Autor: sabrina88
Erstellt: 7. Februar 2010 - 12:10
Betreff: Renaissance der Monoedukation
Nachdem der gemeinsame Unterricht von Mädchen und Jungen bis vor ein paar Jahren noch als Garant für die Chancengleichheit angesehen wurde, macht sich in letzter Zeit immer mehr die Einsicht breit, dass die getrennte Klassenführung durchaus Vorteile für beide Geschlechter bietet.
Habt ihr euch damit auseinandergesetzt, als es darum ging, in welche Schule ihr eure Kinder schickt?
Habt ihr euch damit auseinandergesetzt, als es darum ging, in welche Schule ihr eure Kinder schickt?
Autor: Juli
Erstellt: 7. Februar 2010 - 12:21
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Es gibt inzwischen einige Studien zu dem Thema, z. B. zum Download beim Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA):
Gender Differences in Risk Behaviour: Does Nurture Matter?
IZA Discussion Paper No. 4026 - http://ftp.iza.org/dp4026.pdf
Choosing to Compete: How Different Are Girls and Boys?
IZA Discussion Paper No. 4027 - http://ftp.iza.org/dp4027.pdf
Grundtenor der Studien ist, dass sich Jungen wie Mädchen besser in den Bereichen entwickeln, in denen traditionell die Stärken des anderen Geschlechts gesehen werden. Jungen werden z. B. aufgrund ihres Verhaltens in gemischten Klassen insgesamt gegenüber Mädchen benachteiligt, Mädchen trauen sich in gemischten Klassen in naturwissenschaftlichen Fächern weniger zu.
Es macht also durchaus Sinn, dass in bestimmten Fächern und/oder Jahrgangsstufen getrenntgeschlechtlich unterrichtet wird.
Gender Differences in Risk Behaviour: Does Nurture Matter?
IZA Discussion Paper No. 4026 - http://ftp.iza.org/dp4026.pdf
Choosing to Compete: How Different Are Girls and Boys?
IZA Discussion Paper No. 4027 - http://ftp.iza.org/dp4027.pdf
Grundtenor der Studien ist, dass sich Jungen wie Mädchen besser in den Bereichen entwickeln, in denen traditionell die Stärken des anderen Geschlechts gesehen werden. Jungen werden z. B. aufgrund ihres Verhaltens in gemischten Klassen insgesamt gegenüber Mädchen benachteiligt, Mädchen trauen sich in gemischten Klassen in naturwissenschaftlichen Fächern weniger zu.
Es macht also durchaus Sinn, dass in bestimmten Fächern und/oder Jahrgangsstufen getrenntgeschlechtlich unterrichtet wird.
Autor: Manu
Erstellt: 7. Februar 2010 - 12:33
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Ich denke, keiner wünscht sich ein Lyzeum zurück, eine "Höhere Töchterschule", bei der mehr Wert auf Handarbeit, Hauswirtschaft und Religion gelegt wird als auf Naturwissenschaften und Mathematik.
Niemand glaubt heute noch allen Ernstes, dass bestimmte Fächer zu schwierig für die "zarten" Mädchen sind oder dass durch zuviel Bildung "das weibliche Wesen Schaden nimmt".
Eher muss man heute Rücksicht auf die Jungen nehmen. Die Schulen sind heute sehr auf die Förderung von Mädchen fixiert und kommen auch weiblichen Eigenschaften stärker entgegen. Für Jungen kann es bereits in der Grundschule sehr förderlich sein, wenn sie nicht im ständigen Vergleich mit Mädchen stehen.
Niemand glaubt heute noch allen Ernstes, dass bestimmte Fächer zu schwierig für die "zarten" Mädchen sind oder dass durch zuviel Bildung "das weibliche Wesen Schaden nimmt".
Eher muss man heute Rücksicht auf die Jungen nehmen. Die Schulen sind heute sehr auf die Förderung von Mädchen fixiert und kommen auch weiblichen Eigenschaften stärker entgegen. Für Jungen kann es bereits in der Grundschule sehr förderlich sein, wenn sie nicht im ständigen Vergleich mit Mädchen stehen.
Autor: Susanne84
Erstellt: 9. Februar 2010 - 9:16
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Einerseits wünscht sich jeder "brave", ruhige Kinder. Das widerspricht aber komplett der männlichen Psyche. Jungen brauchen Bewegung, körperliche Beschäftigung, Wettkampf, Kräftemessen. Das alles wird ihnen bereits in Kindergarten und Vorschule ausgetrieben. Und so geht es auch in der Schule weiter.
Dass inzwischen bei gefühlt jedem zweiten Jungen ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) diagnostiziert wird, wundert mich nicht. Das ganze Bildungssystem von Kindergarten bis Universität ist nur auf weibliche Tugenden geeicht.
Für die Mädchen ist das gut. Das System kommt ihnen entgegen. Wir Eltern dürfen uns darüber freuen, dass sie gute Noten mit nach Hause bringen.
