Vorsicht, Rutschgefahr!
München, am 29. April 2008. – Die Katholische Nachrichtenagentur hat heute vor Rutschgefahr gewarnt. Wie? Rutschgefahr Ende April? Keine Sorge! Auch wenn Sie schon Ihre Sommerreifen aufgezogen haben, werden Sie sicher nicht ins Schleudern kommen. Vorsichtig sollten Sie allerdings sein, wenn Sie vor den Traualtar treten: Vergessen Sie ja nicht, sich vorher die glatte Ledersohle mit Schmirgelpapier anzurauen! Das, so vermeldet die Katholische Nachrichtenagentur, minimiere die Gefahr eines Ausrutschers am schönsten Tag im Leben.
Von einem Ausrutscher bei der nächsten Meldung zu sprechen, wäre eine Unterstellung. Revolutionär ist die Entscheidung allerdings in jedem Fall: Erstmals in ihrer 147-jährigen Geschichte beschäftigt die italienischsprachige Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“ eine Frau in der Redaktion. Die Neue heißt Silvia Guidi und soll im Kulturressort mitarbeiten. Ob die 36 Jahre junge Frau ihren Kollegen den Kopf verdrehen wird? Wahrscheinlich eher nicht: Guidi gehört der katholischen Gemeinschaft „Memores Domini“ an, die gemäß den evangelischen Räten der Armut, der ehelosen Keuschheit und des Gehorsams lebt.
Gehorsam sind die Politiker in Deutschland ganz und gar nicht: Am Montag noch hatte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen eine Erhöhung des Kindergeldes schon ab Januar 2009 in Aussicht gestellt. Prompt redete einen Tag drauf Finanzminister Peer Steinbrück die Pläne seiner Kollegin schlecht. Über einen Sprecher ließ Steinbrück verkünden: „Wer etwas Neues möchte, muss darlegen, wo das Geld eingespart werden kann.“ Doch davon lässt sich eine Frau von der Leyen nicht provozieren. Sie hat ja schon 2007 einige Millionen Euro mehr ausgegeben, als im Budget ihres Familienministeriums vorgesehen war. Es läuft halt nicht immer alles nach Plan.
Apropos Plan: Sollten Sie tatsächlich vorhaben, zu heiraten, hat die Katholische Nachrichtenagentur noch einen Tipp auf Lager. Sie rät, das Outfit für den schönsten Tag im Leben in Ruhe zu wählen und dessen Trageverhalten vorher auszuprobieren. Vor allem, wenn es sich um eines der gewagten Modelle handelt. Ja, genau bei denen, wo man sich als Hochzeitsgast manchmal fragt, ob dem Schneider der Stoff ausgegangen ist oder wieso er auf der einen Seite des Kleides die Naht vergessen hat. Also, wenn Sie im Brautmodengeschäft stehen: Gehen Sie ruhig mal in die Hocke mit dem Kleid. Und schauen Sie ganz genau, ob auch ja nichts verrutscht, wenn Sie sich hinknien. Denn sonst befinden Sie sich vor dem Traualtar ganz schnell auf Glatteis – auch Ende April!
Beate Spindler