Beide sind in ihrem Können nicht vergleichbar. Gemein haben sie nur Eines: Sie sind Spitzenkräfte und verdienen deshalb weit mehr als der Durchschnitt. Das war nie anders. Ein Stararchitekt wie Hippodamos von Milet (5. Jahrhundert v. Chr.) wurde hofiert, um Bauwerke in den unterschiedlichsten antiken Städten zu gestalten. Georg Friedrich Händel konnte sich die Bühnen und Adelshäuser für seine „Wassermusik“ aussuchen. Für die meisten Zeitgenossen war das eine andere Welt – ähnlich wie die 70 Millionen-Offerte heute.
Letztlich ist entscheidend, dass es im Fall des Ribéry-Reibachs um ein Geschäft zwischen zwei Unternehmen geht. Manchester will diesen Spieler holen und hat das nötige Geld dazu. Der FC Bayern will sich dieses Angebot nicht entgehen lassen, um selbst Transfers tätigen zu können. Es geht um Angebot und Nachfrage. So funktioniert unsere Wirtschaft. Mit Moral und Glaube hat das nichts zu tun. Schon Jesus sagte: „So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“
Man kann das Transfergeschacher verurteilen, nach dem Motto: Kein Mensch ist so viel Geld wert. Doch wer würde das festlegen? Menschen überhaupt in Geld aufzurechnen verbietet sich. In dieser Hinsicht ist es egal, um welche Summe es sich handelt.
Am Ende spitzt sich alles zu auf den Vorwurf, dass 70 Millionen Euro für einen Mann gezahlt werden, der nichts anderes tut, als in einen Ball zu treten. Der nichts produziert, nichts komponiert, nichts inszeniert.
Ribéry spielt nur Fußball.
Stimmt.
Und Pollock hat nur gemalt.
Simon Biallowons