Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Zollitsch: „Diskussionen sieht der Papst gelassener“

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Montag, 21. Mai 2012 Hermann Joseph , Erenfrid
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Reformen

Zollitsch: „Diskussionen sieht der Papst gelassener“

In seinem Interview mit der ZEIT gibt der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch einen interessanten Einblick in die Ansichten eines Bischof.

Erzbischof Robert Zollitsch: "Warum geht es nicht schneller?" (Foto: DPA)
Erzbischof Robert Zollitsch: "Warum geht es nicht schneller?" (Foto: DPA)

Die Passage aus dem ZEIT-Interview zu den wiederverheirateten Geschiedenen (liborius.de berichtete) sorgte ja schnell für tüchtige Aufregung innerhalb der Kirche. Der Kölner Kardinal Meisner machte umgehend deutlich, das habe Zollitsch nicht als Vorsitzender der Bischofskonferenz gesagt. Es waren also die Worte eines „schlichten Erzbischof“, die für solche Aufregung sorgten. Die Kirche könne die Unauflöslichkeit der Ehe keineswegs in Frage stellen, donnerte Meisner. Dabei ist dieser Punkt gar nicht im Streit. Es geht Zollitsch, wie übrigens auch Meisners ehemaligem Weihbischof, dem neuen Berliner Bischof Rainer Maria Woelki, um die Frage eines barmherzigen Umgangs mit Menschen, deren Lebensentwurf eben an dieser Stelle gescheitert ist und die unter dem Ausschluss von den Sakramenten leiden. Viel Aufregung also, die sicherlich auch dem kommenden Besuch des Papstes in Deutschland geschuldet ist und der Frage: Bringt er Geschenke für seine kritischen deutschen Gläubigen mit?

Deutschland Land der Glaubensspaltung

Wenn die Antwort zu den wiederverheirateten Geschiedenen also die Kirche so bewegt, ist es sicher auch interessant, was Zollitsch in dem ZEIT-Interview sonst noch so gesagt hat. Wir haben da mal reingeschaut. Die Offenheit für Diskussionen, wie es sie in Deutschland gibt, werde in Rom nicht ganz leicht verstanden, macht der Freiburger Erzbischof deutlich. „Deutschland wird in Rom, nicht vom Heiligen Vater selber, gern noch als Land der Glaubensspaltung gesehen. Manches starke Wort von Luther, auch über die Päpste, wird bis heute kolportiert“, erklärt er. Der Papst sei, auch wenn er meint, manche Diskussionen müssten so nicht sein, allerdings gelassener als manch anderer in Rom.

Ökumenischer Impuls 

In Fragen der Ökumene erhofft Zollitsch einen Impuls, durch den Besuch des Heilgen Vaters. Wie dieser aussehen könnte, da will sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz allerdings nicht festlegen. „Nun lassen Sie den Heiligen Vater doch überhaupt erst mal ankommen“, antwortet er auf eine entsprechende Frage.

Langsame Veränderungen

Angesprochen über das manchmal mühsame Tempo von Veränderungen in der Kirche macht Zollitsch deutlich, dass auch er manchmal ungeduldig werde. „Ich laufe auch manchmal Gefahr, müde zu werden, und denke: Warum geht es nicht schneller? Manchmal muss ich mir die nötige Geduld auch selber zusprechen.“




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