Das Weltsozialforum in Brasilien und das Weltwirtschaftsforum in Davos finden zeitgleich statt. Im Schweizer Nobelort warnt die Kanzlerin davor, der Bundesrepublik zu viel aufzubürden. Inm brasilianischen Porto Allegre fordern tausende Globalisierungskritiker mehr soziale Gerechtigkeit.
Gerechtigkeitsschere
Beim UN-Erdgipfel zu Umwelt und Entwicklungsfragen, der vor 20 Jahren in Rio de Janeiro erstmalig stattfand, gelang damals der erste Blick auf die Schere zwischen Umwelt und Entwicklung. Mit fortschreitender wirtschaftlicher Entwicklung wurden Ressourcen ausgebeutet und die Umwelt zerstört. Zunächst, ohne ein Bewusstsein für die Folgen zu entwickeln. Das hat sich in dne vergangenen 20 Jahren geändert. Das Leitbild von Rio mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung ist angesichts der Veränderung des Weltklimas, der Umstellung unserer Energieversorgung, den knapper werdenden Ressourcen, einer wachsenden Weltbevölkerung und des Hungers in der Welt aktueller denn je.
Lebensweise ändern
Gleichwohl ist klar: Wenn die Menschen ihre bisherige Lebensweise und den Umgang mit Energie und Rohstoffen weiter so beibehalten wollen, wird es trotz technischer Neuerungen irgendwann zum Kollaps kommen. Reflexion und Veränderung sind also angesagt. Aber wie? Dieser Frage stellt sich auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) bei einer Fachtagung "Kirche auf dem Weg der Nachhaltigkeit - 20 Jahre nach Rio". Am 2. März will der Laienverband in Bonn-Bad-Godesberg über die „christliche Verantwortung für unsere Mitmenschen, nachfolgende Generationen und unsere Umwelt“ diskutieren und die damit verbundenen „hohen Anforderungen an Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit unseres Lebenswandels“ in den Blick nehmen.
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Bedingungen der Nachhaltigkeit
Die These, dass unser momentaner Lebensstil diesen Bedingungen nicht genügt, hat das ZdK in seinen Erklärungen "Schöpfungsverantwortung wahrnehmen – jetzt handeln" sowie "Globalisierung gerecht gestalten – Die Ernährungskrise in den Fokus der Krisenbekämpfung stellen" bereits aufgegriffen. Das ZdK veranstaltet die Fachtagung gemeinsam mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, dem Bund Katholischer Unternehmer, der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands, der Katholischen Landjugendbewegung Deutschland und MISEREOR.“
Bei der Tagung geht es um die notwendigen strukturellen Veränderungen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene für eine nachhaltigere Lebensweise. Hierbei soll insbesondere auch die bisherige und zukünftige Rolle der katholischen Kirche in diesem Prozess in den Blick genommen werden.