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16.04.10 11:25

Justizministerin: In der Kirche hat sich viel bewegt

 

Köln/Berlin (KNA) Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht die katholische Kirche auf dem richtigen Weg bei der Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs in ihren Reihen. In der Kirche habe sich «viel bewegt», sagte die Ministerin am Freitag in Interviews bei Deutschlandradio Kultur und im WDR. Das Treffen am Donnerstag mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, habe dies ebenso deutlich gezeigt wie die jüngsten Erläuterungen aus dem Vatikan.

Positiv bewertet die Politikerin insbesondere das klare Ziel, enger als bisher mit der Staatsanwaltschaft zusammenzuarbeiten und Informationen zügig zu übermitteln. Dies sei «ein gravierender Unterschied» zur früheren Einstellung, nach erwiesenen Missbrauchsvorwürfen eventuell die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Auch die Ernennung von Missbrauchsbeauftragten und unabhängigen Ansprechpartnern sowie die angekündigte Überarbeitung der Leitlinien seien Schritte in die richtige Richtung.

Mit Blick auf den Runden Tisch, der am kommenden Freitag zum ersten Mal tagen wird, schließt die Ministerin nicht aus, dass es eine Entschädigung für die Missbrauchsopfer geben wird. Ob es eine «finanzielle Leistung» pauschaler Art geben werde, sei eine schwierige Frage, und es gebe auch noch keine detaillierten Vorstellungen, sagte sie. «Aber das Thema, das liegt ganz klar auf dem Tisch.» Dabei seien aber nicht nur die Kirchen in der Pflicht, sondern auch viele andere Institutionen.

Der Runde Tisch werde sich mit der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, der Zusammenarbeit mit dem Staat, der Wiedergutmachung und der Prävention beschäftigen. Teilnehmen würden viele Vertreter gesellschaftlicher Gruppen, darunter auch Vertreter von Opfern und Verbänden, die sich mit Anliegen von Opfern befassten. «Das wird ein großer Runder Tisch werden», kündigte Leutheusser-Schnarrenberger an.

Eingerichtet würden auch zwei Unterarbeitsgruppen, in denen über die unterschiedlichen Sachverhalte sexuellen Missbrauchs beraten werde. Dort könnten Vertreter von Opfern ihre Erfahrungen und Eindrücke mit einbringen. «Wir wollen hier nicht über die Opfer reden, sondern wir wollen da natürlich auch die Gelegenheit schaffen, gerade mit Opfern ins Gespräch zu kommen», fügte die Ministerin hinzu.


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