Für die Jungen ist das mies. Das System ist für sie nur frustrierend. Und wir Eltern dürfen uns über frustrierte, pöbelnde und zuschlagende Kinder freuen.
Ob Monoedukation das Problem lösen kann, glaube ich nicht. Aber es wäre ein Baustein innerhalb einer Bildungsreform.
Dass inzwischen bei gefühlt jedem zweiten Jungen ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) diagnostiziert wird, wundert mich nicht. Das ganze Bildungssystem von Kindergarten bis Universität ist nur auf weibliche Tugenden geeicht.
Für die Mädchen ist das gut. Das System kommt ihnen entgegen. Wir Eltern dürfen uns darüber freuen, dass sie gute Noten mit nach Hause bringen.
Für die Jungen ist das mies. Das System ist für sie nur frustrierend. Und wir Eltern dürfen uns über frustrierte, pöbelnde und zuschlagende Kinder freuen.
Ob Monoedukation das Problem lösen kann, glaube ich nicht. Aber es wäre ein Baustein innerhalb einer Bildungsreform.
Autor: schneeflocke
Erstellt: 11. Februar 2010 - 7:42
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Die Vorteile der Koedukation liegen auf der sozialen Ebene, der Sozialisierung und moralischen Entwicklung. Koedukation gewährleistet außerdem den gleichberechtigten Zugang zu Ausbildungseinrichtungen und -inhalten.
Nur eine Monoedukation wird aber den speziellen Bedürfnissen von Jungen und Mädchen gerecht.
Beide Systeme haben also ihre Vorteile. Einseitigkeit ist IMHO nie das Optimum. Die Lösung ist für mich ein Bildungssystem, dass beide Formen innerhalb einer Einrichtung anbietet: Koedukation in übergreifenden, eher sozial orientierten Fächern (z. B. Ethik) und Wahlfächern (z. B. Theater), Monoedukation auf jeden Fall in den naturwissenschaftlichen Fächern.
Nur eine Monoedukation wird aber den speziellen Bedürfnissen von Jungen und Mädchen gerecht.
Beide Systeme haben also ihre Vorteile. Einseitigkeit ist IMHO nie das Optimum. Die Lösung ist für mich ein Bildungssystem, dass beide Formen innerhalb einer Einrichtung anbietet: Koedukation in übergreifenden, eher sozial orientierten Fächern (z. B. Ethik) und Wahlfächern (z. B. Theater), Monoedukation auf jeden Fall in den naturwissenschaftlichen Fächern.
Autor: Sunny
Erstellt: 13. Februar 2010 - 17:51
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Studien weisen seit mehreren Jahren nach, dass Kindergärten und Schulen Jungen stark benachteiligen. Das überwiegend weibliche Personal in Kindergarten und Grundschule legt auf weibliche Verhaltensweisen Wert und belohnt diese, männliches Denken und Handeln wird zum großen Teil negativ gesehen und unterdrückt.
Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,612997,00.html
Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,612997,00.html
Autor: Conny6341
Erstellt: 15. Februar 2010 - 17:54
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Zwei gute Artikel dazu erschienen in der Zeit:
http://www.zeit.de/online/2007/24/Getrennter-Unterricht-Contra
http://www.zeit.de/online/2007/24/Getrennter-Unterricht-Pro
Beide beschäftigen sich recht differenziert mit dem Thema und zeigen Vor- und Nachteile auf.
Aber beide sagen im grunde dasselbe: Monoedukation in bestimmten Fächern zu bestimmten Zeiten tut Mädchen und Jungen gut.
http://www.zeit.de/online/2007/24/Getrennter-Unterricht-Contra
http://www.zeit.de/online/2007/24/Getrennter-Unterricht-Pro
Beide beschäftigen sich recht differenziert mit dem Thema und zeigen Vor- und Nachteile auf.
Aber beide sagen im grunde dasselbe: Monoedukation in bestimmten Fächern zu bestimmten Zeiten tut Mädchen und Jungen gut.
Autor: Köhlerin
Erstellt: 17. Februar 2010 - 13:13
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Natürlich einseitig, da parteiisch, nimmt sich MANNdat dieses Themas an.
Aber wer sich ein bisschen mehr mit dem Thema auseinandersetzen will, kann sich auf der Website der "Geschlechterpolitischen Initiative e.V." über die inzwischen recht offensichtlichen Nachteilen der Koedukation informieren.
Aber wer sich ein bisschen mehr mit dem Thema auseinandersetzen will, kann sich auf der Website der "Geschlechterpolitischen Initiative e.V." über die inzwischen recht offensichtlichen Nachteilen der Koedukation informieren.
Autor: Maria Huber
Erstellt: 19. Februar 2010 - 23:25
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Die aktuelle praktizierte Koedukation hat viele unangenehme Nebenwirkungen, gleichermaßen für Mädchen und Jungen.
Lehrer und Lehrerinnen schenken den Jungen mehr Beachtung.
Mädchen werden seltener aufgerufen, dafür häufiger unterbrochen.
Jungen kritisieren die Beiträge der Mädchen häufiger als die ihrer Geschlechtsgenossen.
