Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Walter Mixa – Die Ruhe nach dem Sturm

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Walter Mixa – die Ruhe nach dem Sturm

Foto: dpa
Wer ist Walter Mixa? Fotostrecke mit Stationen, Zitaten Pannen: Klicken Sie auf das Bild!

Beinahe ist man versucht, den engsten Beratern von Walter Mixa, der einmal Bischof von Augsburg war, zu danken. Hätten sie anders auf ihn eingewirkt, wäre Mixa vermutlich noch immer in Amt und Würden. Nach allem, was man heute weiß, ist das ein erschreckender Gedanke. Das wäre nicht deshalb eine Katastrophe, weil Mixa manch merkwürdige Ansicht hatte und sie noch merkwürdiger vertrat. Das müssen eine katholische Kirche einerseits und eine demokratische Gesellschaft andererseits aushalten. Nein, die Katastrophe ist: Die zwei deutschen Diözesen Eichstätt und Augsburg wurden im Lauf der vergangenen 14 Jahre von einem Bischof geleitet, der als Pfarrer systematisch Kinder verprügelt, Stiftungsgelder eines Waisenhauses zweckentfremdet, zu keinem Zeitpunkt Einsicht gezeigt und zuletzt auch noch gelogen hatte.

Der Schaden, den Walter Mixa der Kirche in Augsburg und darüber hinaus zugefügt hat, ist immens. Nie zuvor sind die moralische Autorität und die Glaubwürdigkeit der deutschen Kirche derart erschüttert worden. Viele Gläubige in Augsburg sind wütend und verunsichert. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sind über 5000 Katholiken in diesem Bistum aus ihrer Kirche ausgetreten. Es wird länger dauern als das vermutete Jahr der Sedisvakanz, das zerstörte Vertrauen wiederherzustellen.

Mixa hat viele enttäuscht – und die Wut wächst weiter

Aber wie soll Ruhe einkehren, wenn man erfährt: Noch wenige Tage vor der Annahme seines Rücktrittsgesuchs durch Papst Benedikt soll Mixa in einem Schweizer Sanatorium den Rücktritt vom Rücktritt geplant haben, entsprechende Pressemitteilungen seien bereits geschrieben gewesen. Die Bischöfe Zollitsch und Marx mussten in die Schweiz fahren, um den Patienten zurückzuhalten. Und die Wut wächst weiter: Nach Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs, die sich als unbegründet erwiesen, beklagte sich Mixa: „Es tut mir weh, dass viele treue Christen wegen der haltlosen Missbrauchsvorwürfe an mir gezweifelt haben.“ Vielleicht erlebt der Ex- Bischof von Augsburg ja doch noch einmal das Privileg, gut beraten zu werden. Dann könnte er erfahren, dass viele Christen aus ganz anderen Gründen an ihm zweifeln – weil er nach den Kriterien des Kirchenrechts einfach kein guter Bischof war und deshalb viele Menschen enttäuscht hat. Und dann könnte er vielleicht endlich sagen, dass es ihm leid tut. 

André Lorenz (21.5.2010)

Walter Mixa: Prügelvorwürfe haben sich erhärtet
So geht es in Augsburg weiter: Grünwald übernimmt
Aus für Mixa: Papst nimmt Rücktrittsgesuch an 
Endlich Ruhe: 
Wie es in Augsburg jetzt weitergeht
Zollitsch zum Rücktritt: "Chance für den Neuanfang"
Marx über Mixa: Die Reaktion der bayerischen Bischöfe
Fotostrecke: Wer ist Walter Mixa?




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Die Kommentare der Liborius-User:


von Heike Solms

am Montag, 14. Juni 2010

Was soll eigentlich dieser schwachsinnige Artikel? Bischof Mixa wurde von seinen eigenen Amtsbrüdern zum Teil gemobbt, aus dem Amt gejagt, ja, man hat sogar unseren Papst belogen!!!!!!! Ich halte sehr viel von Bischof Mixas Einstellung. Als absolut papsttreue Katholikin bin ich manchmal nur noch total perplex, was für einen Mega-Schwachsinn man vom deutschen Episkopat vorgesetzt bekommt. Ich höre auf unseren wunderbaren Papst! Einen besseren kriegen wir eh nicht mehr!

