Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Barack Obama wird nicht scheitern

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Debatte

Barack Obama wird nicht scheitern

Barack Obama ist für viele eine Art Messias. Er soll die Bruchstellen auf der Welt und im eigenen Land reparieren und nebenbei noch der Menschheit Hoffnung auf eine bessere Zukunft verleihen. Obama steht für einen Aufbruch und eine ethisch-moralische Erneuerung wie kaum ein US-Präsident zuvor.

Barack Obama (Foto: dpa)

Eine Politik, die auf moralischen, vor allem auf christlichen Werten basiert, hat in den USA lange Tradition. Der bekennende Christ Obama hat einiges dazu beigetragen, die hohen moralischen Erwartungen an ihn zu befeuern. Erinnert sei an die gebetsähnliche „Yes we can“-Rhetorik, die Wiederholung des Amtseides nach einem Formulierungsfehler im öffentlichen Gelöbnis oder auch die ersten präsidialen Schritte. Obama stoppte die Guantanamo-Prozesse und führte neue Verhaltensregeln für seine Regierungsmitglieder ein. Obamas Mitarbeiter müssen ihr Handeln transparent machen und dürfen keine Geschenke von Lobbyisten annehmen. Außerdem darf kein Mitarbeiter des Weißen Hauses mehr als 77.000 Euro verdienen. Begründung: „Amerikanische Familien müssen den Gürtel enger schnallen, also muss Washington das auch.“ Viel frischer Wind, der nach all der Geheimniskrämerei, den Lügen und der scheinheiligen Doppelmoral der Bush-Jahre den ramponierten Ruf der USA wiederherstellen soll.

„Ich habe es vermasselt“

Trotzdem stellt sich die Frage: Hat eine solch hohe ethisch-moralische Messlatte auch im politischen Alltag Bestand? Ist Obama nicht überfordert mit all dem, was er sich vorgenommen hat und andere auf ihn projizieren?  „Ich denke, ich habe es vermasselt.“ Mit diesen Worten entschuldigte sich Obama, als er seinen Wunschkandidaten für das Amt des Gesundheitsministers fallen lassen musste. Es war die dritte Panne bei der Regierungsbildung. Damit wurde endgültig klar: Obama ist eben doch kein Messias, sondern ein Mensch, der Fehler begeht, der Rückschläge in Kauf nehmen und der in Zukunft vielleicht auch von hehren Überzeugungen abrücken muss. Dass das nicht immer verkehrt ist, zeigte Ronald Reagan. Er trat als unversöhnlicher Kämpfer gegen die Sowjetunion an, aber beendete mit dem Erzfeind den Kalten Krieg. Obama ist daher zu wünschen, dass seine Wertvorstellungen zwar Richtschnur seines Handelns bleiben, aber nicht zum Selbstzweck verkommen. Aber solange jemand die Größe zu einem Satz wie „Ich habe es vermasselt“ besitzt, dürfte er davor gefeit sein.

Von Klaus Späne




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