München (KNA) Die Freisinger Bischofskonferenz hat den Vorwurf des früheren Augsburger Bischofs Walter Mixa zurückgewiesen, sein Rücktritt sei unter Mitwirkung anderer Bischöfe erzwungen worden. «Es ist alles rechtmäßig gelaufen», erklärte Konferenzsprecher Bernhard Kellner am Mittwoch in München. «Zum Schutz des emeritierten Bischofs sehen wir davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten.» Die bayerischen Bischöfe wünschten Mixa «weiter gute Genesung». Sein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik sei «ein erster wichtiger Schritt» gewesen.
Mixa hatte am selben Tag in der Zeitung «Die Welt» deutschen Bischöfen Vorhaltungen im Zusammenhang mit seinem Rücktritt gemacht. Außerdem erwäge er gegen die Annahme seines Amtsverzichts einen Gang vor das Appellationsgericht des Papstes. Dieser werde ihn im Juli zu einem Gespräch empfangen.
Mixa hatte am 21. April nach einer wochenlangen Debatte um seine Person dem Papst seinen Rücktritt angeboten. Dieses Gesuch nahm Benedikt XVI. am 8. Mai an. Jetzt gibt Mixa an, er habe seinen Rücktritt am 24. April zurückgenommen.
Bei der Kritik ging es zunächst um den Vorwurf, Mixa habe als Stadtpfarrer von Schrobenhausen in den 1970er und 1980er Jahren Heimkinder verprügelt und Geld der Trägerstiftung zweckentfremdet. Nach anfänglichem Abstreiten gab der Bischof körperliche Züchtigungen von Kindern teilweise zu.
In dem Interview sagte Mixa, er könne sich bis heute nicht an die «Prügelstrafen» erinnern. Zugleich gab er zu, an körperlichen Züchtigungen beteiligt gewesen zu sein, «wie sie damals in der Jugendarbeit - erst recht mit sogenannten schwer erziehbaren Kindern - üblich und bis 1980 auch rechtens waren». Es sei aber «sicher ein Fehler gewesen, "dass ich das nicht gleich, sondern erst so spät eingeräumt habe".