Die katholische Erlebniswelt, Papst und Kirche: Vatikan erleichtert Angilkanerin Eintritt

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glaubenslust – Der Tag


Vatikan erleichtert Anglikanern den Übertritt

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Ein Kommentar von Simon Biallowons

Der Dialog mit der orthodoxen Kirche liegt Benedikt XVI. am Herzen, das ist offensichtlich. Im Gespräch mit den Reformierten dagegen machte der deutsche Papst einen ungleich zurückhaltenderen Eindruck. Bis zum vergangenen Dienstag. Als Kardinal William Levada konkrete Pläne zur Aufnahme von übertrittswilligen Anglikanern vorstellte, verriet der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation nicht nur etwas über die Strategie gegenüber der anglikanischen Kirche, sondern auch viel über Benedikts generelle Vorstellung von Ökumene.

Die Pläne des Vatikans sehen so aus: Anglikanern, die unzufrieden mit ihrer Kirche sind und zum Katholizismus übertreten wollen, werden große Zugeständnisse gemacht. Sie dürfen zum Beispiel ihre Liturgie weiterhin zelebrieren, anglikanische Priester können eine katholische Weihe erhalten und trotzdem verheiratet bleiben. Priesteramtskandidaten sollen zusammen mit katholischen Seminaristen ausgebildet werden und darüber hinaus eine spezielle Unterweisung in der anglikanischen Tradition bekommen. Außerdem will man in jedem Land, das sich darum bemüht, ein „Personal-Ordinariat“ einrichten. Das ist eine Art Diözese, allerdings meistens ohne eigenes Bistumsgebiet. Geleitet wird es von einem Priester oder Bischof, dem „Ordinarius“. Er untersteht der nationalen Bischofskonferenz und damit letztendlich dem Papst. Und genau das ist der Grund für das Entgegenkommen des Vatikans: Man gewährt den Anglikaner spezielle Rechte, erleichtert ihnen den Übertritt und erreicht dadurch, dass sie den Papst als Oberhaupt anerkennen. Der Vatikan holt sich auf diese Weise Anerkennung von ganz neuer Seite: Noch nie zuvor hatte eine Kirche mit reformatorischer Tradition ein ähnliches Angebot erhalten. Eine echte Sensation.

Benedikt XVI. ist zu ungewähnlichen Schritten bereit

Eine Sensation ist es auch, weil Benedikt XVI. mit diesen Plänen eine Offenheit und Toleranz offenbart, die ihm viele Kritiker absprechen. Der Heilige Vater beweist, dass er auf dem Weg zur Einheit der Christen auch zu außergewöhnlichen Schritten bereit ist. Sein Satz „Es gibt so viele Wege zum Heil, wie es Menschen gibt“, bekommt dadurch eine ganz neue Dimension.

Zwar müssen sich die neuen Glaubensbrüder offen zur Kirche und dem Katechismus bekennen. Sie sind also keine Anglikaner mehr, sondern Katholiken. Aber sie müssen ihre alten Wurzeln nicht kappen und können die vertraute Spiritualität weiterleben. Eine Spiritualität, die Paul VI. einmal als „anglikanischen Reichtum“ bezeichnete.

Die Entscheidung Benedikts XVI. ist aus zwei weiteren Gründen brisant. Einmal, weil der Heilige Vater auch auf diese Weise ein deutliches Zeichen für die Piusbruderschaft gesetzt hat. Mit den Lefebvristen beginnen bald neue Verhandlungen, und der Vatikan hat ihnen einen möglichen Weg zurück in die Kirche aufgezeigt. Rom hat klargemacht: Zugeständnisse sind möglich, auch sehr weitreichende – wenn nur der Papst und die Grundsätze der katholischen Kirche anerkannt werden.

Vor allem aber zeigt das Anglikaner-Agreement, wie Benedikt XVI. Ökumene versteht. Als Prozess, der von allen Beteiligten Kompromisse verlangt. Der aber zugleich eins nie relativieren wird: den Anspruch der katholischen Kirche, die einzige und wahre Kirche Jesu Christi zu sein.

Auf dem Weltjugendtag in Köln hatte Benedikt XVI. betont, dass er die sichtbare Einheit aller Christen zu einer Priorität seines Pontifikats erhoben habe. Seit Dienstag weiß man, wie diese Einheit aussehen könnte. Durchaus in einem bunten Gewand, aber immer unter dem Mantel des Papstes.

(22.10.09)




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Die Kommentare der Liborius-User:


von verlorene Tochter

am Freitag, 8. Januar 2010

Gemeinsam ist all den Angeboten, dass Frauen in der katholischen Kirche offensichtlich nur als Nonnen oder Ehefrauen vorkommen. Wenn einmal die Rede war, dass man auch Frauen in Führungspositionen haben möchte, ist davon schon lange keine Rede mehr. Frauen sind in Leitungsfunktionen anderer Konfessionen nützlich als Vogelscheuchen, die die Männer in die richtige Richtung treiben.

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von david zehnter

am Sonntag, 8. November 2009

Zwangszölibat von 1139 war nie glaubwürdig und ist fast Pleite.
Wenn ich heute Theologiestudent wäre, würde ich mich zum anglikanischen Priester weihen lassen, ein Ehemann und Familienvater sein und mit "Einsicht" in die Heilige Römisch-Katholische Kirche zurückkehren.

Im übrigen feiern wir das Priesterjahr im Gedenken an die von Papst und Bischöfen rausgeworfenen verheirateten römisch-kath. Priester, 120 000 weltweit,
welch ein vatikanischer Luxus !!!

Und: Frauendiskriminierung: Kein Priestertum für das Weib, nach den alten machthabenden Robotern in langen Kleidern.
Ob Jesus nicht doch auch ...

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von david zehnter

am Sonntag, 8. November 2009

Zwangszölibat von 1139 war nie glaubwürdig und ist fast Pleite.
Wenn ich heute Theologiestudent wäre, würde ich mich zum anglikanischen Priester weihen lassen, ein Ehemann und Familienvater sein und mit "Einsicht" in die Heilige Römisch-Katholische Kirche zurückkehren.

Im übrigen feiern wir das Priesterjahr im Gedenken an die von Papst und Bischöfen rausgeworfenen verheirateten römisch-kath. Priester, 120 000 weltweit,
welch ein vatikanischer Luxus !!!

Und: Frauendiskriminierung: Kein Priestertum für das Weib, nach den alten machthabenden Robotern in langen Kleidern.
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von Thomas Jablowsky

am Montag, 26. Oktober 2009

So also sieht Ökumene auf vatikanisch aus: Man bietet die Heimkehr in die katholische Kirche unter Beibehaltung der liturgischen und spirituellen Tradition an. Bestechende Idee! Und das gibt es ja auch schon: Chaldäer, Unierte Orthodoxe, etc.
In der ersten Meldung, die ich dazu gelesen habe (Vatican Information Service), meine ich verstanden zu haben, dass diese "unierten" Anglikaner aber nicht zur römisch-katholischen Messe dürfen - und umgekehrt. Das funktioniert meinetwegen mit orientalischen Kirchen, auf deren "Territorium" es keine römisch-katholischen Gemeinden gibt. Aber zum Beispiel in England? Hier gibt es sehr wohl römisch-katholische Christen, lebendige Pfarreien, geistliche Gemeinschaften, etc. Prallel dazu soll es dann Unierte geben? Welche Einheit ist das denn bitte schön?
Sogar Priesterseminare für den dann neuen katholischen Sonderritus soll es geben!?
Oder ist das etwa ein Modell die Piusbrüder zu integrieren? Die haben halt ihre spirituelle und liturgische Tradition, die anderen einen andere, jeder bleibt für sich, aber unter dem Dach des Papstes.
Das wäre wie ein Haus mit vielen Eingängen, aber ohne Verbindungen der Wohnungen untereinander. Solche Architektur soll es ja bei einer anderen katholischen Sondergruppe tatsächlich geben, wenigstens um Frauen und Männer getrennt zu halten.
Diese Form der Zersplitterung wäre noch fataler als die momentan transparenten Konfessionen.
Verheiraratet dürfen also die Angklikanischen Priester bleiben, und nicht nur die, die es schon sind, sondern auch die, die erst noch Priester werden wollen. Das ist tatsächlich eine Neuerung gegenüber dem Umgang mit protestantischen Pfarrern, die konvertieren (und zuvor in keinster Wesie in apostolischer Sukzession standen - zumindest nach offizieller Lehrmeinung der röm.-kath.
Kirche). Meines Erachtens ist aber dann die Zölibatsverpflichtung endgültig nicht mehr nachvollziehbar, erst recht nicht für so genannte Fernstehende: es gibt Priester, die verheiratet sein können (übrigens jetzt schon viele!) und andere nicht, beide Gruppen können nach päpstlichem Verständnis gültige Eucharistie feiern. Theologisch ist das kaum mehr zu begründen.
Ein weiterer Punkt, der mich umtreibt. Gerade die Anglikaner waren es, die eine Anerkennung des Papstes als repräsentatives Oberhaupt angedacht und publiziert haben. Dass das mit weiblichen Priestern und Bischöfinnen schwierig werden könnte, war klar. Aber Sie haben die Hand ausgestreckt und einen Einheit angeboten, die ganz aners aussieht, als das Angebot Benedikts. Das riecht ganz stark danach, dass Anglikaner, die eigentlich gerne ihre Kirche verlassen wollten, dies aber aus emotionalen Gründen - in der entsprechenden Spiritualität und Liturgie aufgewachsen, nicht vertraut mit einem anderen Ritus - nicht getan haben, mit dieser Offerte umworben werden sollen. Angeln in fremden Gewässern? Konfessionenmission?

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von Dr. Bolkart

am Sonntag, 25. Oktober 2009

In diesem historischen höchst bedeutungsvollen Geschehen geht es nicht um Zugeständnisse an unzufriedener Anglikaner, die zur katholischen Kirche übertreten wollen! Es geht vielmehr um eine Antwort der römisch katholischen Kirche an die Anglikanische Kirche in einem gemeinsamen Suchprozess wie die EINHEIT IN DER VIELFALT der beiden Kirchen erreicht werden kann. Dieses Angebot richtet sich diesmal nicht nur an einzelne sondern an ganze Gruppen und Gemeinden.
Dem vorausgegangen waren verschiedene Anfragen und Bitten traditionsorientierter Gruppierungen der anglikanischen Kirche an die katholische Kirche - auch dieses Fakt blieb unerwähnt. Dass der Prozess zusätzlich verstärkt wurde durch die Einführung weiblicher Bischöfe und eines homosexuellen Bischofs, welches bei den traditionsorientierten Anglikanern auf heftigen Widerstand gestoßen war, ist nur als sekundärer Faktor zu bewerten.
Bleibt der Eindruck, dass der Verfasser wohl eher von der "Sensationslust" als von der "Glaubenslust" geleitet wurde. Lückenhafte Informationen verleiten aber rasch zu Fehlinterpretationen, wie manche Kommentare zum Thema aufzeigen. SCHADE!

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von Peter Segna

am Donnerstag, 22. Oktober 2009

Ist nicht gerade der Anspruch auf die alleinige Führung und das alleinige Kirche-Christi-Sein, der Problempunkt, der im Momanet die ökumenischen Prozesse hemmt.
Und wie verlogen iste es angesichts des römisch-katholischen Priesterrückganges anklikanischen Priestern den Übertritt und die römisch-katholische Priesterweihe in Aussicht zu stellen und zugleich inner römisch-katholisch den Frauen und verheirateten Männer des Amtspriestertum zu verweigern?! ....und lieber den Gemeinden immer größere Seelsorgebezirke und Entfrenung zum zuständigen Priester zuzumuten?!
Diese Möglichkeit haben heute auch schon protestantische Pfarrer, die natürlich keine Priesterweihe im katholischen Sinn haben. Auch sie können nach Übertritt zum Katholizismus auch mit Ehefrau zu Priestern geweiht werden.
Wiedermal ein messen mit verschiedenen Maßstäben, ganz wie es der Kurie in den Kram passt??!!!

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