Mädchen entwickeln ein geringeres Selbstbewusstsein, da sie sich von den aggressiven und dominanten Jungen unterdrückt fühlen.
Jungen und Mädchen werden nur in traditionell weiblichen Tugenden (Fleiß, Aufmerksamkeit, Ausdauer) bestärkt.
Das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern lässt bei den Mädchen nach und damit auch ihre Leistungen in den entsprechenden Fächern.
Dies wirkt sich negativ auf ihr Selbstbild, ihre Interessensausprägung (Sprachen statt Mathe und Naturwissenschaften), ihre Lebensorientierung (Ausbildung statt Studium) und Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aus.
Jungen leiden unter dem Druck und dem Stress, die ihnen ihre männliche Rolle in der Schule macht.
Lehrer und Lehrerinnen schenken den Jungen mehr Beachtung.
Mädchen werden seltener aufgerufen, dafür häufiger unterbrochen.
Jungen kritisieren die Beiträge der Mädchen häufiger als die ihrer Geschlechtsgenossen.
Mädchen entwickeln ein geringeres Selbstbewusstsein, da sie sich von den aggressiven und dominanten Jungen unterdrückt fühlen.
Jungen und Mädchen werden nur in traditionell weiblichen Tugenden (Fleiß, Aufmerksamkeit, Ausdauer) bestärkt.
Das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern lässt bei den Mädchen nach und damit auch ihre Leistungen in den entsprechenden Fächern.
Dies wirkt sich negativ auf ihr Selbstbild, ihre Interessensausprägung (Sprachen statt Mathe und Naturwissenschaften), ihre Lebensorientierung (Ausbildung statt Studium) und Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit aus.
Jungen leiden unter dem Druck und dem Stress, die ihnen ihre männliche Rolle in der Schule macht.
Autor: Stanley
Erstellt: 21. Februar 2010 - 20:42
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
"Mädchen sind besser in der Schule, mittlerweile auch in den "klassischen" Jungs-Fächern wie Mathematik. Mädchen machen häufiger Abitur und studieren, Jungs schmeißen häufiger die Schule. Dies ist das Ergebnis mehrerer Kinder und Jugendstudien ..."
Ganz netter Artikel zum Thema
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,679224,00.html
- und noch viel besser: Die Diskussion im Forum dazu:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=12374
Ganz netter Artikel zum Thema
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,679224,00.html
- und noch viel besser: Die Diskussion im Forum dazu:
http://forum.spiegel.de/showthread.php?t=12374
Autor: Tigerfisch
Erstellt: 23. Februar 2010 - 8:49
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Monoedukation ist eine Sache. Fast wichtiger wären aber meiner Meinung nach Lehrer statt der vielen Lehrerinnen. Den Jungen fehlen Identifikationsfiguren in ihrer Kindheit und Jugend.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,679334,00.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,679334,00.html
Autor: DerKrug
Erstellt: 25. Februar 2010 - 10:04
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Ich habe Probleme damit, dass alle Krisen unserer heutigen Welt durch die Koedukation und die weiblichen Lehrer verursacht wurden: Verhaltensauffällige Jungen im Kindergarten, aggressive Schüler, arbeitslose männliche Jugendliche, frustrierte männliche Studienabbrecher. Jede Verbalattacke, Gewalteskalation und jeder Amoklauf wird inzwischen darauf zurück geführt:
http://www.welt.de/politik/article3363431/Experten-sehen-Jungen-massiv-benachteiligt.html
Natürlich kann es bei dem einen oder anderen dazu beigetragen (!) haben. Die alleinige Ursache sehe ich hier nicht. Es gab schon immer Kinder und Jugendliche, die stärker durch eine weibliche Erziehung gelaufen sind. Ich glaube nicht, dass das Ergebnis alles seelisch verkrüppelte Männer sind.
http://www.welt.de/politik/article3363431/Experten-sehen-Jungen-massiv-benachteiligt.html
Natürlich kann es bei dem einen oder anderen dazu beigetragen (!) haben. Die alleinige Ursache sehe ich hier nicht. Es gab schon immer Kinder und Jugendliche, die stärker durch eine weibliche Erziehung gelaufen sind. Ich glaube nicht, dass das Ergebnis alles seelisch verkrüppelte Männer sind.
Autor: Geli
Erstellt: 28. Februar 2010 - 17:59
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
In reinen Mädchen- und Jungenklassen werden die Schüler und Schülerinnen in ihrem Selbstbewusstsein und in ihrer Persönlichkeitsfindung viel besser gestärkt. Sie sind nicht damit beschäftigt, sich gegenüber dem anderen Geschlecht zu definieren, sondern nur über sich selbst und über ihre eigenen Fähigkeiten.
Autor: Punzi
Erstellt: 1. März 2010 - 19:06
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation
Autor: kathi
Erstellt: 25. März 2010 - 13:29
Betreff: re: Renaissance der Monoedukation










































