Berlin (KNA) Die frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat mehr Geld für den zivilen Aufbau in Afghanistan gefordert. Es gelte jetzt, «in Entwicklungsprojekte zu investieren, was nur zu investieren ist», sagte sie am Freitag im RBB-Inforadio. Ein Jahr nach dem von der Bundeswehr veranlassten Nato-Luftangriff auf Tanklaster bei Kundus kritisierte sie, dass die Politik derzeit vor allem über die Verstärkung oder den Abzug der Truppen diskutiere. Dabei führten mehr Soldaten nicht zu mehr Sicherheit.
Der Luftangriff mit rund 140 Toten und Verletzten habe die deutsche Sicht auf den Einsatz am Hindukusch verändert. Vielen Deutschen sei damit deutlich geworden, dass man sich «tatsächlich in einem Krieg» befinde. Inzwischen werde der Bundeswehr-Einsatz auch in der Politik kritischer gesehen. Käßmann, die im Februar nach einer Autofahrt unter Alkoholkontrolle zurückgetreten war, hatte in ihrer kurzen Amtszeit als EKD-Ratsvorsitzende Ende 2009 mit massiver Kritik am Bundeswehreinsatz in Afghanistan eine bundesweite Debatte angestoßen.