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von Eduard Klauke

am Freitag, 11. Juni 2010

Als neuer Bischof von Augsburg kommt für mich nur Notker Wolf oder WB Anton Losinger in Frage.

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von Elisabeth

am Freitag, 11. Juni 2010

Fast alle Medien sind offen oder verdeckt antichristlich und damit antikatholisch. Der Protestantismus wird zwar in der Oeffentl. Meinung uns allen stets als Vorbild vorgehalten, in Wirklichkeit sind deren Kirchen ja noch viel viel leerer als die der kath. Kirche. Insoweit geht es also gegen die Kath. Kirche, weil sie die einzige grosse Kirche ist, die noch ein christliches Rückgrat hat (es gibt einige kleinere evangelische freie Gemeinschaften - nie handelt es sich um Landeskirchen! - die noch sehr christlich sind). Die meisten ev. Kirchen sind esoterisch angehauchte Sozialunterhaltungsvereine mit ähnlichem Programm und Inhalt wie Volkshochschulkurse. Martin Luther würde sich im Grab umdrehen, wüsste er dies.

Leider sind in diesem starken Fahrwasser auch kath. Medien in d. Sog gekommen.

Über LIBORIUS bin ich enttäuscht, muss ich für viel Geld das gleiche dort lesen, was ich auch in meiner schnöden Tageszeitung lesen muß? Für wen schreibt LIBORIUS?

Alle Männer dieser Generation wie Mixa haben mit Schlägen Kinder gezüchtigt. Das rechtzeitig eingestreute Gerücht mit dem sex. Missbrauch aus der Kirche selbst ist skandalös.
Man wollte einfach nur schnell Ruhe haben und die Medien sind ja auch wieder sehr ruhig:

so ausführlich wie über Mixa berichten jetzt keine Medien mehr über die schönen Ereignisse: den wunderbaren Besuch von B16 in Zypern, den Besuch von arabischen Fürsten im Vatikan, dem Besuch von B16 bei den römischen Lutheranern, dem Besuch von 10.000 Priestern (ob auch deutsche Priester dabei waren? wahrscheinlich nur wenige, und die waren keine Diözesanpriester sondern LC oder FSSP)beim Internationalen Priestertreffen jetzt Anfang Juni 2010.

Niemand hat je hinterfragt, wieviele Katholiken sich eigentlich durch "Wir sind Kirche" repräsentiert fühlen.

Man hat Mixa abgeschossen, weil er oft die Wahrheit gesagt hat. Weil es zugegeben manchmal unglücklich formuliert war, war es den anderen Bischöfen peinlich. Besonders jenen, die eigentlich nie was sagen.

Die Frage ist doch, welche Bischöfe braucht eine Kirche? Die passiven, die nichts tun und damit auch nie was Falsches tun?
Oder die engagierten Bischöfe, die halt auch mal daneben langen (wie alle Menschen).

Mir scheint, der Kampf ist längst verloren und eine dekadente Gesellschaft hat sogar mehr Respekt vor Menschen wie Kässmann oder Horst Köhler, die lieber das Handtuch werfen als Verantwortung zu übernehmen.
Das ist der Beginn des Untergangs.

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von R. F.

am Donnerstag, 10. Juni 2010

Leider war physische und psychische Gewalt gegen Schutzbefohlene üblich von Eltern, Lehrern, Pfarrern, aber es gab auch Erziehungsberechtigte, die nichts davon gebraucht haben. Der Bericht über Schrobenhausen zeigt, welche Vorwürfe zurecht gegen Bischof Mixa erhoben wurden und dass er dafür gerichtlich nicht zur Verantwortung gezogen werden kann, weil die Taten verjährt sind. Daraus den Schluss zu ziehen, dass alle Vorwürfe gegenstandslos sind und es sich um eine Verleumdungskampagne handelt, ist abenteuerlich; dann ist es auch nur konsequent, dass man Strafen für die Verräter fordert.

