Mainz (KNA) Bundespräsident Christian Wulff hat bei der Einweihung der neuen Mainzer Synagoge zum Dialog der Religionen aufgerufen. Der Austausch über Glauben, Werte und Weltanschauungen fördere das gedeihliche Zusammenleben in Deutschland und den Frieden zwischen den Völkern, sagte das Staatsoberhaupt am Freitag in Mainz.
Wie andere Religionen auch könne der jüdische Glaube dazu beitragen, Menschen von Zwängen und Angst, von Macht- und Besitzgier zu entlasten. «Besonders in Zeiten der Verunsicherung, in denen die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich zu spüren sind, kann das Religiöse kostbar sein», fügte Wulff hinzu.
Der Bundespräsident würdigte den Beitrag des Judentums für die religiöse, geistige und kulturelle Vielfalt in Deutschland. Die neuen Synagogen in der Bundesrepublik seien nicht nur ein Symbol des Vertrauens der Juden in Deutschland. Zusammen mit anderen Orten friedlich gelebten Glaubens wie Kirchen und Moscheen stünden sie auch für die Vielfalt des Landes.
Die neue Synagoge wurde 72 Jahre nach der Zerstörung der Mainzer Hauptsynagoge durch die Nazis wieder am selben Standort eingeweiht. Synagoge und Gemeindezentrum entstanden nach einem international beachteten Entwurf des Architekten Manuel Herz.