Bonn (KNA) Nach Zusammenstößen zwischen Christen und Muslimen in Nigeria hat die Deutsche Bischofskonferenz den nigerianischen Katholiken ihre Solidarität ausgesprochen. In einem am Mittwoch in Bonn veröffentlichten Brief an den katholischen Erzbischofs von Jos, Ignatius Kaigama, appellierte der Konferenzvorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, zugleich an die nigerianische Kirche, nicht vom Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden abzulassen. Kaigama stehe für Dialog und Versöhnung.
«Mit großer Erschütterung habe ich von den gewaltsamen Übergriffen in Ihrem Erzbistum auf eine katholische Kirche gehört», schreibt Zollitsch an den Erzbischof. «Ich trauere mit Ihnen um die Opfer und darf Sie meines Gebetes für die zahlreichen Verletzten und Toten versichern.» Gewalt gegenüber Religionen und Gewalt im Namen Gottes seien «das traurige Scheitern dessen, was uns Christus als Nächstenliebe gelehrt hat», unterstreicht der Konferenzvorsitzende.
Auch das internationale katholische Missionswerk «missio» äußerte sich besorgt über die Ausschreitungen. «Nigeria muss für seine Jugend gerechte Perspektiven schaffen, damit die Gewalt ein Ende findet», betonte missio-Präsident Klaus Krämer am Mittwoch in Aachen.
Bei Ausschreitungen zwischen Christen und Muslimen waren nach bisher unbestätigten Meldungen in Nigeria mindestens 149 Menschen ums Leben gekommen. Die Gewalt in der Stadt Jos war am Sonntag ausgebrochen. Die Auseinandersetzungen gingen trotz Ausgangssperre auch am Dienstag weiter. Laut britischem Nachrichten-Sender BBC kam es zu Schießereien. Häuser seien in Brand gesetzt worden. In der Stadt Jos, die an der Grenze zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem christlich dominierten Süden liegt, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewalt zwischen Christen und Muslimen. 2008 kamen dabei mindestens 200 Menschen ums Leben. 2001 habe es rund 1.000 Tote gegeben.