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von Jutta

am Samstag, 29. Mai 2010

Alle gegen Bischof Mixa erhobenen Vorwürfe haben sich inzwischen als falsch erwiesen. Dass er Ohrfeigen ausgeteilt hat, wie es zu jener Zeit leider üblich war, gab er zu. Mit den betroffenen Personen wollte er sich persönlich treffen, was diese ablehnten, so dass er sich bei ihnen also nicht entschuldigen konnte.
Am 19.04.2010erklärte Bischof Mixa im Rahmen einer Tagung mit dem Priesterrat der Diözese Augsburg: „Es tut mir im Herzen weh und leid, dass ich vielen Menschen Kummer bereitet habe. Ich bitte um Verzeihung.“
Der Schlusssatz des obigen Kommentars „Und dann könnte er vielleicht endlich sagen, dass es ihm leid tut“ erscheint mir deshalb höchst subversiv – mit der Absicht, den ohnehin zerstörten Ruf des Bischofs noch weiter zu unterminieren. Diesen Eindruck hinterlässt meines Erachtens der gesamte Kommentar von Herrn Lorenz.
Wer übernimmt nun eigentlich die Verantwortung für die verleumderische öffentliche Hetze gegen Bischof em. Mixa, der inzwischen zur persona non grata degradiert wurde? Die unberechtigte Rufschädigung eines Bischofs kann laut CIC mit der Exkommunikation geahndet werden. Oder gilt im Falle Mixa: Der gute Ruf ist schon so stark beschädigt, dass es darauf auch nicht mehr ankommt ?

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von J.P.

am Dienstag, 25. Mai 2010

Sehr geehrter Herr Lorenz,

Ihren Artikel habe ich mit Befremden und Enttäuschung gelesen. Nun haben doch wahrlich genügend viele Fernsehsender und Zeitungen in den vergangenen Monaten über die Vorkommnisse um Bischof Mixa auf höchst unsachliche und aggressive Art und Weise berichtet.
Muss sich tatsächlich Liborius nun auch noch anschließen ?
Wohlgemerkt, es geht mir nicht um eine sachliche Darstellung von Ereignissen. Was an den Vorwürfen gegen Bischof Mixa zurecht erfolgt ist und was nur „falscher Alarm“ war, kann ich kaum noch auseinander halten. Dass Bischof Mixa inzwischen bedauerlicherweise zur „persona non grata“ gemacht wurde, ist offensichtlich. Von einem katholischen Maganzin erwarte ich mir aber einen respektvollen Umgang mit einem Menschen --- auch, oder gerade wenn es sich um einen Bischof handelt !
Im Sport würde man eine derartige Vorgehensweise mit Nachtreten bezeichnen !

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von Jette

am Dienstag, 25. Mai 2010

Auch in der Katholischen Kirche gilt der rechtsstaatliche Grundsatz: "Im Zweifel für den Angeklagten". Dies ist bis zum Beweis der Straftat zu respektieren. Unbedachte Vorverurteilungen und deren Bekanntmachung in der Öffentlichkeit durch ein Ordinariat haben eine oft irreversibile Rufschädigung für den Betroffenen zur Folge. Der Schutz des guten Rufes gehört zu den Grundrechten aller Gläubigen - auch für einen Bischof !
Im Grundrechtekatalog des Kirchlichen Gesetzbuches heißt : "Niemand darf den guten Ruf, den jemand hat, rechtswidrig schädigen und das persönliche Recht eines jeden auf den Schutz der eigene Intimsphäre verletzen." Der kirchliche Gesetzgeber ahndet die Verletzung dieses Grundrechts mit Strafen: "Wer ... den guten Ruf eines anderen verletzt, kann mit einer gerechten Strafe belegt werden" (CIC, can. 1390 § 2).
Exkommumikation, Interdikt und - für einen Kleriker - Suspension sind mögliche Strafen.
Die unberechtigte Rufschädigung eines Bischofs kann mit der Exkommunikation geahndet werden.
Nun bin ich gespannt, welche rechtlichen Konsequenzen sich für die Zuständigen des Ordinariats in Augsburg ergeben, die - gerade noch rechtzeitig - das Gerücht von einem angeblichen Missbrauch durch Bischof Mixa in die Welt gesetzt --- und in die Medien gebracht haben !
Oder sollte etwa mit zweierlei Maß gemessen werden ?

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