abflußreiniger zu heilen, man macht sich selber zur totalen Lachnummer. Sich mit den realen Ursachen des Problems zu beschäftigen ist noch niemanden eingefallen. Man reißt langfristig 22.000 Kirchenbauten von insgesamt 27.000 ab und hält Gottesdienste in einer bestimmten Kirche nur noch alle 2 - 4 Wochen ab. Das Resultat in Verdopplung der Kirchenaustritte ist vorgezeichnet

Wenn im Regenwald ein indianischer Zauberer herum hüpft als hätte er Wespen zwischen den Arschbacken, sich mit irren Kostümen schmückt wie der Papst und dazu wilde Schreie ausstößt, dann ist das für mich u.U. ein Aspekt seiner steinzeitlichen Kultur. Wenn aber ein promivierter Priester nach 6 Jahren Theologiestudium an einer Universität Marathongebete über einen Monat anordnet oder Exorzismen zur Austreibung von Dämonen als zeitgemäße Glaubensinhalte betreibt, dann sollte man eigentlich ein Gummizelle für ihn buchen, denn solche Menschen sind gemeingefährlich.

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von Wolfgang Dettenkofer

am Dienstag, 14. Juli 2009

Priesterberuf, kein Hobby
Apopos Paulus: Wäre es nicht besser gewesen anstatt nach seinen Kochen nach seinem Geist zu suchen? „Durch Christus sind wir frei geworden, damit wir als Befreite leben. Jetzt kommt es darauf an, dass ihr euch nicht wieder vom Gesetz gefangen nehmen lasst.“ (Gal 5,1) „Wo der Geist des Herrn, da ist Freiheit!“ (2 Kor 3,17) „Lust“ war in meiner Jugend bei den Semiarerziehern etwas unaussprechlich negativ Besetztes. Jetzt finde ich es lustig, dass man den Glauben zur Lust heimholt - oder die Lust zum Glauben?

Jetzt wird ein Priesterjahr angesagt? Wie wenn die Kirchengeschichte nicht geprägt wäre von Klerusherrschaft. Ich sehe dahinter Wehleidigkeit und falschen Trost. Der Brief Benedikts an „alle Priester im priesterlichen Dienst“ finde ich ja jämmerlich und so daneben. Ein einfacher Dorfpfarrer des 19. Jahrhunderts wird überbordendes Vorbild für alle Seelsorger. Ja, die Bischöfe sollten sich die Armut und Einfachheit dieses Mannes zum Beispiel nehmen.

Geht hin und lernt, was das heißt: Priestermangel? Könnte es nicht auch eine Nachhilfestunde sein? Aber wer Karriere machen will, muss sich wohl alles im Sinne der Obrigkeit schönreden. Wie anders ist der Graben, den Jesus nie so gewollt hat, zwischen auserwähltem Klerus und zu nichts fähigen „Laien“ zuzuschütten? Ein solcher „Laie“ kann nicht predigen oder das Wort Gottes auslegen, mag er noch so viel studiert haben und sich noch so sehr um seine Gemeinde kümmern, nur weil er keine „heilige“ Weihe hat. Frau ist zu solcher Weihe von vorne herein unfähig!? Aus welcher manichäischen Mottenkiste ist dieses Versatzstück gezogen?

Des Regens und Hierarchie Meßlatte scheint immer die Zahl der Primizen und der Kirchenbesucher zu sein. Gelebter Glaube misst sich aber an Mt 25: 45f „Was ihr einem dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr mir nicht getan. Die Gottes Willen getan haben, erwartet unvergängliches Leben“ und nicht, wie oft einer Sakramente gespendet oder empfangen hat.

Wieso sind „junge Männer“ ihre favorisierte Zielgruppe? Das ist ja geradezu verdächig.

Ist Ihre Sicht der Dinge bezüglich des Zögerns mancher Eltern auch die Sicht Jesu Christi?
Und warum bekommen jetzt Eltern, die nicht Hurra schreien, den Schwarzen Peter?

Ich kenne auch noch ganze andere Motive von „Spätberufenen“. Warum hat der Spätberufene Apostel Paulus Zeltweber erlernt und es auch noch während seiner Missionstätigkeit ausgeübt?

Ist denn ein Prophetenschicksal ein Lebenstraum?

„Die Kirche im ganzen“, was ist das (meinen Sie im Totalitären)? Können Sie bitte definieren, was sie unter Kirche genau verstehen? Paul VI meinte zum Priester Hans Küng, er könnte doch in den „Dienst der Kirche“ eintreten, wenn er in den Vatikan käme. War er bislang nicht im Dienst der Kirche, weil er für die Menschen oder auch für die theologische Wissenschaft da war?
Mit großer Sprungkraft bin ich also doch unter der Latte durchgesprungen? Welcher Frust!
Alle anderen sind also keine Freunde Jesu?
Jesus hat also 400 000 Partner, nicht mehr und nicht weniger. Und er hat gut das Doppelte an Bräuten! Man male sich dieses Bild einmal ein bisschen weniger vergeistigt aus! Ich lese: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Doch wenn wir einander lieben, wird sichtbar,
dass Gott in uns lebt und wir seiner Liebe erfüllt sind. Wie kann man Gott lieben, den wir doch gar nicht sehen, aber den Mitmenschen, der leibhaftig vor uns steht, nicht lieben? Bitte, Gottesliebe beweisen durch ganz konkrete Liebe zu einem konkreten Menschen!

