Würzburg (KNA) Der Würzburger katholische Bischof Friedhelm Hofmann sieht in den Gehaltszahlungen des Freistaats Bayern an geistliche Würdenträger kein Problem. «Diese schon sehr lange praktizierte Lösung sollte nicht infrage gestellt werden», sagte Hofmann dem in Würzburg erscheinenden «Main Echo» (Donnerstag). Sie habe sich als eine partnerschaftliche Kooperation bewährt und sei auch gerecht. «Es gibt deshalb keinen Anlass, daran zu rütteln.» Damit widersprach er dem Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. Dieser hatte Anfang August dafür plädiert, die Besoldung der Bischöfe in Bayern neu zu regeln.
Hofmann äußerte Verständnis für die Kritik nicht-katholischer Steuerzahler, diese finanzierten über derartige Transferleistungen indirekt die Kirche mit. Es gehe hier aber nicht um die staatliche Finanzierung einer Religionsgemeinschaft. Vielmehr ermöglichten die Beiträge Leistungen, die die Kirche für den Staat wahrnehme. Dazu zählten die Gefängnisseelsorge, die Obdachlosenhilfe, die Bahnhofsmission, Kindergärten, Ausländerberatung und viele andere soziale Dienste: «Wenn der Staat das alles selbst übernehmen müsste, wären seine finanziellen Belastungen wesentlich größer als die aktuellen Zahlungen an die Kirchen.»
Für nicht realisierbar hält der Bischof den Vorschlag, statt der Zahlungen einen Fonds vom Staat einzurichten. Wenn dabei Erträge auf dem heutigen Niveau herauskommen sollten, müsste der Staat gewaltige Summen investieren. «Ich sehe nicht, woher das Geld dafür kommen soll.» Außerdem würden damit die Mittel für die Arbeit der Kirche von der Wirtschaftsentwicklung und der Zinspolitik abhängig gemacht. Mit weniger Einnahmen würden die vielen Leistungen infrage gestellt, die die Kirche für die Menschen erbringe. Nur mit der Kirchensteuer seien diese nicht aufrechtzuerhalten.