Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Der Egoismus der Eliten_Teil2

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Debatte

Das prominenteste Feindbild der Managerliga: Josef Ackermann

Diesen schmalen Grat bewältigt Josef Ackermann im Schlaf. So ist der Schweizer Chef der Deutschen Bank zum prominentesten Feindbild der Managerliga geworden. Nach seiner überraschenden Vertragsverlängerung konnte er ausgerechnet jetzt eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vermelden. Ein Quartalsergebnis als Victory-Zeichen. Viele finden das obszön. Aber mit Kritik muss man vorsichtig sein: Denn tatsächlich war es zu wirtschaftlichen Boomzeiten so, dass für potenzielle Investoren dieser spezielle Renditewert von hoher Bedeutung war und sich nur die international erfolgreichsten Banken diesem Wert annähern konnten. Die Deutsche Bank zum Beispiel. Unter anderem ihren kompromisslosen Zielvorgaben ist es zu verdanken, dass Deutschlands Geldinstitut Nummer Eins jetzt nicht auf direkte Staatshilfen angewiesen ist.

(Foto: Getty)
Das Symbol des gierigen Managers: das Victory-Zeichen von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Foto: Getty)

Dennoch versteht es Ackermann wie kein Zweiter, geschäftlichen Erfolg mit persönlicher Arroganz zu verknüpfen, wenn er mit bemerkenswert schlechtem Timing dieses Renditeziel erneut ausgibt und auch noch sagt: „Man kann es im Geschäftsleben nicht mit Absicht gemächlicher angehen lassen, nur damit alle mitkommen.“ Damit missachtet der 61-Jährige, was bereits der Apostel Paulus seinem Schüler Timotheus in einem Brief sagte: „Die Wurzel aller Übel ist die Habsucht.“ Gier und Habsucht sind die Ursprünge der schwersten globalen Wirtschaftskrise seit der Depression der Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts.
Gefragt ist deshalb jetzt das Gegenmodell eines Managers – der sich der Verantwortung bewusst ist, dass sich wirtschaftlicher Erfolg nicht nur dann einstellt, wenn man DIE anderen abhängt, sondern der mit der Einstellung wirtschaftet, dass man auch VON anderen abhängt.

Die Situation in Deutschland wird sich zuspitzen

Möglichst viele Menschen hinter sich zu lassen, das kann nicht das primäre Ziel sein. Sondern es muss auch darum gehen,  was Papst Benedikt XVI. in seiner diesjährigen Neujahrsansprache forderte: „die Armen an die erste Stelle zu setzen.“ Das bedeutet nicht, dass man zum naiven Gutmenschen wird. Auch nicht, dass alle Prinzipien des Marktes und Wettbewerbes über Bord geworfen werden. Auch der Papst hat vom „gebührenden Raum für eine korrekte wirtschaftliche Logik bei den Akteuren des internationalen Marktes“ gesprochen.

Die Eliten sollen nicht ausgebremst, sondern nur an ihre Aufgabe erinnert werden. „Jeder trage ohne Zögern den Teil bei, der ihm obliegt”, schrieb Papst Leo XIII.  dazu einmal. Auf die Eliten-Debatte übertragen heißt das: Wer an der Spitze der Gesellschaft stehen will, muss bereit sein, diese Gesellschaft zu führen und zu lenken. Nicht nur kurzfristig, sondern vor allem in der Verantwortung für künftige Generationen. Das geht aber nicht, indem man Angst, Unzufriedenheit und Ressentiments schürt. Deshalb: Es ist Zeit für Verantwortung.

André Lorenz

Teil 1: Mit ihren Äußerungen sorgen Sommer, Scholz und Schwan selbst für soziale Unruhen




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