Es gibt auch Leute, die Glaubwürdigkeit an etwas anderem messen als an der formalen Einhaltung der Ehelosigkeit.

Zwiespältigkeit, sagen sie ruhig: Schizophrenie!

„Es gibt Krisen, in denen die Lebensentscheidung neu ansteht“ Aber ein Priester hat keine Wahl, will er nicht eidbrüchig werden. Wo ist das Raum für eine Entscheidungsfreiheit?

„Wenn ein Priester dann aus dem Amt scheidet, darf man ihn menschlich natürlich nicht fallen lassen.“ Bla bla bla! Für gefallene Engel beten sie nicht, die werden totgeschwiegen und existieren in keinem Kirchenbuch mehr. Ein halbes Dutzend „Anti-Schematismen“ könnte man im deutschen Sprachraum füllen mit diesen Abweichlern und Non-System-Konformen. Primitive Leute sagen: die haben es ohne Sex nicht ausgehalten! Die katholische Kirche schieb sie ab in eine Aura des Versagens und des Verrates. „Der Herr Jesus hatte
einen Judas in seinen Reihen!“ sagt mir ein verwandte Klosterfrau. So ein Judas hat ja 6 Millionen Morde scheinbar gerechtfertigt. Wo waren die Zölibatäre, die nicht aus Feigheit gegen Judenverfolgung angeschwiegen haben?

Sein Bewusstsein muss das amtskirchlich römisch-katholische sein, sonst hat er kirchlicherseits keine Chance.

Wieso wollen sie ein Charisma, eine göttliche Gnadengabe per Gesetz verordnen?
Ist eine Gewissensentscheidung denn ein „Fehltritt“, mit dem Sie jemandem ein schlechtes Gewissen anhängen können?

Warum nur haben ein Professor Zulehner und so viele lebendige Gemeinden eine so gering einzuschätzende Meinung?

Was sind die biblisch begründbaren Zugangsbedingungen?

Igit: haben nicht manche Pfarrer ganz ausgefallene Hobbys.

Diese „Persönlichkeiten“ (fünfmal in der Zeitung mit dem Gesicht eines Milchbubi) feiern dann 5 Mal Primiz. Einnahme zw. schätzungsweise 50 000 – 100 000 €?
Welcher Beruf verlockt mit mehr Vorschußlorbeeren und Startkapital, bitteschön?

Lebensformen wandeln sich, nur der allerheiligste Zölibat ist wie ein Fetisch auf Teufel komm raus durchzuhalten, ungeachtet aller Kollateralschäden.

„Das Propädeuticum gibt den Kandidaten Auftrieb, Schwung und legt wirklich eine sehr gute Grundlage." Vom Fundament zum Fundamentalismus, ja? Tote Sprachen, Indoktrination, Treibhausatmosphäre und etwas, was sie mit Liturgie (Heilige Riten des ganzen Volkes Gottes) verwechseln!?

Nicht nur das einfache eucharistische Symbol, sondern: Kirche ist so glaubwürdig, wie sie das Leben geschwisterlich teilt mit all den Mühseligen und von der Weltunordung Geschlagenen.

„Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist für uns alle gestorben. Das kann niemanden kalt lassen.“
Die Opfertod-Theologie klingt an! Ich sage: Jesus setzte so sehr sein Leben für die Menschen ein, dass die Kult-Träger und Anführer ihn dem Tode überlieferten. Und kein Mensch ist berechtigt, von einem anderen Menschen den Einsatz seines Lebens fremdbestimmt einzufordern. „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer!“

Ich habe den Eindruck: Konjunktur im Vatikan hat eine Klerikerkirche, die den Anspruch hat, sie allein ist das richtigen Schiff. Und dabei jammern sie, dass kein Platz mehr im Boot wäre für die „vielen“, die etwas anders sind. Die meisten haben auch mit dieser freudlosen Gesellschaft nicht viel am Hut.
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Das Interview von Simon Biallowons mit Msgr. Franz Xaver Baur, Regentensprecher Deutschland besagt für mich: Es soll wohl alles bei der allein selig machenden römischen Kleruskirche bleiben.

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von Paul Klein

am Montag, 13. Juli 2009

verh. priester unter best. bedingungen weihen, damit
eine bessere verbindung zu den gläübigen erreicht wird,die bei zu grossen gemeinden mit einem priester
verloren geht.

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von Ingrid

am Montag, 6. Juli 2009

Ich glaube nicht, dass die Abkehr vom Zölibat die Lösung des deutschen Priestermangels wäre, aber es wäre ein Baustein zu einer Lösung.

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