Berlin (KNA) Die Gruppe «Christen in der FDP-Bundestagsfraktion» hat die Aufklärungsarbeit von Kirchenvertretern beim Missbrauchsskandal gewürdigt. «In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich viele Vertreter der Kirchen und Schulen aufrichtig um ehrliche und unvoreingenommene Aufklärung bemüht»; deren Engagement müsse «gewürdigt und unterstützt werden», erklärte der Sprecher der Gruppe, Patrick Meinhardt (FDP), am Dienstag in Berlin.
Zugleich unterstützte er die von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) «angeregte Einrichtung eines Runden Tisches». «Durch ein solches Gremium unter Beteiligung der Opfer, von Ärzten, Schulträgern und der Kirchen kann eine offene und transparente Aufarbeitung der Vorfälle sichergestellt werden», so Meinhardt. Er begrüßte auch die Bereitschaft der Kirche, an einem solchen Gremium mitzuarbeiten.
Leutheusser-Schnarrenberger hatte allerdings einen Runden Tisch ausschließlich zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche gefordert. Dies wiederum lehnte die Kirche als einseitig ab; es gebe weit mehr Missbrauchsopfer im nichtkirchlichen Bereich.
Der Sprecher «Christen in der FDP-Bundestagsfraktion» betonte weiter, die schrecklichen Vorkommnisse an Schulen, Jugend- und Behinderteneinrichtungen müssten nun bedingungslos aufgearbeitet werden. Es dürfe keine Unkultur des Schweigens, Verdeckens und Versteckens mehr geben. Es sei für die öffentlichen und kirchlichen Einrichtungen wichtig, durch schonungslose und transparente Aufklärung verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen.