Kiew (KNA) In der Ukraine herrscht nach dem Bombenschlag auf eine orthodoxe Kirche in der ukrainischen Großstadt Saporoschje Entsetzen. Ortsbischof Josef machte am Donnerstag religiöse Extremisten für die Tat verantwortlich. Die Täter wollten Angst und Hass auslösen. Bei dem Anschlag waren am Mittwochnachmittag eine Ordensfrau getötet und acht Menschen verletzt worden.
Ein Sprecher des Innenministeriums in Kiew schloss einen terroristischen Hintergrund nicht aus. Laut Polizeiangaben explodierte eine Bombe mit einer Sprengkraft von etwa 400 Gramm TNT am Eingang der zum Moskauer Patriarchat gehörenden Kirche. Ein Großteil der Inneneinrichtung des Gotteshauses wurde zerstört. Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich in der Kirche rund 20 Menschen auf, wie ukrainische Medien berichten.
Der Anschlag ereignete sich am Tag der Abreise des russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill I. aus der Ukraine. Gegen dessen neuntägigen Besuch in dem Land hatten ukrainische Nationalisten protestiert. Mit der Kirche des Moskauer Patriarchats konkurrieren in der Ukraine zwei von Russland unabhängige orthodoxe Kirchen. Saporoschje liegt im Südosten des Landes und hat rund 800.000 Einwohner. Sicherheitskräfte durchsuchten nach dem Anschlag alle übrigen Kirchen der Region.